Reiseführer – Hokkaido

Die Insel stufe ich als “kann” ein. Sehenswürdigkeiten gibt es kaum (die einzig lohneswerten Schrein gibt es in Sapporo), dafür umsomehr Landschaft. Wandern kann man an jeder Ecke. Grüne Wiesen und Berge, steile Klippen und Küstenlinien, bizarre von Vulkanen geformte Landschaften, Berge. Ich empfehle die Insel für alle, die viel Natur und wenig Japaner haben wollen. Denn wenn diese Insel eines ist, dann “dünn besiedelt”. Gerechnet auf die Fläche hat Hokkaido nur 1/40 der Einwohner von Tokyo. 6 Millionen leben hier, 33% davon in Sapporo.´Hier die Zusammenfassung:

  • Orte, die man besuchen MUSS: Hakodate
  • Orte, die man besuchen KANN: Sapporo, Toya (Tagesausflug)
  • Orte zum Wandern: Rebun Island, Daisetsusan-Gebirge
  • Orte, die man überspringen kann: Wakkanai, Soyamisaki, Otaru, Yoichi, Sounkyo, Asahikawa

Wie für alle meine Reiseführer gilt: Ich erwähne nur Orte, an denen ich war. Hokkaido hat mehr zu bieten. Auch sind meine Tips rein subjektiv. Ich kann nicht für andere sprechen. Ich schreibe, was mir gefallen hat, welchen Ort ich ein zweites Mal besuchen würde.

JR Trains Hokkaido


Sapporo — KANN, 1 Tag

Sapporo hat nicht viel. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten schafft man an einem Tag: Clock Tower und der Hokkaidojinja sind Pflichtprogramm. Ergänzen kann man das Programm mit dem botanischen Garten, dem Fischmarkt und dem Park beim Sapporo Tower. Abends empfehle ich den T38 am Bahnhof mit Blick auf Sapporo. Für Sapporo spricht nur die zentrale Lage im Netzwerk der Japan Rail Hokkaido.

Die Erreichbarkeit ab Honschu ist am Besten mit dem Flugzeit. In den nächsten Jahren wird ein Shinkansen ab Tokyo fahren. Die Fahrzeit wird dann auf wenige Stunden reduziert. Noch heißt es Umsteigen oder den Ltd.Express nehmen, der über 10 Stunden benötigt. Man kann die Fahrzeit mit dem Hokutosei oder Cassopeia in die Nacht verlegen. Das rettet einen Tag und die Kosten rechnen sich mit dem nicht benötigten Hotelzimmer gegen.

[Achtung: ich habe diese Zeilen 2010 geschrieben. Prüft bitte, ob die Verbindungen noch so existieren. Nach dem Erdbeben im März 2011 waren die Bahnlinien für Monate unterbrochen. Ich weiß nicht, ob Hokutosei und Cassiopeia noch/wieder fahren.] [mehr …]


Otaru und Yoichi — muss nicht, 1 Tag

Die Orte lassen sich gut als Tagesreise am Sapporo organisieren. Otaru ist ein kleiner Ort mit eine netten Shoppingstraße am Wasser, wo auch Lagerhäuser stehen, die kurz nach der Öffnung Japans gebaut wurden. Spektakulär ist nichts davon. Otaru hat eine kleine Brauerei mit einem Braukessel aus Bamburg. Vorsicht: Bayern-Überdosis.

In Yoichi steht die Nikka-Destillery. Man kann das Gelände besichtigen, allerdings nicht den laufenden Prozeß wie in Schottland. Hierfür empfehle ich eine Schottlandreise (Bilder von meiner Tour findet ihr unter dem Menüpunkt “Off Topic”). Hier geht die Reise durch ein Areal, daß nicht mehr für die Produktion genutzt wird. Fazit: Langweilig. Beide Orte sollte man sich nur merken, wenn man hier Winterurlaub machen wil. [mehr …]


Hakodate — MUSS, 1 Tag

Wer auf Hokkaido übernachtet und auf Sapporo verzichten kann, dem empfehle ich Hakodate. Mir hat es hier besser gefallen als in Sapporo und das lag nicht nur am Wetter.

Der Bahnhof liegt ziemlich zentral zwischen beiden touristischen Schwerpunkten: der alten Festungsanlage Goryōkaku und dem Altstadtgebiet Motohakodate. Von der Festungs stehen nur noch teile der Grundmauern. Wenn die Zeit da ist, sollte man die Anlage besichtigen, ein Muß ist das aber nicht. Priorität sollte Motohakodate sein. Hier treffen sich Japan und (das viktorianische) England. Es gibt Kirchen und alte Gouveneurshäuser. Daneben alte japanische Häuser. Die steilen schmalen Straßen (Slopes) erinnern an San Francisco. Vom Berg Hakodate hat man eine gute Aussicht auf die Stadt. Der Kontrast bei Nacht zwischen dem Wasser und der erleuchteten Stadt ist einmalig.

Die Anfahrt ist wie nach Sapporo. Mit dem Shinkansen wird alles schneller. Bis dahin bleibt Umsteigen, der Nachtzug oder das Flugzeug. Bei letzterem ist zu Bedenken, daß der Flughafen Chitose bei Sapporo liegt. Der Zug braucht etwa 3 Stunden. [mehr …]


Wakkanai (und Soya Misaki) — muss nicht, 1/2 Tag

Der Ort sollte nur Durchreisepunkt dienen, wenn man nach Rebun oder Rishiri will. Sonst hat Wakkanai nichts, was die 6-stündige Anreise mit dem Zug ab Sapporo rechtfertigt. Einzige Attraktion ist der Park und der Aussichtsturm. Aber ein Kracher ist das nicht.

