Tag Archives: Sapporo

Asahi oder Kirin ?

Die Japaner sind stolz auf ihr Bier. Es liegt wohl daran, daß die großen Brauereien damals von deutschen Braumeistern errichtet wurden. Als sich Japan dem Westen öffnete begann eine Enge Freundschaft zum Kaiserreich. Wenn man in einer Kneipe als Deutscher identifiziert wird, wird man sofort gefragt, wie einem das japanische Bier schmeckt. Deutsches Bier ist die Referenzmarke, an der sich Japan mißt.

Die Biertheke

Es gibt vier große, überall erhältliche Biermarken: Asahi, Kirin, Sapporo und Yebisu. Daneben gibt es noch lokale Brauereien. Bleiben wir aber erst mal bei den großen. Die Versorgung mit Bier erfolgt über Getränkeautomaten und Combini (Convenient Stores wie 7-eleven oder am-pm). Hier können die klassischen Dosen 0,33 und 0,5 erworben werden. Aber ich sage es gleich: Ganz Japan hat bei Bier gefühlte Tankstellenpreise.

Asahi, Kirin, Sapporo

In erster Linie bekommt man Lager. Das sind etwas vereinfacht ausgedrückt Pils-Biere. Lager heißen sie, da haltbar (lagerfähig) gemacht wurden. Sie sind aber mit wenigr Hopfen ausgestatttet als ein richtiges Pils.

Geschmacklich schmecken die 4 Sorten wie typische Industriebiere. Guter oberer Durchschnitt. Bei den Leuten gibt es eine Asahi-Fraktion und eine Kirin-Fraktion. Das ist jetzt aber keine lebenswichtige Entscheidung. Yebisu hat den Ruf etwas besser zu sein. Es ist auch gleich etwas teurer. Der Yamanote-Haltepunkt Ebisu geht auf den Namen der Brauerei zurück. Die Brauerei war zuerst da. Der Bahnhof wurde nach der Brauerei benannt.

Bier

Neben Lager haben die Japaner aber auch andere Sorten im Programm. Das Kirin Stout ist sehr lecker. Der Malzgeschmack liegt zwischen Guinness und Murphys. Stout läuft auch unter dem Namen Schwarzbier (Kuro Biru, siehe Kanji auf der Dose).

In Oosaka steht das Kirin Plaza. Das Gebäude ist mir das erste mal in einem Buch über japanische Architektur aufgefallen. In Wahrheit ist es kleiner als auf dem Foto. Es gibt eine Bar und ein Restaurant. In der Bar gab es 2004 eine Bonuskarte. Wer die 5 verschiedenen Sorten Bier bestellt hat, bekommt ein Bier gratis. Ich kriege die Sorten gerade nicht zusammen. Lager und Stout waren dabei.

Andere Dosengrößen

Japaner übertreiben gerne. So auch bei Bierdosen. Das geht ungefähr so. Man schaut in den Kühlschrank eines 7-eleven und entscheidet sich für die kleine Dose mit NUR 1000ml. Spätestens dann sollte man auf die große Dose schauen. Es gibt aber auch Flaschen; mit Griff. Was mir in meiner Sammlung noch fehlt ist diese Dose, die aussieht wie eine Dose Terpentin mit Griff.

Sondergrößen

Der Hintergrund ist schnell erklärt. Der Japaner trinkt gerne in geselliger Runde. Anders als in Deutschland gehört dazu, daß man sich gegenseitig das Bier einschenkt. Dazu wird auch immer eine ganze Runde bestellt. Sich einzelnd ein Bier nachordern oder sich selbst etwas einschenken, gilt als egoistisch.

Sapporo (Classic)

Die Sorte Sapporo Classic gibt es nur in Hokkaido. Wer dort ist, sollte mindestens eine Dose trinken (sonst war man nicht auf Hokkaido). Es schmeckt jetzt nicht großartig anders, aber egal. Im Sapporo Bier Museum wird ferner die Sorte Edelpils ausgeschenkt,die auf einem alten deutschen Rezept basiert.

