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Tokyo Jissha

The clock is ringing before 8am. Wow. In Germany is still 2012. Strange. Today I have a big plan: Tokyo Jissha, 10 shrines in Tokyo, in one day. I hope this is possible. If I remember all be people in front of the Yushima Tenmangu, this project will have some difficulties. After the breakfast a brief view to the shrine. Yes. This 200m long queue is still there.

(1) Kanda Myoin — even mor people. The whole palce is filled with Japanese. Everywhere are small booths with yakisoba, Takoyaki, Oden; an endless list. I ignore the queue and walk to the desk window. I have my first ema and also the big plate to mount all 10 ema. There is a dragon dance performing on a stage. Like 2008 the dragon “eats” your money. The deities are bribeable. No time to embrace the moment in full. I have a schedule.

(2) Nezu Jinja — I know the way. I am confused. Only a few people and no booths. The complete opposite of Kanda. Lucky for me. My second ema.

(3) Hakusan –I walk the short distance. It is a smaller shrine and also not many people. Getting in, getting out. Again I saved a lot of time.

(4) Oji Jinja –Lucky for me that this shrine is close to the train station. It is a nice shrine in North. Something for an advanced Tokyo trip. Here again are booths and a long queue. It is 11:55am; 4 shrines in 2 hours. This is good. Now I have a long train trip via Akihabara to my next destination. For a moment I think about using a shinkansen. Why? Because I can.

(5) Kameida Tenjin –This take a whiel to walk there. Over 30 minutes from Oji. At the shrine I have to use the backdoor. This place really is crowded. But at the backdoor I have to pass all the booths. The way is packed like on a christmas market. Traffic Jam. It takes some tome but I declare Half Time. A good moment to drink some Amasame.

(6) Tomioka Hachimangu –This queue is long, very long. The police has closed parts of the 6 lane street. The shrine is hidden but worth a visit. I talk to Japanese women; in fluent English.

(7) Shiba Daijungu –this is a smaller shrine I usually would skip. The next shrine I know. I get nervous. 3 Shrines left and it is already 3pm.

(8) Hikawa Jinja –I walk from Roppongi station. A different approach than last time.

(9) Hie Jinja –This shrine is only 15 minutes away by walking. A big stairway leads up to shrine. I saw the stairs 2010 but I never imagined that they belong to a shrine. Wow. They even have an escalator. Again I get stuck between dozen of booths. Now only one last ema is missing.

Tokyo Jissha

(10) Shinagawa Jinja — In theory a simple thing. Toei Asakusa Line. But I jump into the airport Express and miss my stop. 8 stations later I can change direction. Dawn is already in progress. But this diversion gives me the chance to spot the Fuji. It is the first time I see this vulcan from Tokyo. The local arrives the correct station after 5pm. A critical time. And then I run completely around the shirne because I miss the entrance. There are still people here waiting in a queue. But the windows where I can buy the ema are closed. I ask at the shrine office. No problem. My Tokyo Jissha is complete. All ten in one day.

Ok. I cheated. I didn’t prayed. But if I sum up all the queues, I would have need 4 days. Back to Kando Myoin, to complete the circle. 6pm and still a queue. Time for nihonshu and oden.

The booths at Yushima Tenmangu are already closed. Back to the hotel for a hot bath. Now I watch “Dinner for One”. Somehow a New Years Eve tradition in Germany. A brief stop at a Izakaya and then I have to pack my stuff. Tomorrow I will visit the palace, the dragon dance and the tea ceremony. And I also travel to Bessho Onsen.

[deutscher Blogeintrag]

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Tokyo Jissha

Wecker klingelt kurz vor 8 Uhr; in Deutschland ist noch 2012; ich bin wach in 2013; heute auf dem Plan; Tokyo Jissha; 10 Schreine in Tokyo; ob das klappt?; nach den Menschenmassen gestern abend; wird heute nicht anders sein; Frühstück; los; Blick auf Yushima Tenmangu;  eine 200m Schlage vor dem Schrein;

(1) Kanda Myojin — was für Menschenmasen; überall stehen Bunden mit Essen; Yakisobe; Takoyaki; Oden; Liste ist endlos; an der Schlange vorbei; das erste Ema habe ich; auf einer Bühne frist ein Drache Bargeld; wie im Nezu Jinja 2008; die Götter sind käuflich; soll ich  wirklich alle 10 durchziehen oder etwas die Atmosphäre aufsaugen?

