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Yamanote

Die Yamanote, oder kurz 山手. Nüchtern betrachtet ist es ein von dutzenden Bahnlinien in Tokyo. Der Ring ist 34,5 km lang und hat 29 Haltepunkte. Eine Rundfahrt dauert etwa 63 Minuten. Sie verbindet die wichtigesten Zentren der Metropolregion: Tokyo, Ikebukero, Shinjuku, Shibuya, Shinbashi. Jeden Tag fahren hier 667 Züge! Täglich nutzen über 4 Millionen Fahrgäste diese Bahnlinie (das schafft nicht einmal die BVG auf allen Strecken zusammen)! Diese Zahlen sind es, die die Yamanote zum Inbegriff von Tokyo machen. Wer Tokyo begreifen will, muß sie mindestens ein Mal in der der Rush Hour benutzt  haben. Ich habe es. Es ist der Wahnsinn.

Jedes Kind in Japan kennt die Yamanote. Ihr helles Grün ist ein Markenzeichen. Es gibt sogar Fanclubs; und einen Song. Den Yamanotesong. Man kann ihn benutzen um alle Stationen auswendig zu lernen (oder als Trinkspiel für Fortgeschrittene). Die Yamanote ist Tokyo. Auch ich bin ein Yamanotefan. In meinem Bilderarchiv schlummern etliche Fotos. Ich glaube, keine Bahnlinie in der Welt wird so häufig fotografiert. Auf Platz 2 kommen dann wohl der Shinkansen.

Die Yamanote offenbart auch eine japanische Eigenheit: Disziplin. Hier spielen sich Szenen ab, die in Deutschland undenkbar sind. Nur Dank dieser Disziplin schafft die Yamanote die Fahrgastzahlen. Innerhalb von 30 Sekunden tauschen ganze Züge mit 16 Waggons ihre Fahrgäste aus. Man kann eine Choreografie bewundern, die mit deutschen Egoismus undenkbar ist.

Auf der Rolltreppe heißt es “Rechts stehen, links gehen”. Wer es eilig hat, hat immer die Chance zum Überholen. Man wartet beim Einsteigen nicht vor der Tür sondern neben der Tür. Alle, die austeigen, gehen bis zur Mitte des Bahnsteiges und biegen erst dort zur Treppe ab. Keiner kommt sich ins Gehege … Nach drei Monaten Deutsche Bahn sage ich euch: Hier? In Deutschland? Undenkbar.

Über die Historie will ich nicht viel verlieren. Ihr findet einen guten Artikel bei wikipedia: wikipedia:Yamanote. Die Frage, die bleibt: Kann man mit der Yamanote die Stadt erkunden? Ja und nein. Ja, man kommt mit der Yamanote dicht an alle wichtigen Attraktionen heran. Nein, man muß trotzdem eine Menge laufen und es gibt bessere Möglichkeiten von A nach B zu kommen.

Aber hier und jetzt geht es um die Yamanote. Theotisch kann man damit eine 65-Minuten Stadtrundfahrt für 130yen bekommen. Man bucht ein Ticket bis zur nächsten Station und bleibt sitzen. Damit ist es die billigste Stadtrundfahrt der Welt. Wer an jeder Station aussteigen will, sollte eine Tageskarte kaufen.

Achtung: Nicht mit der Suica bezahlen, die rechnet jede Fahrt einzelnd ab.
Wichtig: Der JRP ist gültig.

Tokyo … 東京 … Um diesen Bahnhof herum ist das eigentliche Tokyo. Shibuya und Shinjuku sind im Prinzip andere Städte, die aufgrund des enormen Wachstums zu einer großen Stadt verschmolzen sind. Tokyo ist auch der größte Bahnhof in Japan. Mehrere verschachteelte Ebenen von Bahngleisen; nicht einfach sich hierden Durchblick zu wahren. Nur wenigen Fußminuten entfernt ist der Kaiserplast. Ein Muß, wenn man in Tokyo ist. Im Nordwesten liegt etwa 500m entfernt die Brücke Nihonbashi, die den Nullpunkt im japanischen Straßennetz bildet. Einige werden die Brücken aus Animes kennen.