Die Standardbiere und ihre Sonderformen

“Lucky Yebisu”

Wer den alten Brauereistandort von Yebisu in Tokyo besucht, wird dort keine Brauerei finden. Die steht schon lange woanders. Es gibt dort nur ein Museum. In dem Museum erfährt man, daß man den Hopfen aus Deutschland (Bayern) importiert. Und man erfährt vom Lucky Ebisu. Yebisu ist eine Figur aus der japansichen Mythenwelt. Auf der Dose ist er beim Angeln abgebildet. Hinter ihm stehen zwei Körbe. Und man sieht einen gefangenen Fisch. Es soll, so habe ich erfahren, eine kleine Stückzahl Dosen geben, auf denen der Ebisu zwei Fische gefangen hat.

Yebisu Gallery

Die weiße Dose ist das normale Ebisu. Die goldene Dose ist “Malt Beer”. Das ist jetzt kein Malzbier, sondern meint Schwarzbier. Erwartet also einen malzigen Geschmack wie bei Köstritzer. Im Bild seht ihr noch eine blaue Dose mit dem Aufdruck “Asuka Cruise”. Diese Abfüllung bekommt man nur auf den Schiffen.

Kleine Brauereien

Der Markt wird von den Sorten Asahi und Kirin dominiert. Gefühlt haben die beiden zusammen 70% Markanteil. Weitere 28% teilen sich Sapporo und Yebisu. Das ist schlimmer als bei uns die Dominanz von Warteiner, Becks und Co. Wer jedoch mit offenen Augen durch Japan reist finder viele kleine Brauereien. Dieses Bier verdient den Namen “lokales Bier”, denn es wird meist nur in der Brauerei und maximal im Nachbarort verkauft.

Ich habe in Otaru so eine Lokalbrauerei gefunden, die kitschig bayrisch ist. Inklusive Brezeln und Haribo. Die Hütte ist so eine Art Brauberger,  also Brauerei mit Ausschank. Der Kessel stammt aus Bamberg: “Sudhaus-Anlage geliefert von Kaspar Schulz Brauereimaschinenfabrik, Bamberg”. Das Bier ist sehr lecker.

Etwas edler ist die Brauerei am Fuji, die F.H.B (Fujizakura Heights Beer). Dort kann man das Rauch kaufen. Ein Bier, das rauchig schmeckt; so wie die Whiskys aus Islay. Das ist definitiv nicht jedermans Sache. Auch ich mußte mich die ersten zwei Schluck daran gewöhnen. Probieren sollten man es aber, und wenn nur wegen seiner Eizigartigkeit ist.

In Sounkyo Onsen gab es ein lokales Bier, das geschmacklich ein wenig an Berliner Weisse erinnerte; es war ein wenig säuerlich und sehr erfrischend. In Amanohashidate ist mir ein Kölsch (mit ö) über den Weg gelaufen.

Advertisements

Die Hotels 2010 (chronologisch)

Ich will euch nicht verheimlichen, wo ich gewohnt habe. Bei dieser Reise war alles dabei: einfache Ryokans, Luxusherberge, ein Nachtzug. / I also want to show you where I stayed. Everything was included: simply Ryokans, luxuary hotels and an overnight train.

Hotel Edoya (Tokyo):
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com; (phone) +81.3.3833.8751; (fax) +81.3.3833.8759

Hotel Edoya

Seit meiner ersten Reise ist dies meine Unterkunft in Tokyo. Es war 2004 mein allererster Eindruck von Japan. Seitdem hat sich im Hotel nicht viel verändert. Bis auf ein Mal habe ich immer das Zimmer 307 gehabt … wird Zeit für eine Namensschild. / Since my first trip to Japan this is my place in Tokyo. The hotel hasn’t changed since 2004. Only one time I had another room than 307 … it is time for a name plate on the door.

Das Edoya ist ein Ryokan Hotel. Es hat Zimmer im japanischen Stil und ein Mini-Onsen auf dem Dach. Es liegt extrem verkehrsgünstig in Yushima, Bunkyo-ku, 15 Minuten vom Bahnhof Keisei Ueno Eki entfernt (Skyliner von/zum Airport). Die wichtigsten Bahnlinien zu allen Orten Tokyos liegen in einem Radius von 10 Gehminuten. / The Edoya is a Ryokan hotel. It provides japanese styled rooms and has a mini onsen on the roof. It is located in Yushima next to important train and subway stations. It is 15 min away by walking from Keisei Ueno Eki, where the Skyliner to Narita airport starts.

