Tag Archives: Hiroshima

moderne Architektur – Hiroshima und Kyoto

Dieser Blog ist mehr so eine Restekisten. Kyoto hat, was mich betrifft, keine interessante Skyline. Aber der Bahnhof, das ist ein Gebäude besonderer Art. In Hiroshima steht das Friedensmuseum, ein Frühwerk von Kenzo Tange.

Kyoto Eki
Architekt: Hara Hiroshi, 1997

Kyoto Eki
Kyoto Eki

Kyoto Eki ist Nagoya der zweitgrößte Bahnhofskomplex in Japan. Auf 15 Etagen finden sich Restaurants, ein Hotel, eine Shopping Mall und ein Kino. Seit September 2002 gibt es zusätzlich den Kyoto City Air Terminal. Hier können Kunden von JAL und JAA einchecken und fahren anschließend zum Flughafen.

Kyoto Eki Schnittansicht
Kyoto Eki Schnittansicht

Das futoristische Desgin von Hara Hiroshi hat es in sich. 470m lange Gebäude ist in drei Abschnitt geteilt. Dominiert wird es durch die riesige Halle in der Mitte. Das Dach ist in einer Höhe von über 50m. Es ruht auf riesigen Netzwerk von Stahlträger, der Matrix, die die Struktur des Gebäudes wie auch das Straßennetz Kyotos reflektieren. Unter der Decke führt ein Skyway in 45m Höhe von der Ost- zur West-Sektion.

Hiroshima Friedensmuseum
Kenzo Tange, Entwurf 1949

Hiroshima - Friedensmuseum
Hiroshima – Friedensmuseum

Auch in Hiroshima kommen wir an dem Architekten Kenzo Tange nicht vorbei. Das Friedensmuseum mit Exponenten aus der Zeit des Atombombenabwurfs ist eines seiner ersten Werke. Mit seinem 1949 vorgestellten Entwurf erlangte er internationale Beachtung. Die Einflüsse des Schweizers Le Corbusier sind deutlich zu erkennen; ebenso die Betonung der Vertikalen, die eines der Markenzeichen von Kenzo Tange wurde. Zu dem Entwurf gehörte neben dem Museum auf der Peace Memorial Park.

Hiroshima ist, vergleicht man die Stadt mit Oosaka oder Tokyo sehr flach gebaut. Hochhäuser fallen auf. Wer sich im Süden der Stadt (hier liegen die touristischen Attraktionen) bewegt, wird architektonisch nur auf diese Gebäude stoßen:

ANA Crown Plaza Hiroshima

ANA Crown Plaza
ANA Crown Plaza

Urban View Grand Tower
166m, 43 Etagen, Bauzeit 2000-2004

Urban View Grand Tower
Urban View Grand Tower
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宮島 から 大阪 まで

Der Aufenthalt in Miyajima war zu kurz. Allen, die diese Zeilen lesen, sei angeraten: 4 Tage Minimum. Lieder ist das Hotel in Oosaka schon gebucht und Jan erwartet mich heute Abend. Nach Oosaka sind es 2 Stunden. Bleibt genug Zeit für eine ausgiebige Runde durch Hiroshima.

Auf geht’s, den Freadom Boulevard runter, eine der wenigen baumbepflanzten Straßen, die ich in Japan kenne. Hier gibt es wohl auch einzigen frei lebenden Mülleimern in Japan. Ich stehe vor dem Atom Bomd Dome. Unheimlich. Dann der Vergleich im Kopf: die Fotos aus den Geschichtsbüchern, das Livebild vor einem. Ich betrete die unterirische Erinnerungshalle (habe ich 2004 übersehen). Hier werden Namen und Fotos aller Opfer angezeigt; dazu ein 360°-Panorama-Relief von Hiroshima nach dem Bombenabwurf. Die Stimmung ist beklemmend. Raus hier. Ich gehe durch den Peace Memorial Park, vorbei an weiteren Mahnmalen, zum Museum. Dieses mal mache ich die Tour mit Audiokommentar.

Weiter zum Okonomiyaki-Laden von 2004, der aber geschlossen hat. Ich wandere zurück in Richtung Bahnhof. In der Nähe vom Hotel Flex, meinen Basislager 2004, ist ein japanischer Garten. Da muß ich hin. An kochend heißen Tagen wie heute sind die Waldregionen noch attraktiver als sonst. Entspannung pur. Ich laufe um den Teich mit den springenden Karpfen und beobachte die Schildkröten … und die mich. Scary. Zurück am Bahnhof kaufe ich mir einen Trolly für den großen Rucksack. Ich bin es leid, dieses 25kg-XXL-Ding auf dem Rücken zu haben. Dazu der Rucksack und die Shinais.  Die 2500円 lohnen sich schon nach den ersten 100m.

Im Dunklen geht es nach Shin-Oosaka, vorbei an der illuminierten Himeji-Burg, und weiter mit Local nach Oosaka Eki. Um 19:30 Uhr werde ich in den Umeda-Untergrund gespült. Auweia ist das riesig. Ich dachte immer Yeasu in Tokyo ist groß. Ich habe mich geirrt. Mehrere Ebenen, lange Gänge, Kreuzungen, dazu die Gänge und Shoppingbereiche von drei verschiedenen Bahnbetreibern und die Kellergeschosse von diversen Kaufhäusern. Links, rechts, geradeaus. Ich nehme ich die Treppe nach oben und habe keine Ahnung, wo ich bin. Der Bahnhof ist außer Sicht. HEP Five, das Riesenrad auf dem Hausdach, ist meine einzige Orientierung. Aber es fehlt auf meiner Karten. Schluß. Aus. Taxi. Es fährt mich in die Mitte des Amusement Districts von Umeda. Na, da habe ich mir ja ein Hotel ausgesucht. Esl liegt in zweiter Reihe und damit ruhiger als befürchtet.