(2) Nezu Jinja — Weg auch gekannt; hier ist vergleichsweise wenig los; keine Buden; bin verwirrt; Menschenschlage eher klein;

(3) Hakusan — Weg lege ich zu Fuß zurück; ein kleiner Schrein; rein und wieder raus; Warteschlage ebenfalls übersichtlich; die beiden gingen schnell;

(4) Oji Jinja — Endlich ein Schrein nahe am Bahnhof; ganz nett; hier wieder Buden; lange Schlage vor dem Schrein; 12 Uhr; 4 Schreine in 2 Stunden; verdammt guter Schnitt; lange Bahnfahrt über Akihabara; saugt Zeit; überlege ob ich den Shinkansen nehme; nur, weil ich es kann

Tokyo Jissha

(5) Kameida Tenjin — zu Fuß ne gute Strecke vom Bahnhof; alleine die Anreise ab Oji kostet eine halbe Stunde; auf dem Schreingelände muß ich den Nebeneingang finden; oder Schlage stehen; Nebeneingang führt durch dutzende Futterbuden; Zelte links und rechts des Weges berühren sich fast; wie Weihnachtsmarkt; keine vor, kein zurück; Halbzeit; kurz durchatmen; Amasame trinken

(6) Tomioka Hachimangu — hier geht die Schlage auf der Fahrbahn lang; Polizei sperrt extra Teile der 6-spurigen Straße; liegt etwas versteckt; aber sehenswert; unterhalte mich kurz mit einer Japanerin; ausnahmsweise fließendes Englisch;

(7) Shiba Daijungu — der Schrein ist klein und kein besonderer Eyecatcher; der nächste wird besser; werde nervös; noch 7 Schreine und es ist bereits 15 Uhr durch;

(8) Hikawa Jinja — kenne ich schon; vom letzten Urlaub; dann zu Fuß weiter zum vorletzten Stopp

(9) Hie Jinja — ist in 15 Minuten ab Hikawa Jinja zu erreichen; hatte die riesen Treppe schon 2010 gesehen; wusste nicht, dass die zum Schrein gehört; die Stufen hoch; viele Stufen; haben extra eine Rolltreppe neben die Stufen gebaut; wieder muß ich mich durch die Budenstrecke quälen; jetzt fehlt nur noch ein Ema;

Tokyo Jissha

(10) Shinagawa Jinja – eigentlich einfach; Toei Asakusa Line; erwische dummerweise den Airport Express; rausche an dem  Bahnhof vorbei; 8 Stationen später stoppt der Zug; Dämmerung in vollem Gang; als Entschädigung guter Blick auf den Fuji; das erste Mal, dasß ich ihn von Tokyo aus sehe; viel größer als erwartet; mit dem Lokal zurück; nach 5 Uhr; kritische Uhrzeit; Dunkel ist es auch; laufe bei meinem Glück einmal um den Schrein herum; 4 Seiten; Eingang auf der letzten; immer noch Menschenschlange; aber Verkaufstand für Ema ist weg; Frau im Schreinbüro; kein Problem; Tokyo Jissha komplett; und das am 1. Januar

gut habe geschummelt; habe nicht gebetet; aber bei den Warteschlangen hätte ich 4 Tage braucht; zurück zum Kanda Myojin; den Rundgang komplettieren; hier immer noch eine Schlage; es ist bereits 6 Uhr; Zeit für Nihonshu und Oden;

am Yushima Tenmangu haben die Buden schon geschlossen; ab ins Hotel und ein heißen Bad; hole Dinner for One nach; Tradition ist Tradition; kurzer Ausflug in die Kneipenecke von Ueno; Tag endet mit Koffer packen; morgen wird es hektisch; Kaiserpalast; Drachentanz; Teezeremonie und Wechsel nach Bessho Onsen;

[english blog entry]

Nezujinja und Azaleen

Der Abschluß in Tokyo beginnt mit einem vollem Programm. Nach Rücksprache mit der Dame von der Rezeption starte ich zum Nezujinja. Heute ist der ein Schreinfest anläßlich der Azaleenblüte. Ich war schon mal am 5. April hier, da war noch nichts mit Blüte. Jetzt soll das anders sein. Ich bin gespannt.

