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Reiseführer – Chubu (Süd)

中 部 地 方 (C H Ū B Ū)

Nagoya — MUSS, 1-2 Tage
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Diese Stadt verdient den Status “Pflichtprogramm”. Drei Orte sollten unbedingt aufgesucht werden: die Burg, ein japanischer Garten im Norden der Stadt mit zugehörigem Museum und der Schrein im Süden. Zudem ist Nagoya ein guter Start für Tagesausflüge nach Gifu, Ise, Inuyama und (eingeschränkt) Toba. Nagoya kann auch als Zwischenstop auf der Strecke Tokyo-Kyoto bzw. Oosaka geplant werden. Wer den Standort nach Takayama, verlegt sollte das lassen. Die Fahrt nach Takayama dauert. Nagoya ist dann zu groß für die verbleibende Zeit.

This city is a must visit and if you are good, you only need one day. You should visit three places: the castle, the Japanese Garden in the North of the city (and the museum next to it) and the big and important shrine in the South. Beside that there are some other temples and shrines that are worth a visit. Nagoya is a good base camp for day trips to Gifu, Inuyama, Ise and (maybe) Toya. Ise is also accessable from Oosaka and Kyoto, but is it more convenient from Nagoya. A short visit to Nagoya (stop over) is possible, because the shinkansen between Kyoto/Oosaka and Tokyo stops here. I did this 2004. Don’t try this if you are travelling to Takayama. The travelling time of the train is not compatible with a stop over in Nagoya.

Ise — MUSS, 1 Tag (gut für einen Tagesausflug)
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Ise ist der Vatikan des Shinto und ein Muß. Es gibt zwei Schreine. Beide liegen in Waldgebieten und sind weitläufiger als der Meiji-Schrein in Tokyo. Der äußere Schrein liegt in 5 Fußminuten zum Bahnhof. Zum inneren Schrein fährt ein Bus. Es gibt auch einen Pilgerweg. Am Eingang zum inneren Schrein gibt es eine Einkaufsstraße. Hier stehen nur japanische Holzhäuser. Die Straße bietet Japan pur. Man darf sie auf keinen Fall auslassen.

Plant einen ganzen Tag. Macht nicht wie ich den Fehler, vorzeitig aufzubrechen, um auch noch Toba zu besichtigen. Es spricht auch einiges dafür Ise als Hotelstandort zu wählen, wenn man die Mie-Halbinsel bereisen will. Nagoya ist zu 80% als Tagesausflug möglich. Toba und die vermählten Felsen sind möglich, obwohl ich das nicht unbedingt machen würde. So hoch sind die beiden Orte in meinem Ansehen nicht.

Ise is the Vatikan of Shinto. The most important shrine is here. In fact, there are two shrines. Both are located in a forest area. The so called outer shrine is 5min away by walk from the train station. There is a bus connection to the inner shrine. There is also a pilgrimage. On the entrance to the inner shrine also begin a very nice shopping street with old wooden houses. Don’t miss it.

You should plan th whole day. Do not make the mistake I did and visit Toba. Ise is also an idea for a base camp to explore the Mie peninsula. Nagoya can be done by 80% as a day trip. Then Toba is an option and the married rocks (don’t know the correct english term) as well, but both places don’t have a high priority. Time consuming travel and not much to see.

Die Vermählten Felsen — braucht nicht, 1/2 Tag
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Die Felsen sind nicht wirklich spektakulär, aber sie sind ein wichter Ort des Shintoismus. Damit gehören dann doch wieder zum gefühlten Pflichtprogramm. Mein Tip: Nur besuchen, wenn es der Zeitplan wirklich, wirklich hergibt. Kombiniert sie dann mit Ise und besuchtg sie früh morgens und fahrt dann zurück nach Ise. Abends ist die Bahnanbindung der Felsen schlecht. In Ise zudem abends ein Resto aufsuchen, bevor man den Tagesausflug beendet.