Kanda … 神田 … Diese Station liegt am Westrand des alten Bürobezirkes Nihonbashi. Viel zu sehen gibt es nicht. Obwohl … In Nihonbashi gibt es ein paar Schreine, deren Besuch Glück bringen soll. Die Schreine sind klein, alt, wenig spektakulär und teilweise gut versteckt. Es Besuch lohnt sich dennoch. Zumal sich in der Mittagszeit die Straßen urplötzlich mit Büroangestellen füllen. Gleichzeitig tauchen überall mobile Stände mit Essen auf.

Tokyo und Kanda

Akihabara … 秋葉原 … Electronic Town. Hier bekommt man alles, was mit Strom läuft. Von Haushaltsgeräten über Stereoanlagen hin zu Computern und Mobiles; einfach alles. Dazu gesellen sich die Otakus und Mangafans. Den Shops, die keine Elektronik verkaufen, haben sich auf Manga und Anime spezilisiert. Manga-Fans werden als A-Boys oder Aikiba-kei bezeichnet. Dieser Stadtteil ist schräg, bunt, laut, quirlig. Von hier aus gelangt man auch zum Kanda Myojin, einem der Schreine des Tokyo Jissha. Ihm gegenüber ist der Yushima Seido. Auch die Bahnstation Ochanomizu, wo eine russisch orthodoxe Kirche steht, ist nicht weit weg.

Okachinachi … 御徒町 … Ein eher kleiner Haltepunkt. Hier beginnt eine quirlige, schmale Einkaufsstraße Ameyayokocho, die am Bahnhof Ueno endet. Auch das ist Tokyo. Witzig genug. Diese Einkaufstraße wird sogar ein Reiseführern erwähnt.

Akihabara, Okachimachi und Ueno

Ueno … 上野 … Ein wichtiger Bahnhof. Hier starten die Shinkansen nach Norden (es gibt JR East und JR West). Hier stoppt der Keisei-Liner, der Tokyo mit dem Flughafen Narita verbindet.  Für Touristen gibt hier den Ueno Park mit vielen Museen wie z.B. das Nationalmuseum. Auch einige Tempel wie der Kiyomizu Kannon, und Schreine sind hier. Die Statue Samurai mit Hund wird gerne in Manga zitiert, um auf Ueno zu verweisen. Gleich um die Ecke sind der Yushina Tenmangu und ein altes Herrenhaus im westlichen Stil. Die toursitischen Highlights Nezu Jinja und den Tempel in Asakusa muß man umsteigen. Die sind zu Fuß dann doch etwas weiter weg.

Uguisudani, Nippori, Nishinippori, Tabata … 鶯谷, 日暮里, 西日暮里, 田端 … Diese Orte zwischen Ueno und Ikebukero sagen einem nichts. Die Übersetzung erinnert an vergangene Zeiten, also Edo ein Fischerdorf war: Nachtigallental, Sonnenuntergangsdorf, Reisfeldrain. Die Wohnhäuser sind so dicht an die Schienen gebaut, daß man den Bewohnern auf den Eßtisch spucken könnte. Uguisudani ist am Nordende des Uenoparks.

Uguisudani, Nippori, Nishinippori und Tabata

Komagome … 駒込  … Auch dieser Name erinnert an alte Zeiten.Wir sind hier in Yamanote, der Oberstadt. Läuft man durch die Straßen, sieht man ein völlig anderes Tokyo als in Shinjuku oder Kanda. DieUnterstadt, Shitamachi, war für die kleinen Leute, in Yamanote wohnte der Adel. Der japanische Garten Rikugien ist in fußläufiger Entfernung; ebenso der Kyu-Furukawa-Garten. Da sie die einzige Attraktion hier sind, würde ich bei einem begrenzten Zeitfenster andere Parks vorziehen. Rikugien ist aber sicherlich etwas für eine zweite oder dritte Reise nach Tokyo.

Sugamo, Otsuka … 巣鴨, 大塚 … Zwei Haltepunkte im Häusermeer von Tokyo. Auf dem Ring bilden sie die nördlichsten Punkte. Zur Erinnerung: Der Yamanotering entstand aus der Verbindung zweier wichtiger Nord-Süd-Achsen. Die östliche Achse haben wir bereits in Tabata verlassen und uns dort vom Shinkansen verabschiedet. An der nächsten Station, Ikebukuro, erreichen wir die westliche Achse und es geht südwärts.

