Übernachten in Japan

Bei meiner ersten Reise 2004 war das nicht so. Tripadvisor und hotels.com gab es noch nicht. Viele Hotels in Japan hatten keine englischen Seiten. Die Suche war mühsam und antworten von den Hotels kamen so gut wie nie an. Heute stellen sich nur noch zwei Fragen:

Wie übernachten? Das wie bezieht sich auf die Frage, ob man ein japanisches Zimmer mit Tatamimatten und Futon haben will oder ein westliches Zimmer mit einem Bett. Mein Tip: Wenn schon Japan, dann Tatami.

Wo übernachten? Damit meine ich nicht den Ort, sondern die Art der Herberge.Zur Auswahl stehen Hotels, Business Hotels, Ryokans und Minshukus. Eine klare Abgrenzung ist nicht möglich. Zum Beispiel läuft das Hotel Edoya als Ryokan.

Nachfolgend MEINE Sicht der Dinge. Das ist nicht offiziell, hilft aber, eine Unterkunft zu kategorisieren, soweit dies möglich ist.

  • Hotels … sind genauso wie man sie aus Deutschland kennt. Ein Lobby, viele Zimmer. Je nach Anzahl der Sterne bieten Sie zudem Restaurants, Bars, Fitness Studios, usw. Viele Hotels bieten zudem japanische Zimmer mit Tatamimatten oder kombinierte Zimmer mit Tatamibereich und Bett. Etliche Hotels bieten ein Onsen, manchmal auch ein Rotenburo (im Garten oder auf dem Dach).
  • Business Hotels … haben oft ein reduziertes Angebot in der Ausstattung (kein Pool, keine Bar, …). Die Zimmer sind klein und funktional. Das Design ist modern, klar und minimal. Sie sind für Gesschäftsleute konzipiert, die nur Duschen, Schlafen und Frühstücken wollen.
  • Ryokan … sind vergleichbar mit Pensionen bzw. kleinen Hotels in Familienbetrieb. Die heutigen Ryokans sind die Nachfolger der ursprünglichen Herbergen in Japan. Viele Ryokans haben oft ein lange Tradition, die bis in die Samuraizeit zurück reicht. Typisch für Ryokans sind Tatamizimmer. Aber es werden auch westliche Zimmer mit Bett angeboten. Ein Zugeständnis ein die westlichen Gäste. Lasst es! Man ruiniert sich das Ryokanerlebnis. Einfach Ryokans bieten oft nur ein Gemeinschaftsbad, Luxusryokans haben ein privates Rotenburo. Die Spanne der Möglichkeiten ist riesig. Für einen richtigen Japanurlaub empfehle ich kleine traditionelle Ryokans in Familienbetrieb. Preise sind identisch mit den Hotels.
  • Minshuku … ist die japanische Version des B&B. Wenn die Kinder und/oder die Großeltern das Haus verlassen haben, werden die freien Zimmer vermietet. Gelegentlich wird dazu etwas umgebaut. Dichter kommt man in Japan nicht an das japanische Leben heran.
  • Hostels … Jungendherbergen. Auch hier kann man u.U. Einzelzimmer bekommen. Es sei erwähnt, daß kleine und günstige Ryokans in vielen Suchprogrammen als Hostel eingestuft werden.

Preise

Der Preis hängt von Region und Luxus ab. Tokyo, Kyoto und Onsenorte sind besonders teuer. Um die Feiertage herum (Golden Week) und am Wochenende steigen die Preise fürs Zimmer ebenfalls. Soviel vorweg.

Bei 5000 yen gehen die ersten Ryokans los. Preislich darunter gibt es fast nur Hostels und Minshukus. Die Räume sind sehr einfach und ohne Schnickschnack. In den japischen Räumen gibt es einen kleinen Tisch. Oft muß man diesen zur Seite schieben, damit das Futon aufgebaut werden kann. Oft gibt es nur ein Gemeinschaftsbad und -toiletten. Die private Toilette ist eher die Ausnahme. Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zimmer und Bad waren immer sauber. Wer nur schlafen will, dem reicht dies allemal.

Um die 5000 yen beginnen auch die Preise für Business Hotels. Ebenfalls auf wesentliche reduziert bieten Sie Bett, Toilette und Dusche. Es sei aber gesagt, dass Doppelzimmer zu bevorzugen sind. Denn oft sind Einzelzimmer so klein, dass man mit großem Koffer an Grenzen stößt.

Bei 7500 yen fängt es an interessant zu werden. Man hat oft sein eigenes Bad und die Räume sind ausreichend groß. Manche Ryokans dieser Preisstufe haben sogar ein Onsen, nicht immer ein echtes mit Thermalwassser, aber allemal entspannend. Gute Hotels findet man ebenfalls ab dieser Preisstufe.

Ab 10.000 yen beginnt der Luxus. Eigene Toilette und Bad (oft mit Badewanne) sind der Normalfall. Die Zimmer sind geräumig. Für ein Appartment fehlt nur noch die Küche. Trotz des Preises kann das Ergebnis unterschiedlich ausfallen. Informiert euch vorher. Ryokans und Hotels, die ein Onsen oder Rotenburo bieten, findet man in dieser Klasse und knapp drunter.

Nach oben gibt es keine Grenzen. Das beste Haus am Platz kann schon mal 100.000 yen aufrufen. Achtet also auf die Anzahl der Nullen im Preis. Der Luxus, die Zimmergröße und der Service steigen. Die Frage ist, ob man das abwohnt.

Ich habe immer versucht unter 10000yen zu bleiben. Wenn ich drüber ging, dann mit guten Gründen. Meist wollte genau dieses Hotel (Bsp.: Cross Hotel Sapporo, Nikko Kanaya Hotel).

Frühstück und Dinner: Das Abendessen ist oft nicht im Preis mit drin und kostet gerne einmal 3500 yen oder mehr extra. Mein Tip: Bucht es einmal dazu. Japanisches Dinner hat was. Es muß aber (auch wegen der Kosten) nicht jeden Abend sein. Achtet auch darauf, ob das Frühstück inklusive ist. Wer japanisches Frühstück nicht mag, muß für ein westliches eventuell Aufpreis zahlen. Manche kleine Ryokans kaufen dann extra Toast, Kaffee und Orangen für euch.

Ich buche Frühstück nur selten, wenn es extra kostet. Es ist einfacher, auf dem Weg zur ersten Sehenswürdigkeit etwas zu kaufen. Bei langen Anreisen mit dem Zug ist die Zeit so optimal genutzt.

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