Naruko-Onsen

Die Schlucht von Naruko wurde Anfang 2014 nach Steinschlägen und Erdrutschen gesperrt. Damit ist der Zutritt zur Hauptattraktion (und eigentlich auch der einzigen) gesperrt. Damit hat Naruko das gleiche Schicksal ereilt wie Sounkyo. Ich werde im September dort im Rahmen der “2004 Reloaded”-Tour vorbeischauen.

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Matsushima

Matsushima ist eine der drei herausragenden Lanfschaften Japans. Für mich steht sie auf Platz 2 hinter Miyajima und ist definitiv eine Reise wert. Da Unterkünfte hier recht teuer sind, empfiehlt es sich, in Sendai zu residieren und Matsushima als Tagesreise zu planen. Man schafft die wichtigsten Tempel und eine Bootsfahrt durch die Bucht bequem an einem Tag.

Aizu Wakamatsu (会津若松)

Leider liegt Aizu-Wakamatsu etwas ab vom Schuß. Die Burg ist allemal eine Reise wert. Während der Kirschblüte entsteht hier das Klischee, das wir von den Reiseprospekten kennen.

Bus Route
Bus Route

In Wakamatsu gibt es 3 Punkte, die man besuchen sollte:

  • Tsuruga-jo (die Burg) .. auf der Karte unten
  • Aizu Bukeyashiki (Samurai Residenz) .. unten rechts
  • Iimoriyama (Pagode beim Berg) .. oben rechts

Die Burg Tsuruga (Kranichburg) ist ein Hammer. Sie wurde 1384 errichtet. Die aktuelle Version ist zwar ein Nachbau von 1965 (das Original wurde 1874 zerstört), das tut der Optik aber keinen Abbruch. Die Burg ist ein Museum und kann besichtigt werden. Sie ist umgeben von einem Park mit Rasenfläche und etlichen Kirschbäumen. Zur Kirschblüte hat man von der Burg einen tollen Anblick.

Es gibt zwei Zugänge zum Burggelände. Einer führt durch die Burgmauern. Nimmt man diesen Weg wird man von der plötzlich auftauchenden Burg förmlich überrascht. Der zweite Weg führt über eine rote Brücke. Der Burggraben unter ihr ist leider nicht mehr vollständig mit Wasser gefüllt. Ein Fotomotiv ist die Brücke dennoch. Leider ist die Wallanlage im Weg, sodaß man die Burg von der Brücke aus nicht sehen kann. (Dafür empfehle ich Matsumoto).

Die Samurai-Residenz Aizu Bukeyashiki ist feudales Anwesens mit Haupthaus mit 38 Zimmern, Nebengebäuden und einer Mühle. Es ist ebenfalls eine Reproduktion. Nur wenige Exponate sind Originale. Einen Besuch ist die Anlage dennoch wert.

Auf dem Hügel Iimoriyama befinden sich die Gräber der Byakkotai. Zum Gedenken an die jungen Samurai von Aizu steht dort unter anderem eine Marmorsäule aus Pompeji (ein Geschenk von Mussolini 1928) und ein Gedenkstein „Ein Deutscher den jungen Rittern von Aizu“, gestiftet vom damaligen deutschen Botschafter Hasso von Etzdorf.[1]

Leider legen die drei Puntke über den Stadtbereich verstreut. Laufen will man die Strecke nicht. Sie ist langweilig und lang. Aber es gibt einen Touristenbus. Er fährt alle 30 Minuten. Wenn man für jeden Punkt 1 Stunde plant und einen Bus verpaßt ist man nach 4 Stunden wieder am Bahnhof.

Optionen: Am Mt. Bandai kann man gut wandern, bzw. im Winter Ski fahren. Hierfür empfehlen sich als Hotelstandort die Orte Bandai und Inawashiro. Wakamatsu ist als Hotelstandort nur zweite Wahl, aber in jedem Fall eine Tagesreise wert.

BusFahrplan
BusFahrplan

Anreise: Mit dem Shinkansen kommt man bis nach Koriyama. Jetzt befindet man sich 60km westlich vom Fukushima Daiichi Kraftwerk. (Nur so zur Info) In Korimyama muß man in die Ban’etsu West Line umsteigen. Und hier beginnt das Problem. Es fährt nur einmal pro Stunde ein Zug und die Fahrt dauert 1:10h. Drei mal am Tag fährt der Aizu Liner, ein Rapid, der aber auch 1 Stunde unterwegs ist. Man kann also schon bei der Anreise viel Zeit verlieren. 2008 waren die Abfahrtzeiten in Koriyama: 5:56, 6;57, 8:31, 9:43, 10:45, 11:43, 12:50, … spätere Züge lohnen nicht für Tagesausflüge. Will man nur noch nach Wakamatsu ins Hotel sind folgende Züge interessant: 17:43, 19:02, 19:40, 20;51, 21:52, 22:43. Wobei die letzten beiden Züge nur Backup sein sollten. Der letzte ist schließlich erst kurz vor Mitternacht in Wakamatsu.