Ikebukuro … 池袋 … ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, aber für Touristen ohne weitere Bedeutung. Zum Shopping gibt es Shinshine City. Ein 60-stöckigier Komplex mit Shopping Mall. Das berühmte chinesische Restaurant HeiShinRo hat hier eine Filiale.Sunshine City steht auf dem Areal des ehemaligen Sugama-Gefängnisses, in dem die Klasse-A-Kriegsverbrecher inhaftiert warren. Für Mangafans gibt es hier ein Areal, das Akihabara nicht unähnlich ist. Allerdings ist es mit seinen Butler-Cafes eher etwas für Frauen und Schwule. Also Vorsicht. Ein Besuch lohnt sich, aber alleFlirtverscueh danach könnten mit dem falschen Ergebnis enden.

Komagome, Suganmo, Otsuka und Ikebukuro

Mejiro … 目白 … Wer nicht zur Gakushuin Unviversität will, kann sitzen bleiben.

Takadanobaba … 高田馬場 … Nahe am Bahnhof gibt es ein Areal, daß Korea-Town genannt wird. Hier bekommt man sehr gutes koreanisches Essen. Hot Pot. Zum Beispiel. Aber Vorsicht. Wenn die scharf auf die Karte schreiben, dann meinen die das auch. Ein weitere Sehenswürdigkeit ist die Waseda-Universität; ganz netter Campus. Der Wasedafluß fließt hinter dem Campus. Es ist der gleiche Fluß, den auch die Yamanote kurz vor dem Bahnhof gekreuzt hat. Er ist ein Geheimtip während der Kirschblüte. Der Fluß ist zwar ein ein Betonbett gepreßt, aber zu beiden Seiten stehen auf etwa 600m Kirschbäume.

Mejiro und Takadanobaba

Shin-Ōkubo … 新大久保 … Wieder so ein Haltepunkt, an dem man sitzen bleiben kann.

Shinjuku … 新宿 … Das “neue” Zentrum von Tokyo. In den 90ern wurde hier wild gebaut. Im Wolkenkratzerareal stehen beeindruckende Bauten. Es ist der Finanzbezirk. Nachts ist hier nicht viel los. Einzig sehenswert ist das Rathaus. Der Entwurf von Kenzo Tange ist das höchste Rathaus der Welt. Der Bau wirkt gothisch und imposant. Eine Kathedrale der modernen Welt. Das Nachtleben spielt sich im Bezirk Kabukicho ab. Man kann grob sagen: Die Jugend trifft sich in Shibuya, die Erwachsenen in Kabukicho. Es ist etwas verruchter. Mehr Rotlicht, mehr Hostessenbars.

Shinjuku sollte man sich auch als einen der wichtigesten Bahnhöfe merken. Von hier fahren Züge nach Nikko und Kawagoe. Es fahren Busse zum Fuji und in die Berge nach Kuatsu Onsen. Die Chuo-Line führt von hier ins Kisotal, an den Nakasendo und sogar bis Nagoya. Denkt daran. Die Yamanote verbindet zwei Nord-Süd-Achse. Tokyo und Ueno liegen an der östlichen. Hier merke man sich Shinkansen, Kamakura, Yokohama, Airport. Shinjuku liegt an der westlichen. Hier merke man sich Nikko, Fuji, Kusatsu Onsen und Kisodani.

Shin-Okubo und Shinjuku

Yoyogi (代々木) … Die Station wird gerne übersehen. Sie liegt nur 300m enfernt von Shinjuku. Von hier aus gelangt man schnell zum Nordeingang eines Parks, der zum Meiji Jinja gehört. Theoretisch kann man hier austeigen, den Schrein besuchen und an der nächsten Station weiterfahren.