This place is nothing more than two tiny rocks in the water with a rope between them. In Shinto this is a special place. But for a non-japanese tourist … Only visit if you have some spare time. A combination with a visit to Ise is possible, but visit the rocks first. Train connections are not good, specially in the evening. Here Ise also provides some restaurants for dinner.

Toba — braucht nicht, 1 Tag
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Toba bietet die Perleninsen. Ein Museum für Liebhaber von Perlen. Der Eintritt ist nicht ganz billig. Als Attraktion kann man Perlentaucher beobachten. OK, man sieht wie sie abtauchen und mit einer Muschel in der Hand wieder auftauchen. Es gibt Ausflugsbote, die etwa 1 Stunde lang durch die kleine Inseln vor der Küste fahren. Nett, aber kein Kracher. Alles in allem bietet Toba nichts, was die lange Anreise lohnt. Die Zuganbindung ist etwas besser als die der vermählten Felsen. Wer (wegen seiner Freundin) nach Toba muß und sein Hotel in Nagoya hat sollte früh aufstehen, erst Toba und dann Ise besuchen. Warten auf den Zug in Toba versaut die Stimmung. Spendet den Abend lieber in der Einkaufstraße in Ise.

In Toba is the island of pearls. The realm of Mikomoto. The entrance is pricy. Famous attraction are the female pearl divers. But it is not spectacular. You see the boat and the women diving. Next thing you is, that they are back at the surface with a  seashell. Beside that there is nothing intesting that is worth the travel time. If you have your base camp in Nagoya and really have to go to Toba (because of your girl friend), get up early, visit Toba first and after that Ise. Waiting for a train back to Nagoya is a mood killer. Better spend the evening in the shopping street in Ise.

Gifu — MUSS, 1 Tag (gut für einen Tagesausflug)
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Gifu kann man bequem als Tagesausflug von Nagoya aus planen. Optional kann man Gifu aus Stop auf der Durchreise verwenden, wenn man seinen Hotelstandort z.B. von oder nach Takayama verelgt. Will man den Kormoranfischern zuschauen,muss bis spät in die Nacht in Gifu bleiben. Dann fahren nur noch Züge nach Nagoya. — Vom Bahnhof fährt ein Bus in Richtung Fluß. Hier stehen ein paar Tempel und Schreine. Unter anderem ein Daibutsu. Am Berghang steht eine Pagode, auf dem Gipfel die Burg von Gifu. Man kann zu Fuß hochgehen, oder man nimmt die Seilbahn; je nachdem wie viel Zeit man hat.

Gifu is doable by a day trip from Nagoya or as a stop over on the way from Nagoya to Takayama. If you want to watch the cormoran fishing you have to stay until late at night. Then there are only trains to Nagoya available. — There is a bus from the train station to the river. Get of the bus there and visit the temple and the shrine nearby. The temple has an old Daibutsu. And the slope of hte mountain is a pagoda. At the top is an old castle with a small museum. You can walk or take the ropeway; depends on the time left before it is getting dark. Walking down should be an option. There are several ways.

Inuyama — (unbewertet) 1 Tag
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Auf halber Strecke zwischen Gifu und Nagoya liegt Inuyama. Die Zugverbindung hier ist nicht perfekt, aber der Ort ist sicherlich eine Reise wert. Ich habe nur einen Teil gesehen, was an einer verunglückten Reiseplanung gibt. Bevor ich ein Urteil fälle, verdient Inuyama einen zweiten Versuch, zumal es sich als Tagesausflug von Nagoya aus eignet. Anders als Gifu eignet sich Inuyama nicht als Zwischenstop auf dem Weg nach Takyama.

Half distance betweeen Nagoya and Gifu is Inuyama. The train connection are not perfect but ok and this place is worth a visit. Because I messed up the travel route I only could visit a tiny part of Inuyama and missed most of the attractions. Therefore I will visit Inuyama again and rate this place afterwards. Inuyama seems to be a good candidate for a daytrip from Nagoya. In opposite to Gifu, Inuyama is not good for a stop over on the way to Takayama.