Gleich neben dem Edoya liegt der Yushima Tenmangu. Ein kleiner aber sehr hübscher Schrein. In  unter 10 Fußminuten kommt man nach Akihabara, zum Uenopark oder nach Ochanomizu (Kanda Myoin und andere Sehenswürdigkeiten). Wesentlich wichtiger ist die gute Erreichbarkeit der Yamanote, Ginza-Linie und Chiyoda-Linie und die in durchaus akzeptabler Entfernung liegende Chuo-Line. Damit erreicht man alle wichtigen Punkte in Tokyo nahezu ohne umzusteigen (Asakusa, Kaiserpalast, Ginza, Shiodome, Shibuya, Shinjuku, …). Das Nachtleben in Ueno kann mit Kabukicho und Shibuya nicht mithalten, ist aber ausreichend. Damit ist dieser Hotelstandort strategisch optimal. / Next to the hotel is the Yushima Tenmangu. A nice little shrine. Within 10 minutes you can walk to Akihabara, the Ueno park or Ochanomizu (Kanda Myoin, Yushima Seido). Even more important is the quick access to the Yamanote, the Ginza- and the Chiyoda-Line, and also the Chuo-Line. You can reach every intersting point in Tokyo: Asakusa, emperor palace, Ginza, Shiodome, Shibuya, Shunjuku, …). The night life in Ueno is not the same as in Shibuya or Kabukicho, but it is ok. Therefore the hotel has an perfect  location.

Wegbeschreiung: Für die Anreise ab Nartia Airport empfiehlt sich der Keisei Liner nach Ueno. Es ist die Endstation. Man kann sich also nicht verfahren. Entweder man geht zu Fuß (15 Minuten) oder nimmt sich ein Taxi. Fußgängern empfehle ich: am Uenopoark vorbei und einen kleinen Umweg über den Yushima Tenmangu. Die Treppe zum Schrein ist nervig aber allemal besser als die Steigung der Straße. Und man hat schon das erste Highlight gesehen, bevor man eingecheckt hat. Folgt der Straße auf der anderen Schreinseite bis zur ersten Kreuzung und biegt links ab. / Arriving at Narita Airport use the Keisei Liner. This train terminates in Ueno. From there you can walk or get a taxi. If you walk, go around the the Ueno park to the south until you reach at Yushima Tenmangu. Climb the stairs up to the shrine and follow the street on the other side of the shrine until the frist cross. Turn left. Note that the stairs are annoying but they are much better the walking up the road.

Nahgelegene Bahnstationen/closest stations: Okachimachi (Yamanote), Suehirocho (Ginza-Line), Yushima (Chiyoda-Line), 10-12 min: Ochanomizu (JR Chuo-Line, Marunochi-Line), Ueno (Yamanote, JR, Shinkansen – East, West)

Cross Hotel (Sapporo):
32 Kita 2 jo Nishi 2, Chuo-ku, Sapporo, Hokkaido, 060-0001, Japan

(phone) +81.11.272-0010, (fax) +81.11.272-0020

Cross Hotel

Bei der Suche nach einem Hotel bin ich über die Fotos von diesem Hotel gestolpert und es stand fest: Da muß ich hin (vgl. einen meiner ersten Artikel). Und in der Tat: Das Ding hat nicht nur Style, das Ding ist Style. Das ganze Hotel schreit ist modernes Japan pur. Die Musik die mir sofort dazu einfiel war Jazz und Funk – Jamiroquai. / While I was searching for a hotel in Sapporo I stopped at a picture of the lobby of this hotel. That was the moment I decided for this spot. This thing is style. My first idea when I entered the hotel was Jazz and Funk – Jamiroquai.

Nüchtern betrachtet ist es ein Business hotel. Modern eingerichtete Zimmer mit Bett. Das Design funktional aber hat Stil. In der obersten Etage ist ein Bad mit Panoramascheibe. Der Blick auf Sapporo bei Nacht hat was. The restaurant is teuer (wie immer in Japan) aber gut. An der Cocktailbar kann man den Tag ausklingen lassen. / It is  a business hotel that provides western-style rooms. The design is functional but with a lot of style. There is a common bath room in the upper floor. The tub is next to a big window. The view over Sapporo at night is stunning. The restaurant is pricy (like always in Japan) but good. The cocktail bar provides some good drinks.