Ich habe in Wakkanai nur übernachtet, da die Zugfahrt ab Sapporo mehrere Stunden dauert und nur drei Züge am Tag fahren. Hätte ich den ersten Zug verpaßt, wäre die Fähre weg gewesen. Wakkanai stand folglich nur in der Liste, weil ich paranoid bin. Wer meinem Beispiel folgt, kann am Ankuftstag Wakkanai erkunden und am Tag der Weiterreise einen Trip nach Soya Misaki (dem nördlichsten Punkt Japans) versuchen. [mehr …]


Rebun und Rishiri

Das schwierigste an Rebun und Rishiri ist die Anreise. Es fahren am Tag nur drei Züge nach Wakkanai und die Fahrzeit ab Sapporo sind 6 Stunden.Dazu kommt die Fahrzeit mit der Heart Land Ferry. Weitere Infos habe ich auf der nachfolgenden Seite gelistet: Anreise nach Wakkanai, Rishiri und Rebun.

Wenn ihr Rebun und Rishiri besuchen wollt, gibt es nur wenige Optionen: Entweder ihr bucht Hotels auf beiden Inseln oder reduziert den Besuch auf einer Insel auf wenige Stunden. In diesem Fall müßt ihr entscheiden, was euch wichtiger ist: Wandern auf Rebun oder Bergwandern auf Rishiri. Die Fährverbindung zwischen den Inseln erlauben nur einen Aufenthalt von wenigen  Stunden.

Vorschlag: 5 Tage für Wakkanai, Rebun und Rishiri. Plant den Zug am Tag 1 so, daß ihr am gleichen Tag die Fähre kriegt. Tag 2 (und 3) für Rebun zum Wandern. Tag 4 ein Tagesausflug nach Rishiri. Am 5. Tag Abreise mit kurzem Aufenthalt in Wakkanai. Soyamiskai ist dann aber nicht machbar.


Rishiri — muss nicht, 1 Tag

Es gibt eine Busrundreise, die auf die Fahrzeiten der Fähre getaktet ist. Das reicht völlig für den Crashkurs. Ohne Bus braucht man ein Fahrrad und gute Kondition. Es gibt zwei Orte, die man auf jeden Fall sehen sollte: das sind beiden Seen. Hier sollte man mehr Zeit verbringen als einem der Bus bietet. Der Rest ist nicht wirklich der Burner und braucht nicht besichtigt zu werden. Extremwanderern bleibt Mt. Rishiri. Der Fuji von Hokkaido. Die Form ist ähnlich. 1700 Höhenmeter sprechen für sich. Die Strecke zum Gipfel ist an einem Tag nicht zu schaffen. Mehr Infos kann ich nicht bieten. [mehr …]


Rebun — KANN (MUSS für Wanderwütige), 1-2 Tage

Rebun ist zum Wandern da. Im Frühjahr, wenn die Wildblumen blühen, muß das der Hammer sein. Gleich hinter dem Hafen ist nur noch Natur. Ich war im Spätsommer hier; ohne Wildblumenblüte. Wer Rebun plant, sollte hier übernachten. Ich glaube, daß zwei Tage reichen. Auf Rebun war ich immer alleine auf der gesamten Strecke. Zu anderen Jahreszeiten kann das anders aussehen. Der Weg zu den Fällen könnte dennoch für Einsamkeit sorgen. Die meisten Touris werden ihn links liegen lassen. [mehr …]


Toya — muss nicht, 1/2 Tag

Im Ort ist nicht viel los. Auf die Insel im See bin ich nicht gefahren. Es gibt, so wie es aussieht, nur einen Grund für Toya: den Showazan, einen relativ jungen Vulkandom, sowie eine Wanderung im benachbarten Vulkanfeld. Der Ort selbst wirkt, als hätte er seinen Zenit überschritten. Viele Hotels stehen leer, wirken verfallen. Die Anfahrt ist aufwendig und will genau geplant sein. Es geht viel Zeit verloren. Wenn man in der Nähe ist, sollte man denoch einen Besuch einplanen. [mehr …]

  • KANN: Showa Zan und altes Vulkanfeld
  • braucht nicht: zerstörte Stadtteil mit Museum, Toyako selbst
  • unbekannt: See und Insel

Daisetzusan — MUSS, 1-5 Tage

Alle die in den Bergen wandern wollen, empfehle ich das Daisetsuzan-Gebirge. Das Vulkanfeld hat eine einmalig bizarre Landschaft geschaffen. Von Tagesausflügen bis hin zur 5-tägigen großen Traverse ist alles möglich. Für Tagesausflüge gibt es die Option mit und ohne, also Rundreisen. Für letzteres empfehlen sich die Orte Asahidake Onsen und Sounkyo Onsen als Startpunkt. Mehrtägige Reisen brauchen Zeltausrüstung und Proviant. Da kann ich keine Tips geben. Alternativ kann man auch eine Nacht im Nachbartal übernachten. Dann sollte man nur dem Hotel, wo das Gepäck steht bescheid sagen. Die machen sich sonst sorgen, wenn man Nachts nicht zurückkommt. [mehr …]


Sounkyo Onsen — muss nicht, 1/4 Tag

Sounkyo Onsen ist, oder besser war, sehr bekannt. Der Ort ist bekannt als Onsen (Badeort mit heißen Quellen) und hat schon bessere Tage gesehen. Ein Taifun vor ein paar Jahren hat zudem viele Straße und Wege unpassierbar gemacht. Es gibt zwei Wasserfälle und eine Felsformation. Nichts davon rechtfertigt die lange Anreise. Es gibt nur ein Argument für Sounkyo Onsen: die Seilbahn zum Kurodake, in das Daisetsusan. [mehr …]


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