Kisodani — MUSS 1 Tag/2 Nächte
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Das Kisodani, das Kisotal habe ich zu lange übersehen. Es ist ein Stück altes Japan. Alte Häuser und entlegene Wanderwege. Der Wanderweg heißt Nakasendo, ein alter Wanderweg, vergleichbar mit der alten Salzstraße in Deutschlands Norden oder dem alten Weg durch Hakone, der Heian (Kyoto) und Edo (Tokyo) vervand. Am Nakasendo liegen zwei Orte: Magome und Tsumago. Zwei alte Poststationen, in denen Reisende übernachten konnten. Das kann man heute noch.

Mein Vorschlag: Man erkundet einen Ort und wandert die 7km zum anderen. Zwischen ihnen fahren Busse für den Rückweg. Da dafür ein ganzer Tag geplant werden soll, empfehle ich mindestes zwei Übernachtungen. Im Kisotal gibt es weitere Poststationen, die allerdings gute Wanderschuhe oder Japan Rail erfordern. Magome und Tsumago sind ein guter Kompromiss aus viel sehen und wenig Zeit. Seit meinem Besuch 2012 gehört das Kisodani zum Japan-Pflichtprogramm.

Der größte Witz: Es gibt einen Zug durch das Kisotal. Die Chuo-Line. Und ja, ihr vermutet richtig. Es ist die gleiche Chuo-Line, die in Tokyo den Yamanotering zwischen Kanda und Shinjuku kreuzt. Die Anreise ist also denkbar einfach, wenn auch mit dem Lokal zeitraubend. Die Chuo-Linie führt weiter nach Nagoya. Zudem gibt es Züge von Nagoya nach Nagano.

Kisodani, a valley in the mountains between Nagano and Gifu prefecture, is a peace of ancient Japan. There is a hiking trail called Nakasendo. It is an historic trading route, compareable to the old street in Hakone that connected Heian (Kyoto) and Edo (Toyko) or the “salt street” in North Germany. In ancient times there were several post stations. Two of them are Magome and Tsumago.

My suggestion: Visit one town than walk the 7km on the Nakasendo to the other town. There are busses between both towns (for the way back) and the train stations. This trip will take a whole day. You have to stay for at least 2 nights. There are more post towns in Kisodani but you need the help of very good hiking shoes or Japan Rail. Magome und Tsumago is a very good compromise between visiting many things a tight schedule. Since my visit in 2012 this place for sure is part of my “must visit list”.

Funny story: The train that goes along the Kisodani is the Chuo-Line. And yes, it is the same Chuo-Line that intersects the Yamanote ring in Tokyo. All you have to do is sit down and wait, but you have to wait a long time. The Chuo-Line also stops in Nagoya. And there are trains from Nagoya to Nagano, that passes the Kiso valley.

Kawaguchiko — muss nicht, 1 Tag
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Der Ort hat nur einen Vorteil: er liegt am Fuji und von hier kann der Aufstieg zu Fuß oder mit dem Bus gestartet werden. Die Erreichbarkeit von Tokyo aus spricht ebenfalls für ihn. Kawaguchiko selbst hat sonst nichts zu bieten. Der See ist einer der 5 Fuji-Seen. Drei Seen sind zu Fuß als Tagesmarsch erkundbar. Ein Bus hilft die Strecke abkürzen. Es gibt 2 Höhlen, der Eintritt lohnt aber nicht. Sie fallen unter die Kategorie “Wenn man sonst nichts zu tun hat”. Die Japaner lieben den Ort, weil man von hier, aus dem Hotelonsen heraus einen Blick auf den Fuji hat, ganz ohne Fototapete. Wer unbedingt hier sein Lager aufschlägt, sollte die Brauerei besuchen. Das Restaurant ist ganz gut.