Jan war schon hier und hat seine Telefonnummer hinterlassen. Auf dem Zettel steht “Mr. Yun”. Aber das paßt schon. Zurück in den Untergrund, Jan suchen. Er will mir einen Oosaka-Crashkurs verpassen. Ein paar Haken und alles was ich weiß ist: Oosaka. Die Reise endet in einem Izakya. Dunkle Hölzer, kleine Tischgruppen. Sie sind wie Cubicles mit Wänden, die vor fremden Blicken schützen. Damit die Bedienung weiß, daß sie erwünscht ist, gibt es eine kleine Klingel. Das können die Japaner: selbst in den öffentlichsten Räumen Privatsphäre schaffen. Die Kellnerin bedient in altem japanischen Stil, auf dem Fußboden kniend. Es gehört dazu. Fast ein wenig peinlich.

Und ich lerne wichtige Sachen über Izakayas.: Edamame: So was wie die japanische Salzstange. Edamame sind gekochte und anschließend gesalzene Sojabohnenschoten.Man ploppt sich die einzelnen Bohnen einfach in den Mund. Daneben gibt es viele weitere Kleinigkeiten. Regel: Man bestellt jede Kleinigkeit nur ein Mal. Ist eines dieser vielen ungeschriebenen Gesetze in Japan. Suminasen ruft die Bedienung, wenn es keine Klingel gibt. Onegaishimasu (wörtlich “eine Bitte machen”) bedeutet hier “Die Rechnung bitte.” Betsu-Betsu meint, daß man getrennt bezahlt. Allerdings 50-50. Man teilt die Rechnung durch zwei, egal wer was hatte. Nicht wie in Deutschland, wo alles auf den Cent genau auseinandergefusselt wird.

P.S.: Oosaka schreibt man 大阪. Das erste Kanji wird “Oo” geschreiben. Ich folge dieser (traditionellen) Schreibweise.

別府 から 宮島 まで

Ab heute geht es schrittweise zurück nach Tokyo. Der erste Sprung bringt mich nach Miyajima, jene kleine Insel nahe Hiroshima, die ich schon 2004 besucht habe. Damals war ein paar Tage zuvor ein Taifun über die Insel gerauscht und hatten Schrein teilzerstört. Dies ist also Anlauf zwei; inklusive Übernachtung und Schrein bei Nacht.

Es liegt nichts sehenswertes auf der Strecke, folglich geht es ohne Zwischenstop nach Hiroshima; Ankunft: 14:15 Uhr. Es geht im Schnellmarsch zum Museum am Peace Memorial Park; Infos absaugen. Zurück am Bahnhof erfahre ich von einem Hanami (Feuerwerk) ganz in der Nähe. Das Hin- und Herfahren (muß ja bis 19 Uhr im Hotel einchecken) kostet mich etwa 2,5 Stunden. Egal, das Abendprogramm ist gesichert. Während der Fährüberfahrt erblicke das Torii, den Schrein und mein Hotel direkt an der Promenade. Eine einzige Urlaubskulisse, die immer dichter kommt.

Miyajima

Es ist heiß. Sonne pur. Die Straße führt direkt am Ufer entlang. Palmen. All der Streß von der Aso-Reise ist verflogen. Urlaub. Ich werde langsamer. Ich will einfach diesen Anblick vollständig aufsaugen. Wasser, Strand, Sonne, Palmen. Oh ja, Strand. Überall laufen Rehe; handzahm und nervig. Aber sie gehören irgendwie dazu. Und da ist es, zwischen den Palmen, das berühmte Torii. Die grell orange-rote Farbe im einmaligen Farbkontrast zum Blau des Wassers und des Himmels. Genau in diesem Moment ist es Urlaub.

Gleich nach dem Check-In geht es zurück nach Hiroshima. 40 Minuten Wartezeit sind genug fürs Abendessen. Ich finde jedoch nur das “Resto zur goldenen Möwe”. Was sagt die Burger-Währung? Cheeseburger 100yen (80 Eurocent) meint: Der Yen ist unterbewertet.  Ich entscheide mich für den Teriyaki-Burger, den es nur in Japan gibt. Der Geschmack ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber lecker.

Hanami

Um 19:30 sitze ich im Zug zum Hanami. Wo muß ich austeigen? Mein kleiner Zettel in Romaji vs. die Streckenkarte in Kanji. Super. Der Schaffner nuschelt. Zum Glück heißt die Station “Higashi-XY”. Vorher werden wir “Chuo-XY” und “Nishi-XY” erreichen. Zwei Chancen die Lautsprecherdurchsage zu verstehen und die Schilder am Bahnsteig zu lesen. Irgendwie fängt hier alles mit Higashi, Chuo oder Nishi an. Sehr kreativ.

Ich steige aus und sehe hinter einem Haus das Feuewerk. 5 Miunter später schaue ich von der Straße runter auf die großen Wiese, wo das Hanami stattfindet. Anders als in Deutschland starten die Raketen in kleinen Gruppen; dazwischen Pausen. Nach einer Salvo von etwa 15 Stück folgt eine längere Pause mit Durchsage. Es wirkt auf mich wie eine Vorführung von verschiedenen Feuerwerkern. Der Platz ist eingerahmt von Verkaufsständen. Ich kriege Hunger und ein Bier könnte ich auch vertragen. Das Feuerwerk läuft im Hintergrund. Während ich etwas Eßbares suche, erfahre ich, daß ein Hanami etwa 2 Stunden dauert. Deshalb auch der Aufwand, der mir erst jetzt auffällt: Das Zuschauerareal ist in kleine Parzellen unterteilt. Die meisten Gruppen haben einen Grill aufgebaut; ein großes BBQ bei Nacht mit Feuerwerk. Das Schönste ist aber, daß die Traditionen noch nicht ganz tot sind. Viele Besucher tragen Kimono oder Yukata. Bei dem Wetter sicherlich nicht das Verkehrteste.

Die ausgelasse Stimmung schwappt zu mir über. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber auf einmal sitze ich mit in einer BBQ-Gruppe. Small Talk. Bier. Gegrilltes. Der perfekte Abschluß des heutigen Tages. Leider muß ich zu früh los. Die letzte Fähre darf ich nicht verpassen und ich will einen Zug früher fahren, da ich unterwegs umsteigen muß. Sicher ist sicher. By the way…. Die Schwester vom Mann am Grill ist 29 und Single. Den Rest des Gespräches könnt ihr euch denken. Was ist nur los mit diesen Japanern?

