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Iidabashi

or … what happened else today.

Now it is time to go back to the hotel. The monorail brought me up to Big Sigth, now go further to the terminal station Toyoso. All these island are new. The didn’t exist when I was here last time (2004). Even Big Sight wasn’t built back then. Crazy. 8 years ago this was part of Tokyo bay. Here in Toyoso I have to change into the subway. I asume that this streets were the coastline before. The houses are looking old. But before I start into the subway, I order myself a big bowl of ramen. I only forgot that I am still in uniform. This causes some irritation.

Iidabashi Gallery

Late in the afternoon I start to find the district called Iidabashi. The Lonely Planet mentioned it to be a point of interest in Tokyo. I don’t know why. This place is nothing special. There are two nice shrines here; an old one and a moder one. There are some side alleys. Ok, there are some more. It is like a maze. GPS would really be a benefit. And it is a residental area. Maybe that is what the LP meant by “an old part of Tokyo”. After several turns I am back at the main road, that is a pedestrial area until 6pm. It is the first I spot supermarket and a drugstore in Tokyo.

It is getting dark. Therefore I start towards the Sky tree. Maybe there are some waiting tickets left. Holidays are over and there may be less people. I get one and can pick up my ticket in 90 minutes. That gives me some time to pick up my tripod in the hotel. But again I underestimated the distances and the travel time in Tokyo. I arrive back at the tower a few minutes before my time is over. And in addition I get myself lost in the maze of floors and stairways. Not easy to find 5F. Even worse. They order me into the wrong queue. The first time I have to act like an American to correct it. Otherwise the waiting ticket is void.

Again I have to wait before I can buy the final ticket. 2000 yen. Pricy. And then there is some waiting again; in front of the elevator. There really are many tourists here. The elevator is going up with a speed of 23 miles/hour. This means 1968 ft/min or 3 floors/second.

This is a view. Tokyo at night. And there are no sky scraper or tall buildings around. Therefore it looks even higher. Tokyo is in every direction; up to the horizon. All these lights. There is an area with multi-story apartment buildings that have an access balcony. In front of every door is a light bulb. Are there are many light bulbs. To many to count. Behing each lamp is living at least one person. Wow.

There, between the tall buildings, is the Sumidagawa with all the bridges. The buildings get lower into the opposite direction. I see the curve of the river I only knew from google maps. Then this other river is the Arakawa. And this really long building. is this the building they built as a fire division wall? It is approximately a half mile long.

And then there is this darkness underneath the Sky Tree. The district Musashi is old and basically filled with small business and residential buildings. No skyscraper. Surrounded by the rest of Tokyo, it looks like a black hole. No doubt that the Sky Tree with its 10 story shopping mall will change this area of Tokyo forever.

Sky Tree Gallery

A second elevator brings my up to the 450m level. Another 100m of height. Crazy. Ok, I have to pay another 1000 yen, but is worth the trip. The elevator has a glass roof and the elevator shaft is illuminated. 100m in blue. Futuristic.

And the additional 100m really make a difference. The sightseeing platform is going slightly uphill. This is the helix a saw from below. It looks strange but is a great idea. The walk ends one level higher at an elevator that goes down to 350m. They seperate the ingoing and outgoing stream of people.

On my next trip I will visit again during daylight. I hope there are less people waiting then. And I will bring a polarisation filter to remove the reflex from the windows. I shall I return at night again. All these lights. They have a hypnotic effect on me. I am like a moth in a lamp store.

[Update: This video also shows the shrine from 2010. I was carrying hte Mikoshi. And it shows the area around the Sky Tree and the contrast between this modern high-tech building and the old neighborhood.]

[deutsche Version]

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Yamanote und Chuo

Wer Yamanote sagt, muß auch Chuo sagen. Der berühmte Ring der Yamanote verbindet alle Zentren der Metropolregion Tokyo; wenn man von Chiba und Yokohama absieht. Es ist aber auch eine Weltreise. Von Tokyo Eki nach Shinjuku Eki ist man 30 Minuten unterwegs. Man sollte die die Größe Tokyos und die daraus resultierenden Reisezeiten unterschätzen.