Ich hatte Wakamatsu als Zwischenstop, als ich von Nikko nach Sendai gewechselt bin. Das war nicht ganz durchdacht, da die Fahrt von Nikko nach Utsunomiya schon zeitaufwendig war. Einfacher wäre ein Stop auf der Strecke Toyko-Sendai. Infos zu den Fahrzeiten und Preisen.

Anreise ab Tokyo mit dem Bus: Auch diese Option gibt es. Der Bus startet in Shinjuku und braucht 4,5 Stunden. Die Busse werden JR und Aizu betrieben. Eventuell gilt also der JRP! Ein interessanter Bus fährt um 7:30 los und ist 12:05 in Wakamatsu. Damit hat man 4 Stunden Zeit, was – wie erwähnt – ausreicht. Interessant sind auch die Busse um 17 und 18 Uhr (Achtung: von Aizu, nicht JR), die für einen Standortwechsel mit späten Check-in im Hotel möglich sind. Und es fährt ein Bus um 23 Uhr, der mit einer ungewöhnlich langen Fahrzeit von über 6 Stunden erst am nächsten Tag um 5:20 in Wakamatsu ist. Bequem ist was anderes, aber hier würde man sich eine Hotelnacht sparen. Der Spaß kostet 4800yen (7000yen für Hin-und Rückfahrt innerhalb von 6 Tagen). Mehr dazu: JR Highway Bus

JR nach Wakamatsu
JR nach Wakamatsu

Ist man erst einmal unterwegs, führt die Reise vorbei am Lake Inawashiro, dem viertgrößten Binnensee Japan. Und es geht vorbei am Mt. Bandai, einer Vulkangruppe mit 1819 Höhenmeter. Eine Anreise von Niigata aus ist ebenfalls möglich. Die Fahrt dauer dann aber über 2,5 Stunden (Ban’etsu West Line fährt nur bis Niitsu, nach Niigata muß man umsteigen). Damit wäre aber eine weitere Durchreiseoption gegeben: Bsp.: Wechsel von Sendai nach Niigata.

Der Vollständigkeit halber: Die Tadami-Line verbindet Wakamatsu mit Urasi, was aber nicht wirklich von Bedeutung sein kann, außer daß hier der Shinkansen Tokyo-Nagano stoppt. Es sind 135km. Der Local wird also knapp 3 Stunden durch die Gegend zuckeln.

Rückreise: Zurück kommt man irgendwie immer. Abends fahren die Züge stündlich. 2008 waren die Abfahrtszeiten: 16:16, 17:37, 18:11, 19:18, 20:09, 21:16, 22:10. Bachtet, daß ihr bei den letzten beiden Zügen evtl aus Koriyama nicht mehr weg kommt.

Rückreise mit dem Bus: Auch hier sind die Uhrzeiten 17 und 18 Uhr attraktiv. Vorsicht, danach folgt nur noch der Übernachtbus um 23 Uhr mit Ankunft in Tokyo um 6:10 am nächsten Tag.

Links: Ich war zwei Mal im Frühjahr 2008 in Wakamatsu. Hier die Blogeinträge …
Aizu Wakamatsu und ein Bus und drei Tage später Aizu Wakamatsu und ein See

Karte Wakamatsu
Karte Wakamatsu
Karte Bandai Region
Karte Bandai Region

wikipedia-Artikel zu Aizu-Wakamatsu

Reiseführer – Tohoku

東 北 地 方 (T Ō H O K U)

Tohoku wird gerne übersehen, aber auch hier gibt es im Prinzip ein Pflichtprogramm. Dennoch würde ich bei einem engen Zeitplan Kanto und Kansai bevorzugen, und mir Tohoku für eine spätere Reise aufheben. Dies hätte den Vorteil, daß man noch ein paar Highlights hat und Reise 2 keine “Das-sind-die-Reste”-Tour wird.

Auf der Karte finden sich Nikko, Kashima und Katori. Diese Orte gehören noch zu Kanto. Sie liegen dicht bzw. in Tagesreisedistanz zu Tokyo. Nikko ist ferner Pflicht auf der ersten Reise. Näheres dazu unter dem Reiseführer für Kanto.

JR Trains TohokuMorioka — 1 Tag, muß nicht

Morioka hat ein paar Sehenswürdigkeiten, ich finde aber, daß keine von Ihnen eine Reise rechtfertigt. Es reicht völlig aus, Morioka als Stop zwischen zwei Hotels zu besuchen.

Sendai — KANN, 1 Tag

Sendai hat definitiv Sehenswürdigkeiten, die man bei einem strammen Programm und mit Hilfe des Loopli-Busses an einem Tag schafft. Nach dem Taifun 2011 kann es sein, daß man einiges von der Liste streichen muß. Wählt man Sendai als Basislager sind folgende Tagesausflüge denkbar: Matsushima, Hiraizumi und Kitakami. Wakamatsu ist etwas zu weit weg.