Entspannt erreiche ich die letzte Fähre um 22:40 Uhr nach Miyajima und laufe bis nach Mitternacht am Wasser entlang. Die Kulisse bei Nacht ist einmalig.

Hotels 2004

Hotel Edoya / ホテル江戸屋
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com; phone: +81.3.3833.8751; fax: +81.3.3833.8759

This hotel was my first impression of Japan. It is difficult to describe. I expected something different. But I don”t know what? On the other side, I liked what I found. The japanese room was like I imagined it. And it was big. Only, I discovered the onsen on the roof to late.

The second impression was: The building needs some updates. The taps are old and without power. The carpet in the floor is dead – for several years – and need to be replaced. The toilet room is small the bowl was oddly placed in the middle of the room. I asume that is was a japanese toilet before and the didn”t move the drain pipe. I little bit difficult to get in and out.

But: The hotel was a very good start and a also good finale. There were no complaints from my side. And I will book this hotel again on my next journey. No riscs.

Ryokan Kameya / 亀 屋 旅 館
1-22,4-chome, Chikko, Minato-ku, Osaka 552-0021, Japan
osaka@kameya-ryokan.co.jp; ph: +81.6.6571.0829 ; fax: +81.6.6574.0945;

The Kameye is a small ryokan that is not the newest one. It is run by an older couple. My roome was simple. There only was a common bath room that reminded me of a youth hostel. The ryokan is outside of Oosaka in the area called Oosaka-ko; close to the aquarium and the ferris wheel. On the first view it is not the best area, but I never had trouble, not here or elsewhere in Japan.

The ryokan has the benefit that there is a wash center on the other side of the street. Ok, it is not a center, but there  aer public washing machines and no one want to carry around 4 weeks of dirty clothes. And there is the weight limit for your luaggage at the airport too.

Getting There: Like I mentioned, it is located outside the city center. Use the green subway line. If you arrive at Shinosaka by Shinkansen, take the red line first to Hommachi and change there. At Osakako use exit 1 and walk towards the ferris wheel. Turn left into the first side alley. After 50yd there is a small street to the right. The wash center is at the corner. On the left side is the Kameya. It is the building with the blue roof.

[Update 2014: The ryokan does not exist anymore. It was demolished late 2013. On google streetview you can see the ryokan in the pictures from September 2013 and gone in the pictures from March 2014. ]

Hotel Flex / ホテルフレックス
 7-1 Kaminobori-cyo, Naka-ku, Hiroshima-shi, Hiroshima 730-0014, Japan

info@hotel-flex.co.jp; phone: +81.82.223.1000; fax: +81.82.223.5678

Hotel Flex is a so called business hotel. I am not sure what the specs of this hotel type are. I asume: a small and functional room with a shower cubicle and no extras (pool, bar). Just a place to stay on a business trip. The price was midrange. If you are only interested in a clean place to sleep, the place is perfect. On trip advisor you will see some negative votes; mostly because of the room size. It is true, the room is small. But it was fine with me. I don’t want to dance a walz.

The hotel has a clear and modern style; with a lot of visible concrete. It everything but traditional japanese. My suggestion for Hiroshima is to stay at Miyajima island and make Hiroshima a day trip. But this is definately not because of the hotel.

Getting There: The location is perfect. It takes a 8 minutes walk from the train station. Leave at the south exit (shinkansen tracks are in the north). Pass the department store and cross the bridge. You will see the hotel on the right side. Turn left after the bridge. After 220yd you cross another bridge. The hotel is the first building on the other side. The entrance can be overseen easily.

Ryokan Nakajimaya / 旅 館 中 島 家
369 Nishimae-cho, Bukkoji, Takakuradori, Shimogyo-ku, Kyoto, 600-8083 Japan; phone: +81.75.351.3886; fax: +81.75.351.3889

The ryokan was like cut out of a flyer. Wow. It is in the center of Kyoto in an small and quiet side alley. It can be topped only be a ryokan in Gion. The ryokan is run by an old couple. It looks like the startet the ryokan after the kids left the house. It was like visiting your grandpararents. It was awesome.

Getting There: Take a taxi or use the subway for two stations. You don”t want to walk the way (1,5 miles). With the heavy luaggage it was no joke. From Kyoto station follow the Karasumadori to the North. The broad street will pass the eastern temple. The subway is underneath the road. At subway station Shijo find exit 5. Turn right into Bukkojidori. The street can easily been overseen. After 110yd there is a street cross.  Go straight. After another 110yd there is a street to the left, Takakuradori. Go into the street. The ryokan is after 50yd on the left side.

http://www.youtube.com/watch?v=aWDMFdUHiDE

p.s.: I found a video on youtube that shows the street and the ryokan. The video shows a typical resident area in Kyoto. The tour starts north of the ryokan.

Uotoshi Ryokan / 魚 敏 旅 館
2563, Sano, Yamanochi-Town, Shimo-Takai-Gun, Nagano, 381-0402 Japan
miyasaka@avis.ne.jp;
phone: +81.269.33.1215; fax: +81.226.33.0074

The Uotoshi is ryokan of the low price section. Who read my blog knows, that the building needs a painting job. The dog that annoyed me should be gone (we have 2010). The benefit of this ryokan is the real onsen. The owner was very helpful during my whole stay. He drove me to the bathing snow monkeys and to the train station. He also gave me the advise to visit the 9 public onsen in the neighbor town (that was awesome). And he is doing Kyodo and is good.

Getting There: Starting at the station follow the street downhill. At the bottom the street does a right turn. Follow the street stragiht ahead across the river. At the end of the street there is a big hotel. To the right is a smaller building. That’s the Uotoshi. In total it is a half mile.

Ryokan Bentenkaku / 旅 館 弁 天 閣
87 Kurumayu, Naruko-onsen, Osaki-city, Miyagi-ken, Japan
n-info@bentenkaku.jp; phone: +81.229.83.2461; fax: +81.229.83.4259

This ryokan is more like a hotel. It is hard to categorize because there is no line.

Getting There: The ryokan is at the end of the town. It is a one mile walk from the train station Narukoonsen. Get a taxi. An alternative route is to get of a station earlier (Narukogotenyu). From there it is a little more than a half mile.