Der Yamanotering ist aber nur die halbe Wahrheit. Es gibt die Chuo-Linie und die Chuo-Sobu-Linie. Beide queren den Yamanotering in Ost-West-Richtung und schneiden ihn in Akihabara/Kanda und Yoyogi/Shinjuku in eine Nord- und eine Südhälft. Ihre Markenfarbe ist Orange bzw. Gelb.

704px-yamanote

Die Chuo startet sie in Tokyo Eki und reicht bis nach Nagoya. Die Chuo-Sobu Line startet auf der anderen Seite der Tokyobucht in Chiba und endet in den westlichen Außenbezirken der Stadt. Ich habe sie 2013 benutzt, um zwei Schreine der Tokyo Jissha zu besuchen. Diese langen nur wenige Stationen östlich des Yamanoterings. Man muß aber aufpassen. Nicht alle Züge der Chuo halten innerhalb des Ringes.

Tokyo und Kanda … 東京, 神田 … hatten wir schon

Ochanomizu … 御茶ノ水 … Diese Station ist ein kleines Bonbon. Von der Brücke, die hier über den Fluß geht, ergeben sich zwei Anblicke. Im Westen sieht man die Hochhäuser von Iidabashi. Im Osten sieht man, wie die Bahngleise über den Fluß gehen und im Häusermeer verschwinden. Es ist ein Anblick wie aus einer Modelleisenbahnlandschaft. Gleich am Bahnhof steht eine russisch-orthodoxe Kirche. Auf der anderen Flußseite stehen der Yushima Seido und der wirklich sehenswerte Kanda Myojin.

Suidobashi … 水道橋 … Im Norden der Station ist der Tokyo Dome, ein Baseball Stadion. Westlich vom Dome ist ein schöner japanischer Garten.

Iidabashi … 飯田橋 … Wer den erwähnten Garten besuchen will, kann auch hier aussteigen. Die Station ist etwas dichter am Eingang. Zudem kreuzen sich hier mehrere Hauptverkehrsstraßen und die Autobahn. Ähnlich wie an der Nihonbashi wird einem an diesem Ort bewußt ,was Tokyo ist: Häuser, Straßen, Chaos und vor allem: groß und 3D. Nur 300m ist der Eingang zum japanischen Garten; Ein Dimensionssprung. In Iidabashi gibt es noch ein paar verwinkelte Nebenstraßen, in den – nach Lonely Planet – das alte Tokyo erfahren werden kann. Ich würde es weiter unten auf meine Liste setzen.

Ichigaya … 市ヶ谷 … Diese Haltestelle kann man überspringen. Sie liegt dummerweise auf der Rückseite des “berüchtigten” Yasukuni-Schrein. Bis zum Eingang sind es 600m

Yotsuya … 四ツ谷 … Verläßt man die Banhstation steht man fast direkt vor dem Eingang zum Asakasa-Palast. Leider ist er für Normalsterbliche zu zugänglich.

Shinanomachi … 信濃町 … Dieser Bahnhof bringt einen zu den Sportanlagen, die für die olympischen Spiele errichtet wurden.

Sendagaya … 千駄ヶ谷 … Der Bahnhof nahe dem Eingang zum Shinjuku Gyoen. Einem der größten Parks in Tokyo. Es ist kein japanischer Garten im eigentlichen Sinn. Dennoch ist der Andrang trotz eine Eintrittsgeldes groß.

Sendagaya

Yoyogi, Shinjuku … 代々木, 新宿 … hatten wir schon

Weit außerhalb von Tokyo (Chuo) …

Die Chuolinie führt duch das Kisotal. Hier stehen alte Orte mit alten Häusern. Ich habe diese Gegend 2012 besucht. Echt eine Reise wert. Blättert mal im Lonely Planet nach dem Stichwort Nakasendo. Die Chuo braucht lange, aber theoretisch kann man in Tokyo einsteigen und einfach mehrere Stunden sitzen bleiben und hierher fahren.