Das Hotel liegt 10 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Von hier sind es 5 Minuten zum Clocktower und 10 Minuten zum Nullpunkt des Straßennetzes von Sapporo. / The hotel is 10 minutes away from the train station, 5 minutes away from the famous clock tower and 10 minutes away from the zero point of the street network.

Dormy Inn (Wakkanai):
2-7-13 Chuo, Wakkanai City, Hokkaido, 097-0022, Japan
(phone) +81.162.24-5489, (fax) +81.162.24-5600

Diese Hotel ist nur für eine Übernachtung gebucht. Ich wollte nicht riskieren die Fähre am gleichen Tag wie die lange Zugfahrt zu nehmen. Eine Verspätung irgendwo ich ich hätte ein Problem gehabt. Das Hotel ist recht einfach gehalten – wie alle Hotels der Dormy Inn Kette. Aber es fehlt an nichts. Ein Gemeinschaftsbad bietet sogar etwas Onsen-Flair. Der Service ist japantypisch. Und es liegt nur 5 Minuten vom Bahnhof und 10 Minuten Fußmarsch vom Fähranleger entfernt. / I only stayed for one night and only because I didn’t want to risk to miss the only train that connect to the last ferry boat to Rishiri. The hotel is standard, like all hotels of the Dormy Inn group. The service is like always in Japan, good. The common bath also provides the spirit of onsen. The big benefit is the location: Only 5 minutes walk to the train station and 10 minutes walk to the ferry boat.

Tanakaya (Rishiri Island):
115 Oshidomari, Rishirifuji-cho, Rishiri-gun, Hokkaido, 097-0101, Japan

Dormy Inn und Tanakaya

Ein einfaches Ryokan mit Onsen. Der erste Eindruck ist nüchtern. Aber das macht das Personal durch Freudlichkeit und Service wieder wett. Ich wurde sogar vom Fähranleger abgeholt ohne darum gebeten zu haben. Und es lohnt sich Kanjis zu lernen; sonst hätte ich das Schild sicherlich nicht gelesen. / It is a simple Ryokan with an onsen. The first impression was a little bit, let’s call it unfixed. But the service was really good. They picked me up at the harbour. I didn’t asked for it. And it was good read Kanji. Ortherweise I would have missed the guy with the sign Ta-Naka-Ya.

Die Zimmer sind einfach, haben aber ein eigenes Bad. Das Abendessen ist reichlich und beinhaltet die Lokalspezialität Uni (Seeigel). Ein herzlichen Dank unter anderem an das Ryokanpersonal für den Tip mit dem Izakaya und den Shuttleservice jeden Tag. / The room was a simple japanese styled room with private bathroom. The dinner was plenty and inculded the local specialty uni (see urchin). And many thanks to the ryokan personal for the suggestion of the Izakaya and also for the shuttle service ervery day.

Yamanoue (Sounkyo Onsen):
Sounkyo-onsen, Kamikawa-cho, Kamikawa-gun, Hokkaido, 078-1701, Japan
(phone) +81.1658.5-3206, (fax) +81.1658.5-3207

Yamanoue

Ist dieser Ort doch in den Reiseführern als teuer verschrien und zu touristisch; Hm. Dann war ich wohl in einem anderen Sounkyo. Das Ryokan Yamanoue (auch hier kann ich alle Kanjis lesen und schreiben) ist einfach und erinnert an gewissen stellen an eine einfache Herberge. Mein Zimmer war japanisch, allerdings ohne Bad. Es gab in der ganzen Herberge keine Dusche. Denn als Gast hatte man jeden Tag eine Tagesticket für das Onsen nebenan. Mehr geht nicht. Das Personal war supernett. Der Chef hatte mich sogar bei meiner Wanderung durch die Schlucht aufgegabelt und zurück gefahren. Das sparte mir 4km Fußmarsch. Die Tips die ich bekam haben mich erst dazu ermutigt die Monster-Wanderung nach Asahidake umd zurück durchzuführen. Dafür und für das leckere Abendessen gehört dem Ryokanteam mein ewiger Dank. / Sounkyo was mentioned in the travel guide as a expensive place overrun by tourists. Hm, looks like I visited a different Sounkyo. The Kanji are read Yama-No-Ue (top of the mountain).  The Ryokan was simple and sometimes reminded me a little bit of a hostel. My room was japanese style without a bath room. There was a shower at the end of the hallway but you don’t need it. Because every day you get a free pass for the onsen. It is just next door. Extreme relaxing. And the personal of the Ryokan was extremly helpful. The owner picked me up by accident at the end of my walk thru the canyon. It saved me 4km. The also helped me to plan man day trip in the mountains.