An der letzen Kurve vor dem Schrein geht es los. Ein Spielmannszug, bzw. die japanische Entsprechung der amerikanischen Version. Die Straße ist mit Girlanden geschmückt. Gleich am Eingang des Schreins die ersten Matsuri-Stände mit Essen. Der Weg ins Schreininnere ist schmal. Und dennoch ist er zu beiden Seiten mit Ständen bestückt. Genauso habe ich mir Schreinfeste vorgestellt. Erinnerungen an das Mozu Jinja Matsuri währtend meines ersten Urlaubs. Das Gedränge erinnert an den Weihnachtsmarkt, aber es geht besser voran. Auch hier scheint eine unsichtbare japanische Regel, den Besucherstrom zu optimieren.

Da ist der Inarischrein mit seinen vielen roten Torii. Der Hügel ist aber nicht grün, wie ich ihn verlassen habe. Er blüht in allen Farben. Soweit ich erfahre sind es knapp 3000 Azaleen von denen die Hälfte bereits blüht. Bei diesem Farbenmeer ist das eine glaubhafte Zahl. Oben auf dem Hügel steht ein kleine Hütte (wie immer). Vorbereitungen für eine Teezeremonie laufen. Der rote Schirm. Die Atmosphäre stimmt. Taikotrommeln im Hintergrund. Eine Gruppe zeigt ihr Können und zieht die Aufmerksamkeit der Touristen auf sich.

Ich lasse mich von der Stimmung treiben: Azaleen, Okonomiyaki, Trommeln, Takoyaki, Teezeremonie, … Von dem Treiben unbeeindruckt sonnen sich die Schildkröten im Teich. Dann stehe ich vor der Bühne des Schreins. Ich höre eine Shakuhachi. Die Musik wird festlich. Ein Drache tritt auf. Nach einem Tanz auf der Bühne begibt er sich nach unten zu den Zuschauern. Gegen eine Geldspende wird man gesegnet/werden böse Geister vertrieben? Die genaue Bedeutung habe ich nicht raus, aber der Drache “frißt” das Geld, man verbeugt sich und der Drache vertreibt die Bösen Geister über einem. Alle scheinen zufrieden, bis den kleinen Chihuahua, dem das ganze nicht geheuer ist. Und die Erkenntnis: Mit Geld kann sogar Geister vertreiben.

14 Uhr. Jetzt war ich lange genug hier. Es ist Sonntag und der nächste Stop ist Harajuku (Cosplay-Bridge). Ich treffe auf die Mädels aus Frankfurt. Die sind immer noch in Tokyo. Weiter in den Yoyogi-Park. Das Venice Beach von Tokyo. Wie erwartet ist wieder alles vertreten: Musikbands, die sich selber promoten, Gaukler, Capoera-Kämpfer, die Tokyo-Rockabilies, … Einfach eine Bunte Mischung aus allem.

Mit Einbruch der Dämmerung zieht es mich weiter nach Roppongi Hill. Unten am Platz unterhalb des J-Wave-Studios, ist eine Show aufgebaut. Ein Märchen ohne Worte, nur mit Musik und Leuten, die auf Stangen balancieren. Schwer zu beschreiben, schaut euch die Bilder an. Nach der Show suche ich mir ein Resto. Das Essen und das Ambiente sind wie immer stylisch. Und es gibt hier eine Art Ritual. Der Wirt ruft etwas, jemand meldet sich und bekommt etwas serviert. Wirkt ein wenig, als würde die Küche hier die Reste unters Volk bringen. Bei der nächsten Runde melde ich mich. Die Aufmerksamkeit von Gästen und Personal ist mir gewiß. Ich habe keine Ahnung was ich gerade geordert habe. Irgendwas mit Fisch. Nicht ganz meine Welt aber eßbar. Dann ist Feierabend für heute. Morgen ist Montag und ich stehe wieder bei Thorlabs auf der Matte. Der Urlaub ist also vorbei.

