2012_6

Ende einer Reise

Bin seit ein paar Stunden wieder in Deutschland. Schon am Flughafen Scheiße. Man gewöhnt sich sofort daran, daß alle links stehen und man rechts die Rolltreppe hinauf oder hinabgehen kann. Hier steht das Proletenpack in Zweierreihe und man kommt nicht voran. Meine entspannte Laune war sofort im Eimer.

Einziger Lichtblick war der Taxifahrer. Er half mir beim Gepäckeinladen. Da war ich einigermaßen verwirrt. Daß die Türen nicht automatisch aufgehen, war mir ja klar. Aber mit so viel Service habe ich in Deutschland nicht gerechnet. Er sagte mir, daß er neu in dem Job ist. Ich wette, in ein paar Monaten ist der genauso pampig wie alle anderen. Eigentlich schade.

Jetzt beim Kofferauszupacken, stelle ich fest, daß ich doch ein paar Souvenirs zusammengetragen habe. Ganz zu Anfang der Liste stehen Shinai und Bokken von 2010. Die waren ja im Hotel Edoya “zwischengelagert”.

Ich habe auch wieder eine brauchbare Menge an Sake und Shochu durch den Zoll gebracht, ganz legal, keine Angst. Ich habe keine Lust, durch eine Kontrolle die Getränke zu riskieren. Dazu einen Stapel Snacks wie Atarime. Das kriegt man nämlich in Deutschland so gut wie nie. Japanisches Gebäck (Reiskuchen) aus den verschiedenen Stationen gehört auch zum Standardpaket an Mitbringseln. Speziell ist hier ein Paket Soba-Nudeln aus Ainokura.

Ein dankbares Souvenier sind auch Tenugi, diese kleinen Handtücher, die auch Kendokämpfer kennen. Sie sind leicht und fast überall zu bekommen. Aus Shibu Onsen habe ich natürlich das spezielle Stamp Towel mitgebracht.

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2010 habe ich T-Shirts aus Rishiri, Soya Misaki und “Hokkaido” gekauft. Das habe ich dieses mal vergessen. Ich habe dann in Tokyo einfach zwei Fun-Shirts gekauft.

Bei den speziellen Dingen müssen auch die buddhistischen Einkäufe erwähnt werden. Ich bezeichne sie nicht als Souvenier, da sie kein billiges Mitbringsel sind. Genauso speziell sind die Ema der Tokyo Jissha und ein Vorhang für mein Kamidana.

Was ist gestern passiert?
Nichts, deshalb gibt es auch keinen Blogeintrag. Ich bin um 8 Uhr Aufgestanden und um 8:40 mit dem gesamten Geraffel zum Bahnhof und mit dem Keisei Liner zum Flughafen.da ich den Koffer schon gestern gepackt hatte, habe ich die 40 Minuten mit Frühstücken verbracht. Auf dem Teller fand sich eine japanisch-europäische Mischung.

Dort wurde ich von der Sicherheitskontrolle ausgebremst. Shinai und Bokken hatten die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nach meiner Erklärung, daß die Sachen fürs Kendo sind, war alles in Butter. Nach den Blicken der Kontrolleure hätte ich bei einer anderen Antwort wohl Probleme bekommen.

Die Gepäckaufgabe war etwas kniffelig, da der Polizist gerade den Koffer checken wollte, den ich mit Klebeband zusammengebaut hatte. Ich habe 20 Minuten gebraucht, um das Ganze wieder einzutüddeln. Argh. Danach blieb aber genug Zeit, sich in der Flughafenlounge zu erholen. Danach ging es im 10-Stunden-Flug nach Amsterdam. Das Kinoprorgamm war durchwachsen. Bourne 4 und Ted waren neu; hab mir R.E.D und Ice Age 3 noch mal reingezogen.

Der Stop in Amsterdam war eher kurz; 30 min für ein Bier in der Lounge, dann startete auch schon der Anschlußflieger. In Hamburg war der Zoll das letzte Hindernis. 3,5 Liter Sake sind zollfrei, Kendoausrüstung bis 500€ auch. Sehr praktisch. Der letzte Abschnitt war dann der Traveliner und ein Taxi bis vor die Haustür. Ich war heute morgen um 1:30 wieder in den heimischen vier Wänden.

Als erstes habe ich die Heizung angeschmissen. Hatte den Thermostat auf 10 Grad runtergeregelt. Das ist doch ein bischen frisch. Und, verdammt ist das kalt in Deutschland. Nach Thermometer haben wir bummelige 0 Grad. Gefühlt ist es viel kälter als die -8 in Kusatsu. Ich will zurück. Mit den +8 Stunden Jet-Lag bin ich sofort ins Bett gefallen.

Ein erster Fazit: Ich bin mit Japan durch. Schon bei dieser Reise war es schwer, ungekannte Orte und Dinge zu finden. Shirakawago und Kusatsu waren solche Orte. Alle Sehenswürdigkeiten in Tokyo sind abgehakt. Für die nächste Reise muß ich mir was Spezielles einfallen lassen; noch speziellere Orte, ausgefallene Matsuri oder so was.

[english version]

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