Harajuku … 原宿 … Hier aussteigen für den Meiji-Shrine, Cosplay-Bride, Yoyogi-Park und die Omotesando. Letzteres ist die Tokyo-Version der Champs-Élysées. Teure Klamotten und Cafes. Die Straße läuft der Ginza momentan den Rang ab. Nur eine Kurve entfernt ist das Epizentrum von Klamotten für die japanische Jugend, die Einkaufsstraße Takeshitadori. Cosplay-Bridge erklärt sich fast von selbst. Die Brücke wird immer sonntags zum Treffpunk von Goths, and Cosplayern und (Cyper)punks. Am Sonntag geht es im sonst beschaulichen Yoyogipark weiter. Ich nenne ihn gerne Venice Beach von Tokyo. Hier treffen sich die schrägsten Gestalten. Rockabillies, Petty Coater, Trommler, Capoera-Kämpfer und etliche Jungedbands inklusive Instrumenten. Fast schon beschaulich ist dagegen der Meiji-Schrein. Für Architekten gibt es ein paar Leckerbissen in der Omotesando und natürlich die Sportanlagen von Olympia. Ganz am Rande: Harajuku Eki ist das ältestes noch im Betrieb befindliche Bahnhofsgebäude in Tokyo. Der Holzbau stammt aus dem Jahre 1925.

Yoyogi und Harajuku

Shibuya … 渋谷 … Die Partymeile. Die Kreuzung kennt jeder. Die beiden großen Bildschirme. Es ist der Inbegriff vom modernen Tokyo. Keine Kinofilm ohne eine Referenz auf dieses Viertel. In Fast & Furious III führt ein Rennen über diese Kreuzung. Und ja, teilweise ist es fast wie im Film. Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Dafür Nachtleben. Ich sage nur “Love Hotel Hill” … Ach ja, am Bahnhof steht eine Statue, die einem Hund gewidmet ist. Er ist täglich mit seinem Herrchen zum Bahnhof gelaufen, der von hier zur Arbiet fuhr. Pünktlich zu Feierabend war der Hund allein zurück am Bahnhof und hat sein Herrchen abgeholt. Die Statue zu Ehren dieser treuen Seele ist heute ein Treffpunkt für Jungendliche. Hier wartet man, mit dieser Treue des Hundes auf seinen Freund, seine Freundin.

Ebisu … 恵比寿 … Dieser Haltepunkt wurde nach der Brauerei benannt. Das Bier gehört zu den großen 4 in Japan (die anderen sind Asahi, Kirin und Sapporo), ist aber etwas teurer. Die Brauerei ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Aber es gibt hier ein kleines Museum. Nichts für die erste Reise nach Tokyo, aber definitiv etwas, wenn das Pflichtprogramm absolviert ist.

Shibuya und Ebisu

Meguro, Gotanda, Ōsaki… 目黒, 五反田, 大崎 … passiert man einfach. Hier ist nur ein weiterer Abschnitt von Tokyo mit Häusern, Straßen und viel Chaos. Einzig für das Yamanotelied sind die Namen wichtig. So kurz vor dem Ende läßt die Konzentration nach.

Meguro, Gotanda und Ōsaki

Shinagawa … 品川 … Ein imposanter Bahnhof. Er ist zudem die südlichste Shinkansenstation in Tokyo. Wir sind also zurück auf der östlichen Nord-Süd-Achse. Aber Vorsicht. Nicht jeder Shinkansen stoppt hier. In gerade noch für einen Fußmarsch akzeptabler Entfernung liegt der Sengakuji. Hier befinden sich die Gräber der 47 Ronin, gehört wegen seiner Lage aber nicht zum Pflichtprogramm der ersten Reise.

Tamachi … 田町 … Kann man überspringen. Diese Station bringt einen nach Shibaura. Interessant ist hier höchstens der Anblick der Hochhäuser, die bis an die Wasserkante der vielen Kanäle reichen. Ach ja, wer sich die Auffahrrampe der Rainbow Bridge anschauen möchte, kann hier austeigen. Es sind aber knapp 800m Fußmarsch. Einmal an der Brücke angekommen, kann man die Chance nutzen, sie zu Fuß zu überqueren. Es gibt auf beiden Seiten einen schmalen Fußweg. Ich würde den nördlichen nehmen. Alles Land, was man dort erblickt, gab es vor 50 Jahren noch nicht.