From Narukoonsen follow the street thru the town (train tracks on the left). The street ends at highway 47 that is running parallel. Follow the highway. The ryokan is behind the petrol station.

Starting in Narukogotenyu follow the street down from the station to the highway 47. Follow the highway to the left. On the left side is the hill. After a quarter mile the ryokan is the first building on the left.

–== Deutscher Blogeintrag ==–

Hotels 2004

Hotel Edoya / ホテル江戸屋
3-20-3 Yushima, Bunkyo-ku, Tokyo, 113-0034 Japan
reserve@hoteledoya.com; phone: +81.3.3833.8751; fax: +81.3.3833.8759

Mein erster Eindruck von Japan. Es ist schwer zu beschreiben. Ich hatte etwas anderes erwartet. Wenn man mich fragt was, dann kann ich keine Antwort geben. Was ich vorgefunden habe, hat mir auf alle Fälle gefallen. Das japanische Zimmer war genau wie ich mir japanische Zimmer vorgestellt habe. Und es war so groß. Das Onsen auf dem Dach habe ich zu spät gesehen.

Der zweite Eindruck ist: man könnte hier und da ein paar Reparaturen machen. Die Wasserleitungen sind etwas schwach auf der Brust und auch der Teppich im Hotelflur hat seine Zeit seit Jahren hinter sich. Die Toilette war extrem klein. Von der Installation der Schüssel mitten im Raum vermute ich, daß vorher ein Stehklo verbaut war. Für Europäer etwas beengend.

Dennoch: Es war ein gelungener Start und ein guter Abschluß. Ich kann nicht meckern. Ich werde es wohl bei der nächsten Reise wieder buchen. Warum risiken eingehen.

Ryokan Kameya / 亀 屋 旅 館
1-22,4-chome, Chikko, Minato-ku, Osaka 552-0021, Japan
osaka@kameya-ryokan.co.jp; ph: +81.6.6571.0829 ; fax: +81.6.6574.0945;

Das Kameya ist ein kleines, etwas in die Jahre gekommenes Ryokan. Es wird von einem älteren Ehepaar betrieben. Mein Raum war einfach und es gab nur ein Gemeinschaftsbad. Das Ryokan liegt etwas außerhalb, nahe dem Aqaurium und dem Riesenrad, in einer ruhigen Nebenstraße. Auf der ersten Blick nicht die beste Gegend, aber mich hatte bisher nie Probleme mit so was in Japan.

Das Ryokan hat den Vorteil, daß gegenüber eine Art Waschcenter ist. Center ist übertrieben, aber dort kann man bei längeren Reise seine Wäsche machen. Wäsche  für 4 Wochen ist zu schwer (Limit am Flughafen), außerdem will man zum Ende der Reise nicht mit 4 Wochen schmutziger Wäsche herumreisen.

Anreise: Wie gesagt liegt es etwas außerhalb. Vom Stadtzentrum nehmt die grüne U-Bahnlinie. Wer von Shinosaka kommt (Shikansen), nimmt die rote Linie bis Hommachi und steigt dort um. Steigt in Osakako aus (Ausgang 1) und geht in richtig Riesenrad. Biegt in die erste Nebenstraße nach links ab. Nach etwa 50m kommt reicht eine kleine Nebenstaße. Hier auf der Ecke steht das erwähnte Waschzenter. Links ist das Kameya. Tagsüber leicht zu erkennen am blauen Dach.

[Nachtrag 2014: Das Ryokan existiert nicht mehr. Das Haus wurde Ende 2013 abgerissen. Auf einem Teil der google Streetview-Bilder sieht man es noch eingerüstet im September 2013. Auf den Bildern aus März 2014 ist weg.]

Hotel Flex / ホテルフレックス
 7-1 Kaminobori-cyo, Naka-ku, Hiroshima-shi, Hiroshima 730-0014, Japan

info@hotel-flex.co.jp; phone: +81.82.223.1000; fax: +81.82.223.5678

Das Hotel Flex ist ein sogenanntes Business Hotel. Was die Kategorie ausmacht, kann ich nicht sagen. Ich vermute mal es sagt: Kleines Zimmer und keine Extras (Pool, Saune, Bar). Die Preise liegen im Mittelfeld. Wer nur einen Platz zum Schlafen braucht, ist bestens bedient. Das Flex bekomt bei Tripadvisor immer wieder schlechte Noten. Hauptkritik ist die Zimmergröße. Und es stimmt, sie sind wirklich sehr kompakt. Mir hat es gereicht. Ich will ja nicht tanzen.

Das Hotel an sich ist vom Stil sehr modern; viel Sichtbeton. Typisch japanisch ist etwas anderers. Mein Tip für Hiroshima wäre eh ein Hotel auf Miyajima und Hiroshima als Tagesausflug.

Anreise: Dennoch, das Hotel liegt sehr günstig nur 8 Minuten vom Bahnhof entfernt. Nehmt die Südausgang (die Shinkansengleise liegen im Nordteil des Bahnhofes!). Geht am großen Kaufhaus vorbei auf die Brücke. Von hier könnt ihr rechts schon das Hotel Flex sehen. Hinter der Brücke geht ihr rechts. Nach 200m kommt wieder eine Brücke. Auf der anderen Seite direkt an der Ecke liegt das Hotel Flex. Der Eingang ist etwas unscheinbar.

Ryokan Nakajimaya / 旅 館 中 島 家
369 Nishimae-cho, Bukkoji, Takakuradori, Shimogyo-ku, Kyoto, 600-8083 Japan; phone: +81.75.351.3886; fax: +81.75.351.3889

Das ist ein Ryokan wie aus der Broschüre. Wow. Es liegt im Herzen von Kyoto in einer kleinen unscheinbaren Nebenstraße. Es kann nur durch eine Unterkunft in Gion getoppt werden. Betrieben wird es von einem älteren japanischen Ehepaar. Ich hatte das Gefühl im umfunktionierten, ehemaligen Kinderzimmer zu übernachten. Das Atmosphäre ist sehr familiär.