Das Ryokan liegt in der Mitte von Sounkyo. 7 Minuten von der Buststation entfernt mitten in der Fußgängerzone. Von hier sind es nur 5 Minuten zur Seilbahn, die einen in den Daisetsuzan-Nationalpark bringt. / The ryokan is in the in the center of Sounkyo. 7 minutes away from the bus station. From there it is a 5 minutes walk to the ropeway into the Daisatsuzan National Park.

La Vista Resort and Spa Hotel (Hakodate):
12-6 Toyokawa-cho, Hakodate-chi, Hokkaido, Japan
(phone) +81.138.23-6111, (fax) +81.138.23-6222

La Vista

Dieses Hotel war Luxus. Wow. Dagegen kann das Radisson trotz seiner 5 Sterne nicht antreten. Wie ich dieses Hotel für knapp 90 Euro buchen konnte bleibt mir ein Rätsel. dunkle schwere Hölzer, dezente Beleuchtung und dazu ein moderner Stil in der Raumgestaltung. Dieses Hotel ist wirklich “Resort and Spa”. Der Eingangsbereich ist flankiert von Restos der gehobenen Klasse. Der Außenbereich und die Architektur sind von traditionellen japanischen Elementen bestimmt. / The hotel was luxury. The 5 star Radission in Luebeck is no match. It is still a mistery how I was able to book a room for only $120: dark woods, decent lighting, luxury styled rooms. This hotel really is a “resort and spa”. The area in front of the hotel is flanked by restos. All is japanese styled but with a pleasant amount of western elements.

Mein Zimmer war klein und elegant. Krönung sind aber das Onsen im 14. Stock mit Außenbecken und die Cocktailbar. Hier war der Kellner der Inbegriff eines Barchefs. Allerdings muß ich ihm beim nächsten mal das “Sir” abgewöhnen. Das macht alt. / My romm was small but elegant. But the cherry on top is the onsen in 14F (on the roof), and also is the service in the cocktail bar. The bar keeper was personification of good service and manners. But his “Sir” maked me felling old.

Das Hotel liegt direkt an den “Brick Warehouses” im alten Hafen von Hakodate. Man sollte vom Bahnhof ein Taxi nehmen. Für eine Besichtigung von Motomachi ist es dagegen ideal. Der alte Stadtbereich von Hakodate beginnt nämlich bei den Warehouses. Die Straßenbahn hält vor dem Hotel. / The hotel is right next to the brick warehouses in the older harbour area of Hakodate. Take a taxi. For visiting Motomachi the hotel location is perfect, because it starts right behind the warehouses. The tram is stopping in front of the hotel too.

[Update 2011: The tsunami also hit the harbour area of Hakodate. I don’t know how big the damages are. Motomachi shoul be fine. It is located uphill.]

Hokutosei
Er sollte erwähnt werden, denn auch hier habe ich eine Nacht verbracht. Allerdings stehen Preis (90€ trotz JR Pass !) und Zimmergröße (2,5m^2) in keiner Relation. Dafür ist es der Hokutosei, der auf Japaner eine erstaunliche Faszination ausübt. Immer wenn ich erwähnte, daß ich damit reise, gingen die Augenbrauen hoch bis zum Haaransatz. Dabei ist der Hokutosei kein Brüller. Er hat Stil. Aber der ist dem Charm der 70er geschuldet. Sprich: Der Zug ist in die Jahre gekommen. / The Hokutosei has to be mentioned too, because I spent one night in the train. But the price ($120 even with JRP) is in no relation to the room size (27 ft^2). But is was the Hokutosei. In Japan this is a classic. Like the Oriental Express. It also hat the same old, dusty charme. Ok, for the Hokutosei the big time were the 70ies.