Shinagawa und Tamachi

Hamamatsuchō … 浜松町 … Hier wird es wieder spannend für Touristen. Gleich am Bahnhof steht ein Menneken Piss. Von hier startet die Monorail zum Flughafen Haneda. Von der Fußgängerbrücke im Osten hat man einen Blick auf den japanischen Garten Kyu Shiba Rikyu Teien. Der Eingang ist in der Nähe des Nordausgangs. Der Garten gehört für mich zu den Highlights in Tokyo. Selten ist das alte Tokyo so dicht am modernen Tokyo. Man sitzt an einem Teich. Ein Karpfen springt und im Hintergrund rauscht der Shinkansen vorbei. 300m westlich vom Bahnhof befindet sich der Tempel Zojoji. Einer der beiden großen buddhistischen Tempel in Toyko (der andere stehe in Asakusa). Gleich hinter dem Tempel steht der Tokyo Tower. Er ist das Wahrzeichen des alten Tokyo. Das neue Highlight ist definitiv der Sky Tree. Dennoch, ohne einen Besuch am Tokyo Tower war man nicht in Tokyo.

Shimbashi … 新橋 … Hier startet die Yurikamome, die einen über die Rainbow-Bridge nach Odaiba bringt. Es war in den 90ern das ambitionierteste Landgewinnungsprojekt. Wer regelmäßig nach Japan fährt, sollte hier vorbeischauen. Es ist unglaublich wie diese Stadt jedes Jahr weiter in die Tokyo Bay wächst. Von Shimbashi ist es ein Katzensprung nach Shiodome mit seinen Wolkenkratzern. Wohnungen, Hotels, Restaurants und Geschäfte. Unter der Autobahn hindurch gelangt man zum Hamarikyu Teien. Für mich einer der schönsten japanischen Gärten in Tokyo und definitiv Teil des Pflichtprogrammes.

Yūrakuchō … 有楽町 … Die letzte Station bevor wir wieder in Tokyo sind. Bis Tokyo sind es nicht einmal 400m. Interessant ist dieser Bahnhof für Architekturfans (mehr dazu in einem anderen Post) und für Leute, die sich das Chaos von Tokyo Eki ersparen wollen. Etwa 200m östlich, trifft man mittig auf die berühmte Shoppingstraße Ginza mit ihren Läden von Prada, Gucci und Rolex. Im Westen liegt der Hibiyakoen, der aus meiner Sicht nicht zu den Highlights zählt. Die Ginza ist am Sonntag für den Autoverkehr gesperrt und eine 8-spurige Flanniermeile. Die Geschäfte haben geöffnet.

Hamamatsucho, Shimbashi und Yurakucho

Tokyo … 東京 … Wir sind zurück.

Um die Liste zu komplettieren … Folgende Attraktionen sind etwas zu weit weg von der Yamanote, dennoch gehören sie zum Pflichtprogramm: der Tempel in Asakusa, eine Flußfahrt auf dem Sumidagawa, der Sky Tree, Roppongi Hill (Nachtleben, moderne Städteplanung und die Aussichtsplatform des Mori Tower), der Hiejinja und Nezu Jinja.

Die Yamanote hat ferner den Vorteil, daß nahezu an jedem Haltepunkt eine U-Bahn-Linie kreuzt.

Auch der Park Shinjuku Gyoen, die olympischen Sportanlagen und der japanische Garten in Iidabashi liegen nicht an der Yamanote. Hier bietet sich die Chuo an (nächster Blog).

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Pedestrian Deck

Pedestrian decks are everywhere in Tokyo and all over Japan. What the roundabout for England (sometimes nothing more than a white circle in the center of the junction, os the pedestrian deck for Japan. They are simple ones. Just a tiny bridge with stairs on both side of the street. But there are also very complex constructions; melting into train stations and office buildings. They are art work. They cancel the meaning of “ground level”.

There is a practical reason behind it. There are no traffic lights for pedestrians and also crossing a street on traffic light at a junction is sometimes tricky. The green phase is reduced to a minium. Imagine to stop traffic in Tokyo for people to walk across the street. No way. Tokyo is to complex. You have to seperate car traffic and pedestrians.