Anreise: Nehmt von Bahnhof ein Taxi oder für 2 Stationen die U-Bahn. Ich bin die Strecke mit schwerem Gepäck gelaufen; war kein Spaß. Es sind über 2km. Vom Bahnhof aus ist es die Karasumadori nach Norden. Die Straße führt am östlichen großen Tempel vorbei. Unter ihr verläuft die U-Bahn. Lauft bis zur U-Bahnstation Shijo. Am Ausgang 5 geht eine Straße rechts ab, die Bukkojidori. Man übersieht sie leicht. Nach 100m kommt eine Kreuzung. Geht gerade aus. Nach weitern 100m kommt links eine Straße, Takakuradori. Biegt ab und nach 50m kommt das Nakajimaya auf der linken Seite.

http://www.youtube.com/watch?v=aWDMFdUHiDE

Nachtrag: Auf Youtube habe ich ein video von der Straße mit dem Nakajimaya gefunden. Ihr seht eine typische japanische Wohnstraße. Die Fahrt startet nördlich des Ryokans.

Uotoshi Ryokan / 魚 敏 旅 館
2563, Sano, Yamanochi-Town, Shimo-Takai-Gun, Nagano, 381-0402 Japan
miyasaka@avis.ne.jp;
phone: +81.269.33.1215; fax: +81.226.33.0074

Das Uotoshi ist Ryokan der günstigen Kategorie. Wer den Blog gelesen hat weiß, daß das Haus von außen einen neuen Anstrich braucht. Der Hund, der mich nervte, sollte mittlerweile (2010) Vergangenheit sein. Ein Vorteil dieses Ryokan ist das echte Onsen. Der Betreiber war extrem hilfsbereit. Er hat mich zu den Badenden Affen gefahren, am Abreisetag zum Bahnhof und er gab mit den Tip mit dem 9 Onsen im Nachbardorf (das Beste Erlebnis auf dieser ersten Japanreise). Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß er Kyodo macht.

Anreise: Geht vom Bahnhof die Straße in Verlängerung der Bahngleise bergab. Unten macht die Straße einen Rechtsknick. Geht dann immer gerade aus über die Brücke und weiter bis die Straße zu Ende ist. Ihr steht vor einem Hotel. Das etwas versteckt liegende Gebäude rechts neben dem Hotel ist das Uotoshi. Der ganze Weg sind etwa 500m.

Ryokan Bentenkaku / 旅 館 弁 天 閣
87 Kurumayu, Naruko-onsen, Osaki-city, Miyagi-ken, Japan
n-info@bentenkaku.jp; phone: +81.229.83.2461; fax: +81.229.83.4259

Dieses Ryokan ist fast eher ein Hotel. Der Übergang scheint Japan fließend zu sein.

Anreise: Das Ryokan liegt außerhalb des Ortes. Vom Bahnhof Narukoonsen sind es 1,5km. Nehmt als ein Taxi. Alternativ steigt ihr eine Station früher aus; in Narukogotenyu. Von hier aus sind es nur 900m.

Von Narukoonsen aus geht ihr die Straße durch das Dorf, die der Fahrtrichtung des Zuges entgegengesetzt ist (Gleise sind links). Die Strasse endet am Highway 47, der parallel verluaeft. Das Bentenkaku ist das letzte Haus; gleich hinter der Tankstelle

Von Narukogotenyu aus folgt ihr der Straße von Bahnhof bis hinunter zum Highway 47. Folgt dem Highway nach links. Zuerst sind auf der linken Seite nur Berg. Das erste Gebäude nach 400m ist dann das Bentenkaku.

–== English Blog ==–

Hiroshima / Okonomiyaki

Vor dem Frühstück den Fernseher konsultiert: 19 Tote, 20 vermißt, 91 verletzt. In Ise fielen 121 Litere Regen innerhalb weniger Stunden. Einige Bahnlinien in der Umgebung sind gesperrt, Brücken eingestürzt. Gut daß heute ein Fußmarsch durch Hiroshima auf dem Plan steht. Das Wetter ist bombig. Die NATO-Bräune der letzten Tage macht sich bemerkbar. Hiroshimas Sehenswürdigkeiten sind in einem Quadrat angeordnet. Da sollte ein Tag reichen.

Die Sehenswürdigkeiten hier in Hiroshima sind fast in einem Quadrat angeordnet und in ihrer Anzahl übersichtlich.Wie praktisch.

Shukkeien. Mein erster Stop ist der japanischen Garten hinter dem Häuserblock mit meinem Hotel. Ein sehr schöner Garten mit all den Elementen: Rasenfläche, ein großer See mit Inseln, ein Wald, ein Gebirge, ein Flußlauf aus dem Gebirgen in den See. Ich laufe die verschiedenen Wege und entdecke immer wieder neue Motive und Perspektiven. Ich muß mich echt mit der Kamera zurückhalten, sonst ist das Filmmaterial hier schon weg. Ich entdecke Schildkröten, die sich am Ufer sonnen. Ein Blick über das Wasser. Hier springen Karpfen. Ich bin fast 90 Minuten hier.

Hiroshima Castle. Viel steht nicht mehr, dafür stand sie zu nach am Ground Zero. Aber einige Mauern, ein Eckturm und das Tor wurden rekonstruiert. Ebenso die Burg selbst. Aber alle Nebengebäude sind weg. Neben dem Eingang zur Burg steht ein Baum. Gesund sieht er nicht aus. Das Schild verrät, daß er die Atombombe überlebt hat und immer noch steht. Weiter geht es durch den Chuopark zum Atombomb Dome.

Bis hier ist Hiroshima eine japanische Stadt wie jede andere. Sie ist kleine als Oosaka und Tokyo und wirkt daher etwas ruhiger. Es fehlen eindeutig die Skyscraper. Die meisten Gebäude kommen über 10 Stockwerke nicht hinaus. (Für Lübecker: Damit sind fast alle Gebäude hier so hoch wie das Behördenhochhaus am Berliner Platz. Die Höhe ist hier Standard. Nur so nebenbei erwähnt.) Eines fällt aber auf. Es gibt hier mehr Bäume. Ich bin vorhin eine Straße entlang gelaufen, die wie eine deutsche Allee auf beiden Seiten Bäume hatte, die Schatten spenden. Und… ich habe sogar einen Mülleimer gesehen. Viele werden sagen “na und?”. Aber dieses hier ist der erste Mülleimer, der nicht auf einem Bahnsteig oder neben einem Getränkeautomaten stand. In der Tat, bisher bin ich an keinem “herrenlosen” Mülleimer vorbeigegangen; weder in Tokyo noch in Oosaka.