Kiso-FukushimaHier war ich gestrandet, nachdem ich in den falschen Zug eingestiegen bin. Heißt aber auch: Hier kann in den Super-Limited-Express nach Matsumoto umsteigen.

NagisoHier steigt man aus, wenn man in die alten Orte am Nakasendo wandern will.

Weit außerhalb von Tokyo (Sobu) …

Nach Osten  geht es mit der Chuo-Sobu-Line. Kurz außerhalb des Ringes gesellt sich noch die Sobu-Main-Line hinzu. Die zweite STation östliche vom Ring ist Ryogoku. Hier steht die Halle in der die japanischen Sumomeisterschaften ausgetragen werden.

Zwischen den Haltestellen Kinchicho und Kameido liegt der Kameidotenmangu, einer der Tokyo Jissha. Zwei Stationen später überquert man den Arakawa und beginnt die Fahrt auf die andere Seite der Tokyobucht. Für Touristen gibt es hier keine wichten Stops mehr. Man sieht nur noch das Häusermeer von Tokyo. Ichikawa, Narashino, Mihama. Dann erreicht man den Bahnhof in Chiba.

Von Chiba aus kann man weiter nach Süde fahren und die Tokyobucht vollständig umrunden, keine Ahnung wiese man das tun sollte. Oder doch? Es gab da einen Beitrag bei Top Gear. Mal sehen, ob ich den finde. Da war ein netter kleiner Tempel erwähnt.

Alternativ fährt weiter nach Osten. Von Chiba aus fährt ein Zug nach Narita. Allen, die hierher wollen, empfehle ich aber den NEX oder den Keisei-Liner. Die Sobu ist einfach zu lange unterwegs. Von Narita aus fährt der Zug weiter nach Kashima und Katori. Hier stehen zwei berühmte Kriegerschreine. Ich hatte sie 2006 besucht und durch Unwissenheit diese Bahnstrecke genommen. (Man ist das lange her).

Für mich zählen beide Schreine zum erweiterten Pflichtprogramm! Wenn ihr über Narita fliegt, dann plant für eure zweite Reise eine 2 Tage-Stop in Narita ein. Idealerweise am Beginn oder Ende der Reise. Narita selbst hat genug Material für einen 3/4-Tag. Man kann diesen Tag also zur An-/Abreise nach Tokyo benutzen. Am zweiten Tag schafft man von hier aus ganz entspannt die beiden Schreine.

Eine allgemeine Regel: Die meisten Züge, die in Tokyo die U-Bahn oder den Nahverkehr stellen, fahren über die Endhaltestelle weiter ins Umland. Meist nur in die Außenbezirke von Tokyo, andere aber wie die Chuo weit nach Japan hinein. Ich muß bei Gelegenheit mal eine Liste erstellen.

(C) Das Urheberrecht aller Fotos auf dieser Seite liegt bei den Fotografen. Die Fotos auf dieser Seite stehen unter cc-Lizenz und sind Teil der Bilddatenbank von wikipedia.

Pedestrian Deck

Pedestrian decks are everywhere in Tokyo and all over Japan. What the roundabout for England (sometimes nothing more than a white circle in the center of the junction, os the pedestrian deck for Japan. They are simple ones. Just a tiny bridge with stairs on both side of the street. But there are also very complex constructions; melting into train stations and office buildings. They are art work. They cancel the meaning of “ground level”.

There is a practical reason behind it. There are no traffic lights for pedestrians and also crossing a street on traffic light at a junction is sometimes tricky. The green phase is reduced to a minium. Imagine to stop traffic in Tokyo for people to walk across the street. No way. Tokyo is to complex. You have to seperate car traffic and pedestrians.

Iidabashi und Shimbashi

The pedestrian deck in Iidabashi for example is a complete ring, connection all corners of the junction. Additionally there is an express way above the pedestrian deck. It is next to the JR station and like an starter drug. The next level the one between Ginza is Shimbashi. It is a good example for a pedestrian deck that was built after the streets were built. Shimbashi was on of my first impressions of 3D-Tokyo in 2004. My second walk thru the city passed here while I was heading for Nihonbashi.