Kanji-Lexikon: Hotel Edoya (Tokyo) ホテル 江戸屋 (東京), Cross Hotel (Sapporo) クロスホテル (札幌), Tanakaya (Rishiri Island) 田中屋 旅館 (利尻島), Hokutosei 北斗星, Yamanoue Resort Pension (Sounkyo Onsen) 山の上 リゾートペンション (層雲峡温泉)

Sapporo II (oder die Reste von Reiseführer)

Der zweite Sapporo-Abschnitt ist schnell erklärt: Dem Taifun 7 ist die Luft ausgegangen und er hat Tokyo getroffen. Die sind komplett abgesoffen. Aber, so ein Taifun ist groß und die Ausläufer reichen bis Sapporo. Es regnet. Ich veschiebe den Tagsausflug nach Lake Toya und starte den zweiten Abschnitt Sapporo. Große Lust auf Sightseeing habe ich nicht. Die Highlights des Tages waren: (1) Ein gemütliches Gespräch mit einem jungen Polizisten aus Wiesbaden, und (2) der Schrein am Ende meiner Liste mit Sehenswürdigkeiten …

Vom Hotel geht es zunächst zum botanischen Garten. Leider ist es kein japanischer Garten. Dadurch fehlt deren Ästhetik. Im Garten wirkt alles so westlich. Auch die Gebäude. Ich schlender ziellos durch das Areal.

botanischer Garten

Mit dem Polizisten komme ich eher durch Zufall ins Gespräch. Ich bin über sein “Hallo” gestolpert. Ich war gerade dabei, in das Gewächshaus zu gehen; etwas in Gedanken versunken. Ohne nachzudenken sagte ich Hallo und bekam eine Antwort. Für klönen fast 2 Stunden und genießen Automatengetränke. Auch das ist Urlaub: Dinge geschehen lassen, nichts erzwingen, dem Fluß folgen.

Er ist 28 (so alt wie ich bei meiner ersten Japanreise) und absolviert das volle Programm: Er ist in Okinawa gestartet und hat den Lonely Planet (Homepage) für Hiker. Ziel hier auf Hokkaido ist die große Traverse. Respekt. Ganz ehrlich. Respekt. Die große Traverse ist ein 8-Tage-Marsch über die höchsten Gipfel des Daisetsusan-Nationalparks. Nichts für Warmduscher. Ich traue mir gerademal den 1,5-Tage-Trip von Sounkyo nach Asahidake zu.

Vom Garten geht es zurück zum Hotel. Meine Klamotten vollständig durchnässt. Sonderlich warm ist es auch nicht. Vom Hotel geht es dann zur U-Bahn und von dort weiter zum zweiten Ziel, dem Hokkaido-Jingu. Er liegt ein wenig außerhalb. Von der U-Bahn geht es in ein Waldgebiet. Hier  endet Sapporo; zumindest wirkt es so. Ich folge dem Weg. Ich muß einen Nebeneingang erwischt haben. Hier stehen nur kleine Schreine. Der Regen hat etwas nachgelassen. Die Luftfeuchte ist so hoch, daß alles in leichten Nebel gehüllt ist.

Hokkaido Jingu

Ich gehe durch den Wald und finde den Weg zum Hauptgebäude. Was für ein Eingang. Der Anblick erinnert mich an Ise. Die Proportionen sind flach. Das Holz ist Dunkel. Oben auf dem Dachfirst 5 vergoldete Tonnen und lange, nach oben hinausragende Giebelbalken. Genauso wie das Dach von meinem Kamidana. Das innere des Schreins ist wie aus dem Bilderbuch; Japan in leichter Überdosierung. Das Zirpen der Zikaden, Trommeln, der Duft von Zedernholz (er wird durch den Regen verstärkt). Eine riesige Fläche mit grauem Kies. Sorgfältig geharkt. Eine hohe Holzwand, die das Areal umgibt. Dahinter der Wald.