Matsushima — MUSS, 1 Tag

Die Landschaft ist definitiv ein Hingucker. Man sollte auch die Tempel besuchen. Wer in Matsushima übernachten will, kann Sendai zum Tagesausflüg machen. Dennoch empfehle ich Sendai als Basislager, da es durch den Shinkansen günstiger liegt. [mehr …]

Kitakami — muss nicht, 1/2 Tag

Der Ort ist nur wegen seines Freilichtmuseums interessant. Er eignet sich ideal als Zwischenstop, da es an der Shinkansenstrecke liegt.

Hiraizumi — kann, 1 Tag

Hiraizumi hingegen ist schon eher was. Hier kann man einen ganzen Tag verbringen. Nahe am Bahnhof gibt es den Tempel XY. Von hier aus gibt es einen netten Wanderweg den Berg hinauf und durch einen kleinen Wald zum weitläufigen Tempelareal XY. Auf dem Rückweg kann man XY besuchen. Alles in allem eine Rundreise, die bequemst in einem Tag zu schaffen ist. Sogar als Zwischenstop ist Hiraizumi denkbar. Allerdings nur, wenn die Hotels an Shinkansenstrecken und nicht zu weit ausendander liegen, z.B. Tokyo – Sendai.

(Aizu)-Wakamatsu — kann, 1 Tag

Wakamatsu ist nur über Koriyama zu erreichen. Die fahrt mit dem Local dauert. In einem engen Zeitplan sollte dies berücksichtigt werden. Die Stadt bietet unter anderem eine Burg, die während der Kirschblüte ein Kracher ist. Eine alten Samurai-Residenz und ein Pagode mit helixförmiger Treppe runden die Sache ab. Es gibt einen Bus, der einem das Laufen erspart. Alles ist an einem Tag zu schaffen. Auch mit der langen An- und Abreise.

Hinweis: Koriyama liegt verdammt nahe an den Unglücksreaktoren von Fukushima Daiichi. Ich weiß nicht wie es dort um die Strahlenbelastung bestellt ist. Vielleicht sollte man in Koriyama wirklich nur umsteigen und weiter. [mehr …]

Kakunodate — MUSS, 1 Tag

Das Dort besteht entlang einer Straße aus alten Samuraihäusern. Nahezu alle Häuser sind offen für Touristen, teilweise in kleine Museen oder Manufakturen umgebaut. Man kann hier bequem einen Tag verbringen. Man braucht nicht hetzen. — Dieser Ort ist der eventuell der einzige Grund in Morioka zu stoppen. Auch eine Anreise ab Sendai ist denkbar, da der Akita-Shinkansen in Kakunodate stoppt, dauert dann aber lange.

Naruko — muss nicht, 1 Tag

Naruko liegt ziemlich abseits aller Reiserouten und hat dann auch nicht viel zu bieten. Daher nur der Status “muss nicht”. Naruko kann mit drei Dinge aufwarten: Der Narukoschlucht, den Gysier und der kalten Hölle.

Letzteres ist ein kleiner Waldweg mit einem Bach, der von Quellen im Gestein links und rechts des Weges gespeist wird. Aber Vorsicht: Das Wasser ist kochend heiß. Kein Witz. Man verbrennt sich die Finger. Erst im Bach ist kalt und ungefährlich. Das Wasser kommt direkt aus dem heißen Vulkangestein, der auch für den Gysier verantwortlich ist. Daher der Name kalte Hölle. Die Sschlucht ist 2,5km lang. Man kann unten durch die Schlucht wandern. Tip: Plant Naruko im Herbst, wenn die Farben der Blätter das Bild komplett machen.

Hinweis: Seit Anfang 2014 ist die Schlucht gesperrt. [mehr …]

Zu Aomori, Akita und Hachinohe kann ich nicths sagen. Da war ich noch nicht.

Mein Tip für Tohoku: 6 Tage:

  • Tag 1: Anreise nach Sendai (Zwischenstop in Hiraizumi)
  • Tag 2: Sendai
  • Tag 3: Tagesausflug nach Matsushima
  • Tag 4: Wechsel nach Morioka (Zwischenstop in Kitakami)
  • Tag 5: Tagesausflug nach Kakunodate
  • Tag 6: Morioka (spät abends Abreise)

Optional: Koriyama (Tagesausflug ab Sendai) und Aizu Wakamatsu (auch als Tagesausflug ab Sendai möglich, aber mit langer Anfahrt). Diese Route läßt in einen längeren Urlaub einbauen. Vor oder nach Tohoku kann man in Nikko stoppen. Über Osaki ist ein Abstecher nach Naruko möglich (eignet sich wegen der Bahnverbindung nicht als Tagesreise oder Zwischenstop). Alle andere Reiserouten führen fast immer über Tokyo, z.B. Umsteigen in Ueno, um nach Nagano zu gelangen.