Shiodome

One of the most complex pedestrian decks is the one in Shiodome. This one is also mentioned in the book “21st century Tokyo – A guide to Contemporary Architecture”. The architecture in Shiodome will get it’s in blog entry. If you visit this area you can arrive by subway or you walk from Hamarikyu Teien. Do the second one. The garden is really amazing. If you leave the north gate you are mostly in front of the pedestrian deck. It is the entrance to a maze of pathways between the buildings of Shiodome. After visiting the garden the stairs are like stairs into a different world.

Osaka, Saporro, …

The pedestrian decks become more than a passage way to the other side of the street. Japan tries to separate pedestrians from the traffic. It even is part of city development. Sooner or later I will return to Gifu and check how the plan was realized. The trains already stop in the upper level. Why not move the pedestrian up too.

deutscher Blogeintrag

Iidabashi

oder was vom Tag übrig blieb …

Von Tokyo Big Sight geht es zurück ins Hotel. Mit der Monorail geht es zuerst nach Toyoso. Das hier sind alles neue Inseln, die 2004 noch nicht da waren. Es ist irre. All das unter mir war vor 8 Jahren noch Teil der Tokyo Bay. Die U-Bahn-Station gab es eventuell schon. Ich vermute diese Gegend war damals die Uferlinie. Die Häuser sehen zumindest älter aus. Bevor ich mit der U-Bahn weiterfahre genehmige ich mir leckers Ramen. Hab nur vergessen, daß ich noch Uniform trage. Naja, es erklärt zumindest die irritierten Blicke.

Iidabashi Gallery

Gegen späten Nachmittag geht es in einen Straßenzug nahe Iidabashi. Er wird vom Lonely Planet angepriesen. Ich habe keine Ahnung wieso. So speziell ist der nicht; Zwei nette Schreine stehen hier; ein sehr alter Schrein und ein von der Optik relativ moderner. Es gibt ein paar verwinkelte Nebenstraßen. Naja, die Straßen sind so vielzahlig und verwinkelt, daß ich den Überblick verliere. GPS wäre hier ein echtes Plus. Zumindest damit hat der LP recht. Nach einigem Zickzack konzentriere ich mich auf die Haauptstraße, die bis 18 Uhr eine Fußgängerzone ist. Zum ersten Mal sehe ich in Tokyo Drogerien und kleine Supermärkte.

Die Dämmerung ist schon weit fortgeschritten. Es geht im Eiltempo zum Sky Tree. Ich bekomme ohne langes Anstehen eine Wartekarte. In 90 Minuten darf ich mir ein Ticket kaufen, wenn es noch welche gibt. Das ist genug Zeit, um das Stativ zu holen. Ich unterschätze die Wege in Tokyo. Ich bin fast zu spät zurück am Sky Tree, was nicht zuletzt daran liegt, daß das Gebäude unter dem Sky Tree total verwinkelt ist und der Eingang im 5F ist. Prompt werde ich in die falsche Warteschlange gestopft und muß kurz den Lauten machen, damit ich überhaupt noch rein komme. Der Deutsche in mir kommt durch.

Noch mal warten und dann darf ich das Ticket kaufen. 2000 yen; happig. Dann muß ich wieder warten, bevor sich die Fahrstuhltüren endlich öffnen und ich einsteigen darf. Was die hier an Gästen durchschleusen ist echt enorm. Mit 36 km/h rauscht der Fahrstuhl auf 350m Höhe. Das sind 600 m/min oder 3 Stockwerke pro Sekunde.

Was für eine Aussicht. Um den Sky Tree herum stehen keine Hochhäuser. Dadurch wirkt das hier noch höher. Der Ausblick ist Irre. Tokyo ist in alle Richtungen. Die ganzen Lichter. Es gibt eine Gegend mit Hochhäusern mit Laubengängen, bei denen vor jeder Haustür eine Lampe hängt. Man kann die ganzen Lichter gar nicht zählen. Und jede Lampe ist eine Wohnung; mindestens ein Japaner. Wow.