Mein Tip: Kawaguchi, wenn ihr vorher auf dem Fuji wart. 2 oder sogar 4 Tage im Berg und dann in eines der teureren Hotels mit Onsen. Eine Nacht, vielleicht eine zweite, als Belohnung. Wenn ihr dann eure Fujitour erwähnt, ist euch Anerkennung gewiss. Nach den Strapazen ist ein Onsen das Paradies. Ich kenne nur ein Hotel, aber mehr muß ich nicht kennen: Sansui. Wow. (schaut euch die Bilder aus dem 2006er Blog an …)

This place only has one advantage: It is right next to the Fuji. You can start the full hiking tour here or take a bus to the 5th station. There is a good connection by bus and train to Shinjuku. (Remember: For the Japanese Shinjuku is not Tokyo.) But there is nothing to visit. No temples, castles or shrines. The 5 lakes offer some nice sceneries and you can visit some caves. But they are not that fancy. Kawaguchiko is a high price area, because of its good connection to Tokyo and the view to the Mt. Fuji from the onsen bath tub; the real thing, no wallpaper. If you really stop here, make a visit to the local micro brewery. The restaurant there is nice.

My suggestion: Kawaguchiko is a nice place to relax after a trip to the summit of Mt. Fuji. 2/3 days at the mountain, eating canned food and no shower. After that check in a pricy hotel with rotenburo and enjoy the hot water, the view to Mt Fuji and say in your mind: I was there, at the top. I stayed in Hotel Sansui. Awesome.

Fuji — KANN, 2 Tage für den kompletten Berg
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Der Fuji ist sicherlich eine Sache für sich. Fast 3700m hoch. Kawaguchi liegt auf 700m. Mit anderen Worten: Wenn man oben ist blickt man den Berg 3000m Höhenmeter hinab. Das schaffen nicht mal die Alpen. Der Aufstieg ist bis zur 7. Station erstaunlich einfach. Bis zur 5. Station fährt sogar ein Bus. Extremfrühaufsteher mit guter Kondition schaffen es an einem Tag zum Gipfel und zurück. Es hilft im Hotel bei der 5. Station zu übernachten. Die Busse nach Kawaguchi haben abends blöde Abfahrzeiten.

Der Höhepunkt ist der Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Das erfordert eine Übernachtung auf dem Berg, am Besten sehr nahe dem Gipfel. Niemand will vor Sonnenaufgang den Aufstieg am steilen Hang wagen. Gute Vorbereitung (Kleidung, Geld, Planung) sind Voraussetzung. Die kleinen Stationshütten nehmen nur wenige Gäste auf. Camping ist verboten und auch nicht möglich.

Wer das komplette Programm will, startet an Station 1 im Tal, nahe Kawaguchi. Dieses Vorhaben steht auf meiner Liste. Ich vermute, es nimmt drei Tage in Anspruch. Ich will nicht die 3000m nach oben in einem Rutsch gehen. Beim Abstieg könnte das einfacher sein. Aber der Abstieg ist gefährlicher! Man ist schneller, weil es bergab geht, unvorsichtiger weil das Ende in Sicht ist und es geht auf die Kniegelenke, da man ständig bremsen muß. Vielleicht sollte ich vier Tage planen?

Wenn ihr aus Tokyo anreist, macht nicht den Fehler, euch von Süden aus dem Berg zu nähern. Das ist eine Weltreise. Plant Kawaguchi. Es gibt ein Bahnverbindung und auch Fernbusse von und nach Shinjuku.

富士河口湖 から 東京 まで

Vom Fuji nach Tokyo sind es nur zwei Stunden, wenn man den richtigen Bus nimmt! 2004 habe ich mehrere Stunden mit JR und Co. gebraucht, um nur in die Nähe vom Fuji zu kommen. Wenn ich einen sehr späten Bus nehme, hätte ich genug Zeit für Mt. Fuji. Heute kann man die Spitze sehen. Und die Sonne scheint auch. Mit dem Bus geht es zur 5. Station bei etwa 2500 Höhenmeter. Bergauf will man die Strecke nicht laufen.Es gibt aber zwei Sachen, die ich nicht berücksichtigt habe: Ich werde erst um 11:50 an der Station sein und ich muß des Bus um 14:30 Uhr nehmen. Die Zeit reicht nicht bis zur Spitze.