Ich stehe jetzt an der Aioi-dori. Hier fährt eine Straßenbahn. Sie wirkt wie aus einer anderen Zeit, bin ich bisher doch nur U-Bahnen, Monorails und Shinkansen gefahren. Es ist fast ein Statement für Gemütlichkeit. Rechts ist die Aioi-bashi, die T-Brücke, die das Ziel der Bomberpiloten war. Sie ist damals stehen geblieben. Als Ingenieur beeindruckt das. Durch die Bäume sehe ich auf der anderen Straßenseite den Atom Bomb Dome. Jetzt stehe ich am Ground Zero des ersten Atombombenabwurfes. Alles wirkt normal hier, wäre da nicht dieses Skelett eines Gebäudes, daß an 1945 erinnert. Man braucht etwas, bis diese Info vom Gehirn verarbeitet wird.

Am Atom Bomb Dome vorbei über eine Brücke gelange ich zum Peace Memorial Park. Nur ich … und hunderte Schulkinder. “Hello, My name is … I am from … What’s your name? Where do you come from?” Erst waren es nur drei Kinder, aber nachdem ich die ersten Fragen beantwortet habe, werden es immer mehr. Vom Alter her sind sie höchsten in der 5. oder 6. Klasse. Dafür sprechen sie verdammt gutes Englisch. Und einfach so auf Fremde / Ausländer zugehen, ich glaube, das habe ich mich damals nicht getraut. Ich muß meinen Namen und mein Land in eine Liste eintragen. Welche Lehrerin denkt sich sowas für einen Schulausflug aus? Beeindruckt hat mich folgende Begebenheit: Ich habe Deutschland in die Liste geschrieben, nicht Germany (mit Absicht, ich wollte das Wort nehmen was wir Deutschen selbst verwenden, quasi als Bonus). Das Wort kennen die kleinen nicht. Also sage ich “Doitsu”. “Ah, Doitsu”, die kleinen rollen eine Weltkarte aus. Ein kleiner Punkt wird auf Deutschland geklebt. (Der erste. Frankreich hat schon drei.) Die kennen anscheinend alle europäischen Länder, denn lange gesucht haben sie Deutschland nicht. Wow… Es scheint als wären mehrere Gruppen unterwegs und nur wenige Ausländer. Ich bin umringt von Kindern. Alle beginnen ihren Satz mit “Hello, my name is …” Ich komme mir vor bei Baseballstar, der Autogramme verteilt.

Nach etwa einer halben Stunde gelingt mir mit Hilfe der Lehrerin die Flucht; nicht ohne zuvor zig Mal fotografiert zu werden. Merke: Um Schulklassen einen Bogen machen. Es geht am Cenotaph und am Mahnmal für die Kinder, die 1945 umgekommen sind, vorbei. Hier stehen Vitrinen mit hunderten Origami-Kranichen. Ich stehe vor dem Peace Memorial Museum. Unten im Eingang, zwei Uhren. Eine zeigt die Uhrzeit seit dem Abwurf der Bombe an, die andere die Zeit seit dem letzten Test. Hier im Museum steht auch die Originalkuppel vom Atom Bomb Dome. Die Exponate und Fotos sind drastisch und machen einen nachdenklich: ineinander verschmolzene Keramikschalen, Stahlträger verbogen wie Knetgummi, eine Betonwand mit Glassplittern im Beton (!), ein Foto von einer Treppe mit einem Schatten. Der Schatten war ein Mensch, … Aus dem Mueeum hat man einen Blick auf dem gesamten Peace Memorial Park. Dahinter sieht man den A-Bomb Dome.

Bevor meine Stimmung in Depression umschlägt geht es weiter, die Heiwa Odori entlang. Von der Straße hatte ich mir mehr versprochen, keine Ahnung wieso. Aber es einfach nur eine breite Straße. Mein Ziel ist auch vielmehr der Hijiyama-Park. Hinter der Tsurumi-bashi entdecke ich den Schriftzug “okonomiyaki”. Zugegeben, ich kann ur das O und das mi lesen. Der Rest ist Kanji. Aber ich habe mir den gesamten Schriftzug gemerkt. Stimmt, da war was. Es ist die Spezialität hier in Hiroshima. Der Laden ist sehr klein. Höchstens 3 Gäste und der Koch, in diesem Fall eine ältere Oma. Sie spricht kein Wort Englisch. Aber die Bestellung kriege wir trotzdem auf die Reihe.

Hiroshima Okonomiyaki beginnt mit dem anbraten von Nudeln, parallel Eierteig anbraten. Nudeln auf den Teig, Kohl und Fleisch dazu. Ein Ei anbraten und den Teigblock auf das Ei wenden. Weiter braten und ein paar Mal drehen. Bulldog-Soße, Seetang, Fischspäne. Fertig. Erstaunlich wie lecker diese schräge Mischung ist. Ach ja, gegessen wird mit Stäbchen. Als Hilfe gibt es einen kleinen Spatel, mit dem man den Pfannkuchen in kleine Stücke teilen kann, die dann mit Stäbchen gegessen werden.

Eine Frau betritt den Laden. Ich vermute, die Tochter der alten Dame. Kurz werden die wichtigen Infos ausgetauscht und danach ich in das Gespräch eingebunden. Alle Eckdaten meiner Reise (aus Deutschland, 4 Wochen Urlaub, Reise alleine) werden mit einem “sugoi” zur Kenntnis genommen. Es kommt ein wenig Konversation zustande.

Nach einem Abschiedssfoto geht es den Berg rauf. Von hier oben hat man ein gute, wenn auch nicht umwerfende Aussicht. Ich sehe einen Wegweiser zum Radiation Effect Research Center. Die können zumindest beantworten, ob es heute noch eine meßbare Reststrahlung gibt. Allerdings löst meine Frage an der Rezeption ein kleines Chaos aus. Der zweite Chef des Instituts wird geholt. Ich soll kurz warten. Es wird mir Kaffee angeboten. Am Ende unterhalten wir uns eine dreiviertel Stunde über die Folge des Bombenabwurfes und die Arbeit des Instituts. Zum Abschied gibt es den aktuellen Jahresbericht und eine Visitenkarte. Das ist Japan.