Man sieht den Sumidagawa und seine Brücken zwischen den Hochhäusern. In die andere Richtung wird es flacher. Man sieht die Biegung, die ich nur von der Karte kannte. Daher der Arakawa, der andere Fluß. Und da ist auch dieses irre lange Gebäude. Ich habe irgendwo mal gelesen, daß es als Brandmauer in der Stadtplanung dient. Bin mir jetzt aber nicht sicher. Nach googlemaps ist der Komplex über 800m lang. Ein Wohnsilo.

Und dann ist unterhalb des Sky Tree Dunkelheit. Der Stadteil Musashi hat viele ältere Wohnhäuser und kleine Straßen; keine Bürotürme. Im Vergleich zum Rest wirkt es wie ein schwarzes Loch. Kein Zweifel, der Sky Tree und sein 10-stöckiges Shopping- und Resto-Center werden diesen Stadtteil nachhaltig verändern.

Sky Tree Gallery

Ein zweiter Fahrstuhl bringt einen hoch auf 450m; noch einmal 100m mehr. Einfach Irre. Nur, daß einem dafür weitere 1000yen abdrücken darf. Die Decke der Fahrstuhlgondel ist durchsichtig. Kaum sind die Türen geschlossen, wird das Licht gedimmt und der Schacht nach oben beleuchtet. 100m in blau. Futuristisch.

Die 100m machen echt den Unterschied. Der Gang geht leicht bergauf. Das ist also diese komische Schraube, die ich am Turm gesehen habe. Das ist schon pfiffig gemacht. Der Weg endet eine Etage höher und an einem anderem Fahrstuhl, der dann auf dem Weg nach unten auch in einer anderen Etage stoppt, als man gestartet ist. Sie werden die Besucherströme entzerrt.

Ich werde auf der nächsten Reise tagsüber rauf in der Hoffnung, daß der Ansturm abgeebbt ist. Und dann auch mit Polfilter, um die Reflexe der Scheiben zu blocken. Oder noch einmal nachts? Dieses Lichter. Ich bin hypnotisiert wie eine Motte im Lampenladen.

[Nachtrag: Dieses Video zeigt auch den Schrein von 2010, dessen Mikoshi ich getragen habe. Und es zeigt die Umgebung und den Kontrast zwischen dem High-Tech-Gebäude und den alten Häusern drum herum.]

[english version]

Pedestrian Deck

Fußgängerbrücken findet man überall in Tokyo und Japan. England Straßen sind geprägt vom Roundabout, die meist nicht mehr sind als ein weißer Kreis auf der Kreuzung. Japan hat seine Fußgängerbrücken. Sie reichen von einfach Überführungen mit zwei Treppen bis hin zu komplexen Systemen, die mit Bahnhöfen und Gebäuden verschmelzen. Letztere sind nicht zuletzt Kunstwerke, die es schaffen den Begriff von “ebenerdig” aufzuheben.

Daneben haben sie einen rein praktischen Grund. Auf Straßenebene gibt es keine Ampel für Fußgänger. Man will sich auf nicht ausmalen, wie der Verkehr hier kollabiert, wenn die Autofahrer auf Fußgänger achten müssen oder Füßganger eine Ampelphase für sich beanspruchen. Tokyo ist zu kompakt, zu intensiv. Man muß die Ebenen trennen, sonst klappt gar nichts.

Iidabashi und Shimbashi

Die Fußgängerbrücke in Iidabashi ist ein kompletter Ring. Unter dem Ring liegt eine riesige Straßenkreuzung. Über dem Ring liegt ein Expressway. Sie liegt direkt am JR Bahnhof Iidabashi und ist fast wie eine Einstiegsdroge für Brückenfans. Die Brücke zwischen Ginza und Shimbashi ist ein guter Beweis dafür, daß viele Überführungen erst spät in die Straßenplanung eingebaut wurden. Der Expressway war in diesem Fall schneller. Diese Brücke war 2004 einer der wichtigsten Eindrücke von 3D-Tokyo. Mein zweiter Fußmarsch durch Tokyo führte mich an Shimbashi vorbei nach Nihonbashi und über diese Brücke.