Erstes Chaos am Ticket Counter, ein zweites Bus: Zu viele Leute für zu wenig Bus, allerdings hat der Fahrer mein Ticket bereits kassiert. Argh. Ich ergattere irgendwie einen Stehplatz und los geht es. Im Zick zack geht es bergauf. Alle paar Meter gibt es ein Schild, un man hat die nächsten 100 Höhenmeter geschafft. Die fünfte Station sieht aus als wäre sie in Östereich.

Der Weg beginnt als wirklich gut ausgebauter Wanderweg bergab. Wieso bergab? Dann wechselt der Weg auf “bergauf” und “schlechte Schotterpiste”. Das wird auf die Knochen gehen; loses Geröll und Baumwurzeln, dazu schräge Stufen. Der Nebel wird stärker. Hänge wohl gerade in einer Wolke. Es folgt ein Geröllweg aus Vulkangestein mit einer geschätzten 10%-Steigung und Stufen. Geht in die Knochen und auf die Kondition. Ich ich mein Tempo halten kann ist fraglich. Ich überhole einige Reisegruppen und komme immer wieder ins Gespräch.

Der Blick geht den steilen Berg hinauf. Die Wolken sind jetzt unter mir. Man sieht den Wanderweg im Zickzack und eine Station. Es ist Nummer 7. Die 6 habe ich verpaßt. Noch 20 Minuten bis ich umdrehen muß. Ich blicke nach unten; eine Wolkenlücke. Man hat Sicht auf Kawaguchiko wie aus einem Flugzeug. Die Höhendifferenz ist knapp 1900 Meter. Beieindruckend. Ich versuche die anderen Fuji-Seen zu finden. Aber da kommt auch schon die nächste Wolke unter mir (!) und versperrt die Sicht.

Als ich endlich bei Station 7 ankomme bin ich platt. Pause. Ich kaufe nun doch einen Wanderstock als Beweis, daß ich hier war. An Station 5 habe ich mich diesem Tourikram noch verweigert. Die Preise haben sich gegenüber Station 5 verdoppelt und gegenüber Kawaguchi verdreifacht. Das gilt auch für Getränke. Ich genieße für eine kurze Zeit die Aussicht; nach unten auf die Wolken und nach oben zum Gipfel. Er sieht zum Greifen nach aus. Aber 2 Stunden Aufstieg sind das mindestens. Nach Karte sind es noch über 1000 Höhenmeter. So kurz vorm Ziel… Ein bischen ärgere ich mich schon. Aber ein Blick auf den Weg von Station 7 zu Station 8 sagt alles. Es gibt keine Geröllstrecke mit fieser Steigung und Stufen mehr.  Ab hier ist es pure Steine und der Weg ist ein ein dünnes Seil, das die Richtung vorgibt. Steigung 100%. Au Weia. Multipliziere ich das mit den ganzen Rentnergruppen, die ich überholt habe… Au Weia.

Nun aber zurück. Und ich dachte bergab ist einfacher. Falsch, es ist schwieriger. Man muß mit jedem Schritt abbremsen. Macht man das nicht, wird man immer schneller und Bremsen wird unmöglich. Es geht mehr in die Knochen als der Anstieg, zumal man von diesem schon am Limit ist. Gut, daß ich 2004 diese schweren Meindl-Wanderschuhe gekauft habe. Die retten mir meine Knöchel. Man rutscht verdammt schnell weg, und sich hier was Verstauchen ist nicht die beste Idee des Tages. Kurz vor Station 6 bin ich verwirrt. Wo kommen die Stufen her? Die gab es doch auf dem Hinweg nicht. Anscheinend gibt zwei Wege, hoffe ich. Jetzt habe ich auch Station 6 am dem Stock. Nach einigen hundert Metern eine Gabelung und es geht bergauf. Ich bin wieder auf vertrautem Gelände. An Station 5 habe ich noch 20 Minuten bis zum Bus. Perfektes Timing.