Iidabashi und Shimbashi

The pedestrian deck in Iidabashi for example is a complete ring, connection all corners of the junction. Additionally there is an express way above the pedestrian deck. It is next to the JR station and like an starter drug. The next level the one between Ginza is Shimbashi. It is a good example for a pedestrian deck that was built after the streets were built. Shimbashi was on of my first impressions of 3D-Tokyo in 2004. My second walk thru the city passed here while I was heading for Nihonbashi.

Shiodome

One of the most complex pedestrian decks is the one in Shiodome. This one is also mentioned in the book “21st century Tokyo – A guide to Contemporary Architecture”. The architecture in Shiodome will get it’s in blog entry. If you visit this area you can arrive by subway or you walk from Hamarikyu Teien. Do the second one. The garden is really amazing. If you leave the north gate you are mostly in front of the pedestrian deck. It is the entrance to a maze of pathways between the buildings of Shiodome. After visiting the garden the stairs are like stairs into a different world.

Osaka, Saporro, …

The pedestrian decks become more than a passage way to the other side of the street. Japan tries to separate pedestrians from the traffic. It even is part of city development. Sooner or later I will return to Gifu and check how the plan was realized. The trains already stop in the upper level. Why not move the pedestrian up too.

deutscher Blogeintrag

Pedestrian Deck

Fußgängerbrücken findet man überall in Tokyo und Japan. England Straßen sind geprägt vom Roundabout, die meist nicht mehr sind als ein weißer Kreis auf der Kreuzung. Japan hat seine Fußgängerbrücken. Sie reichen von einfach Überführungen mit zwei Treppen bis hin zu komplexen Systemen, die mit Bahnhöfen und Gebäuden verschmelzen. Letztere sind nicht zuletzt Kunstwerke, die es schaffen den Begriff von “ebenerdig” aufzuheben.

Daneben haben sie einen rein praktischen Grund. Auf Straßenebene gibt es keine Ampel für Fußgänger. Man will sich auf nicht ausmalen, wie der Verkehr hier kollabiert, wenn die Autofahrer auf Fußgänger achten müssen oder Füßganger eine Ampelphase für sich beanspruchen. Tokyo ist zu kompakt, zu intensiv. Man muß die Ebenen trennen, sonst klappt gar nichts.

Iidabashi und Shimbashi

Die Fußgängerbrücke in Iidabashi ist ein kompletter Ring. Unter dem Ring liegt eine riesige Straßenkreuzung. Über dem Ring liegt ein Expressway. Sie liegt direkt am JR Bahnhof Iidabashi und ist fast wie eine Einstiegsdroge für Brückenfans. Die Brücke zwischen Ginza und Shimbashi ist ein guter Beweis dafür, daß viele Überführungen erst spät in die Straßenplanung eingebaut wurden. Der Expressway war in diesem Fall schneller. Diese Brücke war 2004 einer der wichtigsten Eindrücke von 3D-Tokyo. Mein zweiter Fußmarsch durch Tokyo führte mich an Shimbashi vorbei nach Nihonbashi und über diese Brücke.

Shiodome

Eines der komplexesten Gebilde ist das Pedestrian Deck in Shiodome, das unter anderem in dem Buch “21st century Tokyo – A guide to Contemporary Architecture” erwähnt wird. Die Architektur in Shiodome hat ihren eigenen Blogeintrag. Besucher von Shiodome können sich dieser Gegend auf zwei Arten nähern: Über die U-Bahn (langweilig) oder über Hamarikyu Teien. Der Garten bietet an sich ein einmaliges Erlebnis. Verläßt man ihn am Nordtor steht man von fast direkt vor der Fußgängerbrücke. Sie geht über in ein Labyrint aus Wegen durch Hochhäuser von Shiodome. Die Stufen hinauf sind Stufen in das moderne Tokyo, einer ander Welt.