Nächster Stop, eigentlich nur, weil es hier auf der Ecke ist und das Gebäude in dem Buch über moderne Architektur in Japan berichtet wurde, das Museum für zeitgenössische Kunst. Ich bleibe dabei. Ich habe für Kunst kein Verständnis. Überhaupt nicht mein Ding. So gar nicht. Es ist noch etwas Zeit, als ich meine Rundreise am Bahnhof endet. Also noch schnell zum Toshugu Schrein und von hier den Berg hinauf. Ich sehe viele kleine Torii und leider auch Stufen. Am Ende lande ich bei geschätzten 100 Höhenmetern, über 470 Stufen und 30 Torii. Letztere sind für Europäer ein Stück zu klein und machen das Stufensteigen nicht einfacher. Danach führt ein Trampelpfad weiter zur Peace Pagode.

Letztes Ziel ist es über den Berg zum Tsuruhane Schrein. Nur leider komme ich vom rechten Weg ab. Zu meiner Verteidigung muß ich sagen, daß es nie einen Weg gab. Eher eine Schneise im Unterholz. Es geht über Bäume, einen Hang hinunter. Umdrehen ist nicht mehr. Ohne Weg gibt es auch keinen richigen Rückweg. Zudem fängt es an zu dämmern. Jetzt wird es brenzlig. Irgendwann bin ich runter auf die Höhe von Hausdächern. Mal sehen wo es noch tiefer geht. Ich hoffe auch, daß ich nicht durch einen Garten muß. Wäre etwas blöd zu erklären. Dahinten ist ein Weg, ich muß nur noch dieses Spinnennetz samt Spinne beseitigen. Giftgrün und mit Beinen etwa Handteller groß. Uargh. Nachdem dieses Problem entsorgt ist und ich wieder einen gepflasterten Weg unter den Füßen  habe, ist es ganz einfach.

Jetzt erst einmal ins Hotel duschen. Jetzt kommt der gemütliche Teil. Zuerst einen Streifzug durch das Shoppingcenter am Bahnhof. Hier finde ich ein Shogibrett. Umgerechnet 18€ und damit die Hälfte des deutschen Preises. Das wird morgen geshoppt. Weiter geht es zum Amusement District. Der Rundgang endet mit Kaffee und Kuchen im KoHiKan. Morgen steht Miyajima auf dem Plan. Ich hoffe, daß nach Taifun 16 und 21 (gestern) etwas übrig ist, daß ich besichtigen kann. Die Flut ist um 11 Uhr, also sollte ich zeitig los.

Fazit: Das erste Mal, daß ich meinen kompletten Tagesplan durchgezogen habe. Dann war die Autogrammstundeim Park. Das Gespräch am Research Center war zwar so nicht geplant, aber definitiv ein erwähnestes Highlight. Ganz oben auf des Liste des heutigen Tages steht aber das Okonomiyaki und die alte Alte. Das ist eine Urlaubserinnerung die man weder erzwingen noch wiederholen kann. Einmalig.

Randnotiz:

  • Es gibt keine Mülleimer. (Ausnahme: direkt neben Getränkeautomaten und auf Bahnsteigen.)
  • Es gibt keinen Müll auf den Straßen; nicht einmal Zigarettenkippen; auch keine Kaugummiflecken.
  • Schulkinder tragen fast immer Schuluniform.
  • Kinder im aus dem Kindergarten erkennt man an der gelben Mütze.
  • Reisegruppen haben einen kitschigen Sticker an der Jacke.
  • Die Reiseleiterin eine Fahne mit dem gleichen Logo.
  • Zeitgenössische Kunst ist nicht mein Ding.
  • Japanische Spinnen bauen dreidimensionale Netze.

Himeji / Taifun 21

Es regnet in strömen. Unglaublich, wie das regnet. Im Fernsehen laufen Warnungen vor Taifun 21. Er hat die Südküste von Kyushu (Kagoshima) erreicht und steuert auf Shikoku und Hiroshima zu !! Nicht gut. Der Luftdruck ist zur Zeit bei 970 hPa, der Wind bei Stärke 11. Man rechnet mit 40l Regen.

Es hilft nichts. Check-out. Der Betreiber vom Ryokan begleitet mich mit Regenschirm noch bis zur Bahnstation. Die Fahrt nach Shin-Oosaka läuft ohne Probleme. Ich buche ein Ticket nach Himeji. Dort angekommen regnet es immer noch. Es sieht auch nicht so aus, als würde es aufhören wollen.

Vom Bahnhof ist es nicht weit. Ich laufe. Eine U-Bahn fährt hier eh nicht. Gleich am Bahnhof laufe ich durch eine Shopping-Straße. Was für den Rückweg. Die Himeji-jo wird auch Shirasagi-jo (weiße Reiher Burg) genannt. Sie steht auf einer Anhöhe, man muß etwas nach oben blicken. Sie ist groß. Mit kompletten Wallanlagen. Dagegen können Nagoya und Oosaka einpacken; und die waren schon imposant. Der Weg nach oben verläuft im Zick-zack; vorbei an alten Burgmauern. Die Aussicht von oben ist ein Kracher, trotz des Regen. Die Burg muß damals imposant gewesen sein. Sie überragt noch heute alle Gebäude der Umgebung.

Ein Gewitter nähert sich. Der Taifun kommt dichter. Ich mache mich auf den Rückweg zum Bahnhof. Es wäre noch genug Zeit für den Park, aber nicht bei diesen Wetter. Und ich befürchte, es wird schlechter. Zurück in der Shopping Mall finde ich einen Laden, der Kamidana verkauft. 30000yen sind eine Menge Geld. Aber irgendwie möchte ich eines haben. Doch bevor ich zuschlage, sollte ich die Frage klären, wie ich das Ding nach Deutschland kriege. Auf zur Post. Aber auch da hat man keine Idee. Das Paket ist zu groß. Ich müste einen anderen Carrier nehmen. Wir kommen der Lösung trotz 3 Mann und 20 Minuten nicht weiter. Jetzt erst einmal Mittagspause. Es ist schon 16 Uhr. Keine Ahnung wo die Zeit geblieben ist.