Shiodome

Eines der komplexesten Gebilde ist das Pedestrian Deck in Shiodome, das unter anderem in dem Buch “21st century Tokyo – A guide to Contemporary Architecture” erwähnt wird. Die Architektur in Shiodome hat ihren eigenen Blogeintrag. Besucher von Shiodome können sich dieser Gegend auf zwei Arten nähern: Über die U-Bahn (langweilig) oder über Hamarikyu Teien. Der Garten bietet an sich ein einmaliges Erlebnis. Verläßt man ihn am Nordtor steht man von fast direkt vor der Fußgängerbrücke. Sie geht über in ein Labyrint aus Wegen durch Hochhäuser von Shiodome. Die Stufen hinauf sind Stufen in das moderne Tokyo, einer ander Welt.

Osaka, Saporro, …

Die Fußgängerbrücken haben teilweise den Status einer einfachen Überführung hinter sich gelassen. Viele werden bereits geplant, um den Fußgängerverkehr komplett vom Straßenverkehr zu entkoppeln. Sie sind Teil der Städteplanung. Hier die Planung für Gifu. Die Züge fahren bereits in der 2. Ebene. Der Strom der Passagiere soll dann direkt in die Fußgängerbrücke führen und dann auf die Busstationen und die andere Straßenseite verteilen.

english blog entry

Tokyo / Fußmarsch am Tag 1

Bin erstaunlicherweise schon um 7 Uhr wach (0 Uhr MESZ). Keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Das Futon ist nahe dran an meinem Bett zu Hause. Sehr bequem. Schnell japanisch duschen und zum Frühstück. Es wird eine europäisch, japanische Mischung: eingelegtes Gemüse, Misosuppe, Reise, Brötchen, Kaffee und Marmelade von Kraft. Das ist weniger ein Experiment als vielmehr ein Backuplan, falls das japaniche Frühstück nicht mein Fall ist.

Die Wettervorhersage sagt 31 Grad voraus. Die Bewölkung soll in den nächsten Tagen zunehmen. Also ist heute der große Tokyo-Rundgang. Der Plan ist:
Ueno-Park — Nezu Jinja — Shinjuku — Meiji Shrine — Shibuya

Ueno-Park. Hier soll die Reise starten. Ich war gestern schon mit Koffern hier. Zwei riesige Teiche. Der eine komplett zu mit Seerosen, oder sowas. Am Ende steht ein kleiner Tempel. ich sehe auch eine Pagode, aber irgendwie ist ein Zaun im Weg.[Nachtrag: Das hier war gar nicht der Ueno-Park. Das stelle ich aber erst 2006 fest.]

Der erste Tempel. Ich laufe nach Norden durch kleine Gassen. Die Farbe grün kommt nur in kleinen Blumentöpfen vor, die auf dem Gehweg stehen. Die japanische Version eines Vorgartens? Naja, viel Platz ist nicht. Dann der erste Tempel, oder Schrein? Ein alter Holzbau auf einer leeren Fläche. Ein Zaun, dahinter der Spieplatz eines Kindergartens.

Nezu Jinja. Ich habe die Strecke auf der Karte unterschätzt. Aber hier muß ich wohl abbiegen. Japp. Hier ist der Eingang. Wow. Ein Wald in Tokyo. Davor ein rotes Tor. Ich trete ein und vergesse fast sofort, daß ich in einer Millionenmetropole bin. Der Weg führt zwischen Bäumen hindurch auf einen breiteren Weg. Hab wohl den Nebeneingang genommen. Vor mir ein kleiner Shinto-Altar mit Glocke. Links auf einer Anhöhe dutzende kleine Torii in leuchtend rot-orange. Ich gehe durchsie hindurch. Muß den Kopf einziehen. Vorbei an kleine Büschen führt der Weg zu einem Teich. Über die Brücke gelange ich auf einen großen Sandplatz. Hier steht ein großes Mon. Ein Tor mit ausladendem Dach. Dahinter ein weiterer Platz und eine Halle. Alles ist in dunklem rot. Ich bin beeindruckt. Der Reisefüher hat nicht zu viel versprochen.