Waseda und der Yoyogi-Wahnsinn

Der heutige Tag beginnt am Nezu-Schrein. Der Nezu-Schrein ist für die Azaleenblüte bekannt. Ich erinnere mich an diesen langen Hang mit grünen Büschen. Am Uenopark vorbei, die breite Straße entlang … Wie war das noch? Auf halber Strecker ein Neubau. Das aus diesem Haufen Mikadostäbchen ein Haus werden soll, sehe ich noch nicht. Dann die Kreuzung, nach links, da ist er. Ganz ohne Karte. Und … Nichts Blüte, aber ich kann in Erfahrung bringen, daß die in 3-4 Wochen beginnt. Wenn das paßt, wäre das ein Traumabschluß dieser Reise.

Nezu Jinja

Weiter zum “Geheimtip” Waseda. Die Touristenkarte ist nur eine Nährung an die Realität. U-Bahn, Campus, breite Straße, Fluß? Oder so ähnlich. Den Campus habe ich. April ist Beginn des Schuljahres bzw. des Semesters. Heute ist so was wie Erstsemesterbegrüßung. Alle “Freizeitgestaltungsprojekte” präsentieren sich. Es ist bunt und laut. Ich stoppe für ein paar erfrischende Getränke und schaue dem Treiben ein wenig zu. Nun aber weiter, bevor ich mich noch irgendwo einschreibe.

Hinter der Uni die Straße und der Fluß; 10 unter mir, beidseitig mit Betonmauern eingegrenzt. Verwunderlich, daß sich Tokyo nicht auch über den Fluß erstreckt und er unterirdisch fließt. Links und rechts des Flusses steht ein Kirschbaum neben dem anderen. Leider ist ein Großteil der Blüte vorbei. Der Anblick ist toll. Vor einer Woche muß das der Hammer gewesen sein. Ich folge dem Flußlauf bis zu einer Kreuzung, die meine Gedanken zurück in die Hektik Tokyos bringt, die ich vergessen hatte. Kontrast.

Ich bin nahe Shinjuku, nächster Stop ist der Meiji-Schrein. Nordeingang, wie auf der ersten Reise; das Torii und der lange Weg durch den Wald. Tokyo ist ausgeblendet. Im Schrein laufen Vorbereitungen für eine Hochzeit. Gut positioniert, kann ich ein paar Fotos machen. Der Weg zum Yoyogi-Park führt an den Sakefässern vorbei … und den Weinfässern? Da schau an. Die Gaben an die Götter werden international.

Geheimtip Waseda und Yoyogi

Der Yoyogi-Park ist ein Park im westlichen Stil, aber: er ist das “Venice Beach” von Tokyo. Am Eingang tummeln sich sonntags die Rockabilies, entlang der Straße promoten sich Jugendrockbands. Im Park heute ein Mischung aus Kirschblütenggenießern, Trommlern, Jongleuren, Capoera-Kämpfern … Man kann die Mischung nicht beschreiben. Man muß es sehen. Motto: Alles erlaubt außer spießig.

Japan ist das Land der Details! Heute im Programm: Kinderwagen für Hunde. Kein Scherz. Ein Kinderwagen für Tritthupen, inkl. Sichtfenster und Freßnapf. Arghh. Japan-Überdosis. Glück. Ein Gegenmittel schafft sich selbst eine Schneise: ein deutscher Schäferhund. Diese Baugröße scheint in Japan unbekannt zu sein, respektvoller Abstand ist die Folge. „That’s what I call a dog.“ Der Hund scheint es schneller verstanden zu haben als sein Herrchen, der etwas peinlich/entsetzt dreinblickt, als sein Hund meine Hand abschlabbert. In Japan eigentlich ein No-Go für Hunde.

Auf zum Shinjuku Gyoen. Der Eingang liegt an der JR-Chuo-Line. Den Yamanotering kennt jeder. Die Chuo kreuzt mittig in West-Ost-Richtung. Sie ist fast wichtiger als die Yamanote, wird aber gerne vergessen. Am Park Ernüchterung: Der Eingang ist zu. Argh. Die alte Tokyo-Falle: Die meisten Parks verlagen Eintritt UND sie schließen um 17 Uhr.