Jetzt sollte ich gehen. So wie es aussieht wurde eine Reisegruppe Chinesen angespült. Vorbei ist es mit der idyllischen Ruhe. Ich überlege kurz, ob ich hier in dem Waldgebiet wandern gehe. Ein paar Stunden bis zur Dunkelheit habe ich noch. So richtig Motivation kommt aber nicht auf. Und ich habe Hunger. Ich gehe zurück zur U-Bahnstation. Da sich nichts besseres findet, stoppe ich bei KFC.

T38, meine Abendprogramm, ist der JR Tower am Bahnhof, genauer gesagt, die Aussichtsplatform. Richtig vermutet, 38. Etage (nach westlicher Zählung 37. Obergeschoß – In Japan ist das Erdgeschoß Etage 1).Ich muß etwas suchen, bis ich den Eingang finde.

Die Aussicht ist super. Und zum ersten Mal sehe ich eine japanische Großstadt von oben “mit Rand”. Yokohama, Oosaka und Tokyo waren ein Lichtermeer bis zum Horizont; Sapporo nicht. Man erkennt deutlich, wo das Stadtgebiet endet. Das Lichtmeer hört abrupt auf. Nur an einen Stellen folgt es noch etwas den Hautstraßen.

Aussicht T38

Ich habe das Stativ mit und kann mir etwas freier als sonst die Perspektive wählen. Ich blicke auf das Cross Hotel. Das X ist ein gut sichtbares Markenzeichen. Unter mir die Hauptstraße. Auto verewigen sicht als Leuchtspur auf dem Bild. Die Ampelschalten sorgt für die Choreografie.

Ein Highlight der besonderen Art sind die Toiletten. Direkt nebem dem Urnial geht die Scheibe bis zum Fußboden. Frei formuliert: Man kann beim Pinkeln über die Stadt blicken. Keine Ahnung wie der Architekt auf diese Idee gekommen ist. Ich will es auch gar nicht wissen. Um 23 Uhr der letzte Stop des Tages in einem Izakaya. Ich muß morgen früh einen Zug erwischen. Es fahren nur zwei am Tag.


Fazit: Dieser Tag war aufgrund des Wetters suboptimal. Obwohl die Atmosphäre am Schrein schon was hatte. Highlight war dann der Blick von T38.

Sapporo-Fazit: Für Sapporo reicht ein Tag. Zum Pflichtprogramm zählen nach meiner Meinung: Clock Tower, der Schrein und T38 (als Abendprogramm). Ergänzt werden sollte das Programm durch den Besuch beim ehemaligen Regierungssitz und Sapporo Bier Museums. Optional ist der Fischmarkt und der Funkturm. Der bontanische Garten ist nur etwas für Leute, die auf sowas stehen.


Kanji-Lexikon:
Sapporo 札幌, Lake Toya 洞爺湖, Daisetsusan-Nationalparks 大雪山国立公園, Gyoza 餃子, Hokkaido-Jingu 北海道神宮, Yokohama, Oosaka 大阪, Tokyo 東京, Izakaya 居酒屋

今日は東京から札幌まで行きます。(oder kurz: Standortwechsel)

Heute habe ich einen guten Lauf. Ich bin noch vor dem Wecker um 6;30 wach geworden. Koffer packen, Frühstück, Check-out, 7:45 das Taxi nach (nein, nicht Paris) Hamamatsucho. Die Yamanote wäre einfacher gewesen, aber Rush Hour und ein 30kg-Koffer passen nicht zusammen.

Checkin am Flughafen Haneda: Ich mußte den Koffer auseinanderbauen und die beiden Flaschen ins Handgepäck umlagern. Damit konnte keiner rechnen: Flüssigkeiten ins Handgepäck. Der Aufpreis fürs Übergewicht ist rekordverdächtig: 18kg ÜBER dem Freigewicht kosten 1000円 (< 10€). Ich hoffe Ryanair liest diesen Blog…


Hokkaido

Landung in Hokkaido. Hm. Fühlt sich genauso an wie Honshu. Ich werde von einem Polizisten kontrolliert, Reisepaß und Visum. Japantypisch mit tausend Entschuldigungen und Bitten um Verständnis. Den möchte man nur noch in den Arm nehmen und sagen “Ist ok. Das ist dein Job.”

An dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Dennis, Häuptling vom Stamm der “Abwarten”. Ich frage bei JR nach, ob es noch Platz im Hokutosei gibt, obwohl ich seit Tagen weiß, daß der Zug ausgebeucht ist. Wow. Ein Einzelzimmer ist verfügbar !!! Die Rückreise ist gesichert !!! Nachtzug “Hokutosei” !!! Kostet trotz JRP mehr als ein Hotel, aber egal. Es ist der Hokutosei und ich habe einen Tag mehr fürs Sightseeing.

Gleich danach reißt die Glückssträhne ab: Der nächste Bus nach Shikotsu fährt erst in 2 Stunden und es gibt von dort keine Verbindung nach Sapporo. Also direkt dorthin. Unterwegs fällt mir die etwas andere Dachform auf. Ich vermute es liegt an den Schneemengen im Winter und der daraus resultierenden Dachlast. Auch in München sind die Dächer anders geneigt als Hamburg.

Ich finde den Glücksfaden wieder. Das Hotel ist der Hammer. Zum ersten Mal, daß das Internet untertreibt. Stil pur. Die Lounge schreit nach Jazz und Funk (läuft übrigens gerade über Lautsprecher Lobby). Meine Begeisterung liegt sicherlich nicht daran, daß hier gerade ein Foto-Shooting abgehalten wird. Werde morgen ein paar Fotos machen, um den Neidfaktor zu steigern. *grins* Ab 15 Uhr nehme ich die ersten Stationen in Sapporo in Anlauf.


Sapporo

Sapporo ist schnell erkundet: Clock Tower, Saporro Tower, der Fischmarkt und das Sapporo Bier Museum. All das schaffe ich bis 18 Uhr. Der Clock Tower ist das Wahrzeichen der Stadt. Von der Größe wenig spektakulär. Das Gebäude ist ist aber das älteste in ganz Sapporo und die Uhr läuft seit 130 Jahren zuverlässig. Der Sapporo Tower ist wieder so ein “Funk-Eifelturm”. Er ist vom gleichen Architekten wie der Tokyo Tower. Irgendwie hat jede japanische Großstadt so einen Turm. In Sapporo markiert er zudem den Nullpunkt im Straßennetz. Wie in den USA wird hier in Nord, Süd, Ost und West gezählt.

Das Sapporo Biermuseum ist schon ein guter Fußmarsch, der mich am Fischmarkt (Hummer für über 100€ sind im Angebot) vorbeiführt. Das Museum ist in den alten Gebäuden der Brauerei untergebracht. Ich lerne einige erstaunliche Dinge: Es gibt die Sorte “Sapporo Classic”, die nur auf Hokkaido verkauft wird. Das Rezept stammt, wie die ersten Braumeister, aus Deutschland. Und es gibt die Sorte “Sapporo Edelpils”.

Der Tag endet mit einem Abendessen im Hotelresto “Agoda”. Ich sage euch lieber nicht was ich bezahlt habe. Ich formuliere es so: ich habe ausgiebig gekaut, um die “Kieferbewegung pro Euro” in einem erträglichen Rahmen zu bringen. Das Abiente ist noch edler als der Rest des Hotels. 3 Kellner (mit Headset) sorgen für einen leisen und reibungslosen Ablauf. Der Koch kommt immer aus der Küche wenn das Essen serviert wird, wie ein Künstler, der sein Meisterwerk präsentiert und die Meinung der Kritiker hören will. Und die Gerichte sind Meisterwerke.


Fazit: Für Sapporo reicht ein Tag. Der Clock Tower ist klein aber sehenswert. Das Biermuseum ist ein kann, kein muss. Ganauso wie der Fischmarkt und der Funkturm. Ich habe den bot.Garten und den Schrein noch nicht besucht, aber auch erst um 15 Uhr mit der Rundreise gestartet. Wenn nicht gerade das Schneefest ist, dann ist Sapporo ein Stop zum Weiterreisen.


Kanji-Lexikon:
Hamamatsucho 浜松町駅, Yamanote 山の手, Flughafen Haneda 東京国際空港, Hokkaido 北海道, Honshu 本州, Hokutosei 北斗星, Sapporo 札幌