ToDai. Der Weg führt mich an der Tokyo Universität (TokyoU oder ToDai genannt) vorbei. Das Gelände ist edel. Ein rotes Tor und man steht auf elitärem Boden. Wie in Irland betritt man eine andere Welt. Tokyo ist draußen. Viele Gebäude haben gotische Stilelemente.  Ein riesiger Dojo für Kendo und Karate. Dahinter ein Park mit Teich und einem kleinen Wald. Das alte Audimax, Wahrzeichen der Uni.

Tokyo Dome. Der Weg führt weiter in Richtung Tokyo Dome. Ich sollte mal zu Hause anrufen und sagen, daß alles ok ist. Die öffentlichen Telefone sind wirklich grün. Und ich bin zu blöd, sie zu bedienen. Ich kriege keine Verbindung hin. Merke, daß nicht jedes Telefon für internationale Gespräche ausgelegt ist. Ich brache zudem eine Telefonkarte. Also ab in das Hotel und zu fragen. Ich wollte nur fragen wo man die Karten kriegt und das passende Telefon findet. Beides im Hotel, so die Antwort. Dennoch schaffe ich es nicht über das Freizeichen hinaus. Ich brauche Hilfe; und lerne: 0049 ist nicht unbedingt die richtige Vorwahl für Deutschland. Das hängt von der Telefongesellschaft ab. Oft braucht man eine Spezielle Vorwahl vor der Vorwahl. Dann klappt es doch noch mit dem Anruf. Grüße in die Heimat, wo es jetzt 21 uhr sein dürfte.

Iidabashi. Jetzt die Straße hinunter und dann dem Flußlauf folgen. Und der Hauptstraße entland. Über dem Flußlauf, auf Stelzen, ist die Autobahn. Der Weg wird immer länger. Die Hitze immer schlimmer. Ich passiere das japanische Verteidigungsministerium. Verdammt, dann habe ich den Yasukuni-Schrein verpaßt. Aber ich habe keine Motivation zurück zu laufen. Shinjuku ist das Ziel. Kurz bevor ich da bin stoppe ich noch bei einem Tempel, der rechts in zweiter Reihe liegt. Die Straße geht jetzt etwas bergab. Gut.

Shinjuku. Das Chaos nimmt zu. Ich nähere mich der Bahnstation Shinjuku. Um diesen Bahnhof herum pulsiert Tokyo. Geschäfte, Kneipen, Büros und Verkehr. Alles auf engstem Raum, teilweise übereinander. Hinter dem Bahnhof die Skyline von Shinjuku mit dem markanten Twin Tower. Es ist das höchste Rathaus der Welt. Imposant. Ich steure durch die Hochhäuse, diese Bürotürme, hindurch darauf zu. Die Straße führt unter (!) dem Gebäude durch. Wow. Über mir sind jetzt 50 Stockwerke aus Stahl und Beton. Aber wo ist der Eingang. Die Türme sollen ein Aussichtsplatform haben. Ich stehe auf der Rückseite. Besser. Von hier aus habe ich keine Gegenlicht. Hinter dem breiten Weg ein Park. Haut mich jetzt nicht vom Hocker.

Meiji Jingu. Ich verlaufe mich. Versuche mich am Expressway, der Autobahn auf Stelzen, zu orientieren. Unter ihr hindurch. Hier sollte der Eingang sein. Geschlossen? Wie jetzt? Das Tor ist zu. 16:30 Uhr wird zu gemacht. Sch*** Es ist bereits 17 Uhr. Damit hatte ich nicht gerechnet: Weder daß es so spät ist, noch daß der Schrein so früh geschlossen wird. Ich ärgere mich. Also um den Schrein herum nach Shibuya. Über mir ist der Expressway, die Autobahn. Hier unten stehen Wohnhäuser; nicht nur zweitklassige Mietbunker. Einfamilienhäuser. Sie stehen teilweise unter dem Expressway. Nicht zu fassen.

(Weiter geht es im zweiten Teil … Versprochen, die nachfolgenden Blogs werden kürzer. Aber heute sind so viele Eindrücke auf mich eingebrochen, habe nicht einmal alle verdaut.)