Taifun 21

Der Shinkansen hat 30 Minuten verspätung. Wow. Ein Zug in Japan mit Verspätung. Der Grund wird auf der Tafel angezeigt: der Taifun. Die Bahnstrecke von Hiroshima nach Hakata ist bereits gesperrt. Der Taifun ist über Shikoku.

Der Nozumi rauscht durch. Ungebremst. Fast 300 km/h. Beieindruckend. Es sagt Rabumm und 16 Waggons sind durch. Der Kontakt zwischen Oberleitung und Abnehmer sprüht blau-weiße Funken. Der Regen. Und weg ist er.

Es wird etwas hektisch am Bahnhof. Unser Shinkansen rollt ein. Schnell einsteigen. Wir fahren ab, kommen aber nur bis Okayama. Hier ist Schluß. Der Taifun wird gleich über uns wegrollen. Er ist 30km schnell. Alle Züge bis nach Oosaka stehen. Die Länden auf dem Bahnsteig schließen und verriegeln die Fenster. Die meinen das ernst. Der Wind hat enorm zugenommen. 10 bis 11. Der Bahnsteig ist leer. Alles was nicht festgenagelt ist, fliegt weg. Einzelne Windböen rütteln am ganzen Zug. Wow. Ich denke kurz darüber nach zum Getränkeautomaten zu flitzen. Gut, daß ich überlegt habe, denn der Automat ist weg. Die Bolzen im Fußboden sind noch da, der Automat nicht. Ich glaube, ich habe die Windstärke unterschätzt. Ich bleibe lieber wo ich bin. Regen und Wind werden immer stärker. Hätte nicht gedacht, daß das möglich ist. Wie gut, daß ich den Park nicht mehr besucht habe. Orkanböen kenne ich, aber das hier ist Wahnsinn.

Ich komme mit meinem Sitznachbarn Tasukei ins Gespräch. Er gibt mir seine Telefonnummer, falls wir in Okayama hängen bleiben. Seine Eltern wohnen noch hier in Okayama. Im Notfall könnte ich dort schlafen. Ich stelle mir das gerade vor, wie ich als Ausländer an der Haustür klingel und sage “Sie kennen mich nicht, aber ihr Sohn hat gesagt, ich kann hier schlafen.” Das lassen wir mal lieber; zumal mein Ziel Hiroshima ist. Aber das Angebot beeindruckt, zumal zu sehen ist, daß er es ernst meint.

Nach 20 Minuten nehmen die Böen und der Regen wieder ab. Der Taifun scheint vorbei zu sein, zumindest das Zentrum. Auf dem Nachbargleis steht der Hikari. Er soll gleich um 17:40 abfahren. Ich verabschiede mich von Tasukei und wechsele schnell den Zug. Ich will kein Risiko eingehen.

Der Zug rollt an. Bis Hiroshima wird der Regen immer weniger. Als ich den Bahnhof Hiroshima verlasse ist es trocken. Jetzt orientieren. Ich sehe einen Stand mit deutschen Würstchen und Aufschnitt. Da muß ich jetzt einfach mal gucken. Bin auf der falschen Seite. Also unter den Gleisen durch. Ich treffe auf 8 Deutsche, aus Hamburg. Ach ne. Sie sind seit heute morgen hier und haben ein Karte. Ich laufe zur ersten Brücke und sehe schon an einem der höheren Gebäude den Schriftzug Hotel Flex. In 3 Minuten bin ich da.

Der Grndriß ist klein, dafür aber 10 Etagen. Sichtbeton. Sachlich, modern. Das Zimmer im 4. OG ist klein, etwa 4×2, das Badezimmer 1,5×1,5m, höchstens. Aber es reicht. Der Blick über das Wasser ist gut. Nach dem Ryokan in Oosaka ist es gut wieder seinen eigenen Lokus und seine eigene Dusche zu haben. Die wird auch gleich benutzt. Nach einem Klamottenwechsel muß ich noch was essen.

Um 23 Uhr bin ich mit Bier und Man vom seven eleven wieder im Hotel. Im Fernsehen laufen die Berichte zum Taifun. Shikoku hat es erwischt. Viele Orte sind unter Wasser, Schlammlawinen, in Oosaka sind die Fluttore geschlossen. Auch Miyajima hat es erwischt. Nicht gut. Das ist der Plan für übermorgen. Letzte Nachrichten um 0:15Uhr. Der Taifun hat Oosaka voll getroffen und ist jetzt über Nagoya. 200l Regen in wenigen Stunden werden erwartet. Es werden Flutwellen befürchtet. Man soll auf Brücken aufpassen. Wasser und Geröll könnten sie beschädigt haben. Das ist ne anderen Nummer als Unwetter in Deutschland.

Das Timing war so gesehen optimal. Am Reisetag hat der Taifun meine Pläne nicht durchkreuzt. Auf den Park in Himeji kann ich verzichten. Die Burg habe ich gesehen. Und nach dem Wetterbericht kommt auf der Rückseite 3 Tage Sonnenschein. Dann kommt wieder Regen. Paßt doch.

Randnotizen:

  • Der Shinkansen hält nicht an Oosaka Eki. Die Strecke konnte nicht durch die Stadt gebaut werden, also hat man einen zweiten großen Bahnhof für den Shinkansen gebaut. Shin-Oosaka Eki. Ist mir gar nicht aufgefallen. Da ich in Hommachi die U-Bahn wechsele. Ich war also nie am Bahnhof von Oosaka.
  • Ich will ein Kamidana für meine Wohnung
  • Himeji; Wie müssen die Lübecker Kirchen gewirkt haben? Damals. Man kann sie schon aus 30km Entfernung sehen. Das war damals fast ein Tagesmarsch.
  • Bericht über Himeji im TV löst diesen Da-war-ich-schon-Effekt aus. Witzig.
  • Himeji reicht als Zwischenstop. Nach Reiseführer gibt es nur 3 Attraktionen.