Um 15:30 Uhr bin ich wieder in Kawaguchiko. Mein Bus fährt um 18 Uhr nach Tokyo. Wäre da doch bloß ein späterer Bus gewesen, dann hätte ich auch noch die Station 8 geknackt. Was mache ich jetzt mit den 2 Stunden? War da nicht eine Brauerei auf dem Weg? Auf geht es mit dem lokalen Bus. Die Brauerei wirkt sehr deutsch. Mehr als nur Zufall. Ich bestelle ein Bier namens “Rauch”, das mit smoked malt bebraut wird. Und es schmeckt wirklich nach Holzkohle. Gewöhnungsbedürftig, aber definitiv einzigartig. Zurück am Bahnnhof dann der nächste Spaß: alle Busse nach Tokyo Eki sind ausgebucht. Also doch mit dem Zug? Zum Glück gibt es einen Bus um 18:30 Uhr nach Shinjuku.Wann lerne ich endlich, daß Shinjuku und Tokyo für Japaner zwei verschiedene Dinge sind. Von dort schaffe ich das schon irgendwie. Und hätte den anderen Bus ins Tal … Station 8 … Arghh.

Bussteig 3. Ich brauche den Bus Nummer 2. Nummer 1 fährt los und nun? Wo ist die zwei? Nach endlosen 10 Minuten (Verspätung) trifft er endlich ein. Ich hatte gerade so einen Aso-Flashback. Auf der Rückfahrt wird mir klar: Ich will auf den Gipfel. Ich werde also noch einmal zum Fuji. Und ich werde an Station 1 starten. Mein Wanderstab soll alle Brandsiegel haben. Das Ganze will gut vorbereitet sein, inklusive eine Übernachtung auf dem Gipfel. Das benötigt eine gute Absprache mit den örtlichen Stellen.

In Shinjuku das kurze Chaos mit meinem Gepäck und der Yamanote. Ich brauche unbedingt eine entspanntere Bahnlinie. Endlich im Hotel angekommen will ich nur noch duschen, etwas essen und schlafen. Die Ausbeute von heute: ein Wanderstock und die Erkenntnis, daß man in seine Reisepläne auch Busse und Nicht-JR-Bahnlinien einplanen sollte.

Caves and Onsens

Der Wecker klingelt. Regen. Ich eile zum Frühstück, das nur bis 8:30 serviert wird. Regen. Mein Plan (Wandern auf dem Fuji) und mein Plan B (Wandern um die Fuji-Seen) fallen sprichwörtlich ins Wasser. Regen. Was nun? Es fährt ein “Retrobus” durch die Gegend. Die Fahrt führt am See Kawaguchi entlang. Hier ist alles grün, vom Ufer bis zu den Bergspitzen. Im Regen wirkt es noch grüner. Wir stoppen an einer Höhle, die man besichtigen kann. Ich treffe auf zwei Finnen die für Nokia arbeiten, logisch. Ich kriege einen Blick auf das neue Handy-Modell, das demnächst erscheint.