Osaka, Saporro, …

Die Fußgängerbrücken haben teilweise den Status einer einfachen Überführung hinter sich gelassen. Viele werden bereits geplant, um den Fußgängerverkehr komplett vom Straßenverkehr zu entkoppeln. Sie sind Teil der Städteplanung. Hier die Planung für Gifu. Die Züge fahren bereits in der 2. Ebene. Der Strom der Passagiere soll dann direkt in die Fußgängerbrücke führen und dann auf die Busstationen und die andere Straßenseite verteilen.

english blog entry

moderne Architektur – Shiodome

Tokyo hat viele Zentren. Shinjuku und Shibuya sind allen bekannt; weniger hingegen Shiodome. Ein kleiner Fleck unterhalb der Ginza. Alle Touristen sollten sich diesen Ort merken. Gleich neben Shiodome liegt der Hamarikyu Teien, einer der schönsten Gärten Tokyos, hier ist der berühmte Fischemarkt, hier startet die Bahnlinie ihre Fahrt über die Rainbow Bridge nach Odaiba. Und hier in Shiodome realisiert man, daß Tokyo 3D ist.

Shiodome ist urbane Architektur und moderne Stadtentwicklung. Shiodome ist der Ort, wo der Begriff Erdgeschoß nicht existiert, die Anwesenheit von Bäumen nicht unbedingt beweist, daß man sich auf der Erdoberfläche, darüber oder darunter befindet. Das 2-dimensionale Denken eines Fußgängers ist aufgehoben. Der Begriff existiert nicht mehr. Shiodome ist der Beginn von Science Fiction, in der Städte in Höhe wachsen, nicht in die Breite, in der die Funktionen einer Stadt (Transport, Arbeit, Wohnen, Freizeit) übereinander liegen, nicht nebeneinander. Das Ende dieser Entwicklung wären Städte wie in “Das fünfte Element”

Nippon Television Headquarter
Rogers Stirk Harbours + Partner, 2003

Es war die Antwort auf Fuji’s Headquarter in Odaiba. Das Gebäude mit seinen 200m ist wie viele Gebäude in Tokyo in zwei Funktionsblöcke geteilt: unten die Studios, oben Büros. Die beiden Ebenen sind leicht zu unterscheiden. Die Optik des Gebäudes wird dominiert durch die sichtbaren Stahlträger in den vier Ecken. Sie sind keine Verzierung, sonder Teil der Gebäudestruktur. Der Rest ist Glas. Die Außenstruktur ist ein Überbleibsel aus der Entwurfsphase eines Gebäudes mit einem kompletten Exoskelett.

Nippon Television Headquarters and Dentsu Head Office

Dentsu Head Office
Ateliers Jean Nouvel, 2002

Auch dieses Gebäude fällt auf. Von der einen Seite bauchig wie ein Schiffsrumpf auf der anderer Seite dafür Spitz zulaufend wie eine Klinge. Das 48-stöckige Gebäude verzichtet auf Stilelemente, sein Grußriß ist ihm Aussagekraft genug. Die Reflektivität der Glasfront wurde sorgsam gewählt; die Transparenz der Fenster und auf die opaquen Zwischenelemente abgestimmt.

Zu beachten ist der Lichtverlauf an der Spitze. Es war ein Zufall, daß ich den Lichteffekt auf den Bild festhalten konnte. Hier an der Spitze, wo die die schärfsten Winkel im Gebäude zusammentreffen, ändern Verkleidungssegmente ihre Reflektivität und lassen die Spitze mit dem Himmel verschmelzen.

Relikt der Vergangenheit

Und wenn man ganz genau hinschaut, an den Glasfassaden und Stahlträger vorbei, dann erblickt man ein Gebäude, das ich zumindest mit einem Foto erwähnen will, weil es einfach so weit aus dem Rahmen fällt. Es ist wie ein Relikt aus vergangenen Tagen.

Zwei Relikte der Vergangenheit

Capsule Apartments

Dieser Bau, der demnächst (Stand 2011) abgerissen werden soll, ist ein Zeuge aus der frühen Zeit von Tokyos Wachstum. Es war der Versuch der Modularisierung der Stadt; sie organisch werden zu lassen. Das Konzept: An einen zentralen Tower werden Wohnmodule angekopplt. Nach bedarf werden Module hinzugefügt oder entfernt. Das Gebäude paßt sich an. Das Nakagin ist ein Hotel, dessen Bullaugen befremdlich wirken. Es wirkt wie ein Blick in eine beklemmende Zukunft urbanen Wohnens, ist jedoch ein Rückblick in die Vergangenheit, die eine Zukunft formen wollte, die nie entstanden ist.

weitere Skyscraper in Shiodome

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