Am Eingang zeige ich den Rabattgutschein aus dem Bus. Die Kassiererin fragt “Drei?”. Wie? Drei? Ja, ja. Paßt schon. Die Finnen bekommen auch Rabatt. Jetzt kapiere ich. Der Eingang zur Höhle ist ein großes überdachtes Loch mit Baum; ein witziger Anblick. Das riesen Ding auf der dünnen Felsdecke. Das Thermometer zeigt 24°C. Mit jedem Schritt die glitschigen Stufen hinunter wird es kälter. Unten in der Höhle werden nur noch 6°C angezeigt. Hier lagert Eis. Es ist ein Fußmarsch von 15 Minuten zur zweiten Höhle; Ice Cave. Das eben war die Lava Cave. Leider ist der Gutscheinbon flöten, aber ich habe die Eintrittskarte von eben und ahne was. Richtig. Ich zeige die Karte und bekomme Rabatt. Der Eingang ist nicht so imposant wie eben und es wird extrem schmal. Nichts für Leute mit Platzangst (oder Konfektionsgröße XL aufwärts). Man sollte jetzt auch nicht daran denken, daß der Fuji ein Vulkan ist und Japan ein stattliches Erdbebengebiet. Auch hier liegt überall (vom Personal sauber gestapeltes) Eis. Es ist glitschig. Ich rutsche weg, kann die Kamera gerade noch retten. Auf einer Seite gibt es eine Tropfsteinhöhle aus Eis.

Danach  geht es mit dem nächsten Bus zurück. Auf halber Strecke steige ich aus. Die Gegend kenne ich von vorhin, Verlaufen ausgeschlossen. Und der Regen hat fast aufgehört. Diese Chance muß man nutzen. Ich laufe an einem Resto vorbei. Milky Way. Das sieht so süß aus, das ich hineingehen muß. Wie erwartet ist es kitschig wie ein Cafe im Anime. Alles ist auf Krampf europäisch: Spitzentischdecke, barocke Kaffeetassen und die Wand dekoriert wie zu Omas Zeiten. Überdosis. Ich bestelle Crepes mit Eis und dazu einen guten Kaffee. Ich werde das Gefühl nicht los, daß ich der erste männliche Gast ohne Freundin im Schlepptau bin.

Weiter geht es, entlang am grünen Ufer, am Hotel vorbei bis zu dieser kleinen Garküche  von 2004. Dann rauf zum Bahnhof. Ich will ein paar Infos sammeln. Ein Stück vom Fuji ist zu sehen. Schnell Fotos. Ich laufe noch ein wenig durch Kawaguchi. Als ich wieder am Hotel eintreffe, ist der gesamte Fuji zu sehen. Es dämmert.

Der Rest des Tages ist Onsen-Time. Um 21:30 werden die Seiten gewechselt. Also eine gute Chance beiden Seiten zu sehen und während des Wechsels zu fotografieren. Diese erste Seite hat 2 große Becken, 1 Whirlpool und 2 Badenzuber extra heiß. Ich genießebis 21 Uhr. Ich bin der letzte Gast. Also Kamera aus dem Spint holen und … zur Rezeption, Erlaubnis einholen. Sicher ist sicher. Ich kriege sie. Nach der Fotosession folgt eine zweite Runde Onsen, bis der Hunger siegt. Auf zum Ramenshop gegenüber vom Hotel. Ich mache das Izakaya-mäßig: bestelle viele Kleinigkeiten und jede nur ein mal. Dazu Bier. Danach geht es zurück ins Onsen. Erst in die Außenbecken und war da nicht noch ein Bad in 5F? Auch nett. Vom Becken aus soll man einen guten Blick auf den Fuji haben; in Japan das Onsen-Klischee schlechthin. Wer keinen Fuji hat, pinselt ihn auf eine Wand. Da das Orginal hier vorhanden ist, fehlt besagte Wand. Da es dunkel ist, fehlt der Fuji. Pech.

大阪 から 富士河口湖 まで

Das wird eine lange Fahrt mit mindestens zwei mal umsteigen. Wieder einmal bleibt keine Zeit für einen Zwischenstop. 2004 waren die Zwischenstops zwar immer etwas hektisch, aber auch immer gut. im Kontrast wirken diese reinen Zugtage so verloren. Mein Gepäck ist zu Ende. Der erste Stop des Tages ist daher die Waschküche. Maschine und Trockner sind unüberwindbare Hindernisse. Ich kann kein einziges Symbol entziffern. Ohne Hilfe des Personals finde ich nicht einmal das Fach für das Waschpulver. Uhnd wenn ich nur die Infos auf der Waschmittelpackung lesen könnte …

Um 12 Uhr geht es zum Bahnhof. Warum lerne ich eigentlich Japanisch? Der Taxifahrer kapiert erst bei “Ooska Train Station, please” wohin ich will. Arghhh. Egal. Nächster Stop ist Shin-Yokohama. “Shin-” (新, das japanische Wort für “neu”) bei Bahnhöfen meint in der Regel den Haltepunkt des Shinkansen. Nicht immer war es möglich, den existierenden Bahnhof an das Shinkansennetz anzuschließen, daher wurde ein neuer Bahnfhof gebaut. Erster Zugwechsel ist in Hachioji. Das ist auf der Karte links von dieser irren lange schnurrgeraden Bahnstrecke, die in Shinjuku startet. Weiter geht es nach Otsuki. Wo auch immer das ist. Diesmal wechsele ich zusätzlich den Bahnbetreiber. Der JR-Pass ist hier ungültig. Der Bahnhof war putzig. Man hatte das Gefühl man steigt in eine Kinderachterbahn eines kitschigen Freizeitparks. Der zug ist zum Glück normal neutral. Die vorletzte Haltestelle (Fujisan) verschlafe ich. Fies ist, daß der Zug hier die Fahrtrichtung wechselt. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell ich hellwach bin. Als ich in Kawaguchiko (vollständiger Name ist Fujikawaguchiko) ankomme, ist es späte Dämmerung. Der Fuji ist in Wolken gehüllt und nicht zu sehen. Gar nicht. Und das bei stattlichen 3700 Höhenmetern (Kawaguchi 700m).

Was für ein Hotel. Roaaarrr. Von außen schon der Hammer schlecht hin. Ein Mann zum Tür öffnen, einer für den Koffer und einer für den Check-in. Allerdings heiße ich “Mobile”, fälschlicherweise ist das Dinner mit drin (4000 en extra), und meine Mastercard wird nicht akzeptiert. Kleinigkeiten. Hoffe ich. Die Visa wird vom System abgelehnt. Ohh. Letzter Notnagel: Amex Blue. Die klappt. Das war wohl wichtigste Argument für drei Kreditkarten. Aber was ich bei der Visa los? (Nachtrag: Visa hatte die Karte gesperrt, da ich in Deutschland kaum Umsätzte gemacht habe, sie aber in Japan im Vergleich dazu exzessiv genutzt habe. Man dachte an einen Mißbrauch der Nummer. Alles ganz nett, aber das Problem habe ich erst zurück in Deutschland lösen können.)

Um 19 Uhr folgt ein kleiner Rundgang durch Kawaguchiko. Das Kaff ist tot, nur noch ein Laden hat geöffnet. Und es ist kalt. 25°C. Gut daß ich einen Pullover mithabe. Habe ich das jetzt wirklich geschrieben? Das noch geöffnete Resto ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Man sitzt quasi in der Küche. Ein Chaos aus Edelstahl, alten Töpfen, Gaskochern und Gasleitungen. Naja. Das Essen ist um so besser. Die Suppe war nicht ganz mein Fall, aber es ist auch schwierig meinen Geschmack zu treffen. Überrascht hat mich der Pfirisch. Riesig und sau lecker. Nicht wie der Kram aus dem Supermarkt in Deutschland.

Abschluß findet der heute Tag im Onsen des Hotels. Die Umkleide wie immer. Viel Holz, die kleinen Körbe, dahinter die Duschen mit diesen Minihockern. Dann geht es durch die Glastür. Die Becken sind draußen. Was für ein Ambiente. Kleine Steinwege, mehrre Badezuber und Becken; dazu Palmen, Bambusdächer und der Nachthimmel. So läßt es sich aushalten. Am liebsten würde ich hier stundenlnag relaxen. Bei den Wassertemperaturen sind es eher 2 Minuten. Ich bin ganz alleine, und so wandel ich zwischen den verschiedenen Becken hin und her. Man muß einfach mal jedes ausprobiert haben.