Meiji Jingu

Kein Problem: Hotel, Duschen, neue Akkus und dann zum Roppongi Hill/Mori Tower. Der Komplex wirkt riesig, obwohl er gar nicht so groß ist. Es sind diese verschachtetelten Ebenen und die Hanglage; keine Beuzgspunkte, keine rechten Winkel. Eine Ebene endet als Gallerie, eine andere bildet eine Brück auf die andere Seite des Innenhofes. Selbst im 5F gibt es Bäume. Der Architekt hat ganze Arbeit geleistet. Der Begriff “Erdgeschoß” ist ausgehebelt. Der Abend endet im 54F des Mori Tower mit Blick über Tokyo.


Wichtiger Tip für ganz Japan: Tempel, Schreine, Museen und Gärten schließen gegen 17 Uhr, manche etwas früher, andere etwas später. Egal wie ihr Tagestouren plant, bis dann müßt ihr durch sein.

Tokyo / Fußmarsch am Tag 1

Bin erstaunlicherweise schon um 7 Uhr wach (0 Uhr MESZ). Keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Das Futon ist nahe dran an meinem Bett zu Hause. Sehr bequem. Schnell japanisch duschen und zum Frühstück. Es wird eine europäisch, japanische Mischung: eingelegtes Gemüse, Misosuppe, Reise, Brötchen, Kaffee und Marmelade von Kraft. Das ist weniger ein Experiment als vielmehr ein Backuplan, falls das japaniche Frühstück nicht mein Fall ist.

Die Wettervorhersage sagt 31 Grad voraus. Die Bewölkung soll in den nächsten Tagen zunehmen. Also ist heute der große Tokyo-Rundgang. Der Plan ist:
Ueno-Park — Nezu Jinja — Shinjuku — Meiji Shrine — Shibuya

Ueno-Park. Hier soll die Reise starten. Ich war gestern schon mit Koffern hier. Zwei riesige Teiche. Der eine komplett zu mit Seerosen, oder sowas. Am Ende steht ein kleiner Tempel. ich sehe auch eine Pagode, aber irgendwie ist ein Zaun im Weg.[Nachtrag: Das hier war gar nicht der Ueno-Park. Das stelle ich aber erst 2006 fest.]

Der erste Tempel. Ich laufe nach Norden durch kleine Gassen. Die Farbe grün kommt nur in kleinen Blumentöpfen vor, die auf dem Gehweg stehen. Die japanische Version eines Vorgartens? Naja, viel Platz ist nicht. Dann der erste Tempel, oder Schrein? Ein alter Holzbau auf einer leeren Fläche. Ein Zaun, dahinter der Spieplatz eines Kindergartens.

Nezu Jinja. Ich habe die Strecke auf der Karte unterschätzt. Aber hier muß ich wohl abbiegen. Japp. Hier ist der Eingang. Wow. Ein Wald in Tokyo. Davor ein rotes Tor. Ich trete ein und vergesse fast sofort, daß ich in einer Millionenmetropole bin. Der Weg führt zwischen Bäumen hindurch auf einen breiteren Weg. Hab wohl den Nebeneingang genommen. Vor mir ein kleiner Shinto-Altar mit Glocke. Links auf einer Anhöhe dutzende kleine Torii in leuchtend rot-orange. Ich gehe durchsie hindurch. Muß den Kopf einziehen. Vorbei an kleine Büschen führt der Weg zu einem Teich. Über die Brücke gelange ich auf einen großen Sandplatz. Hier steht ein großes Mon. Ein Tor mit ausladendem Dach. Dahinter ein weiterer Platz und eine Halle. Alles ist in dunklem rot. Ich bin beeindruckt. Der Reisefüher hat nicht zu viel versprochen.

ToDai. Der Weg führt mich an der Tokyo Universität (TokyoU oder ToDai genannt) vorbei. Das Gelände ist edel. Ein rotes Tor und man steht auf elitärem Boden. Wie in Irland betritt man eine andere Welt. Tokyo ist draußen. Viele Gebäude haben gotische Stilelemente.  Ein riesiger Dojo für Kendo und Karate. Dahinter ein Park mit Teich und einem kleinen Wald. Das alte Audimax, Wahrzeichen der Uni.

Tokyo Dome. Der Weg führt weiter in Richtung Tokyo Dome. Ich sollte mal zu Hause anrufen und sagen, daß alles ok ist. Die öffentlichen Telefone sind wirklich grün. Und ich bin zu blöd, sie zu bedienen. Ich kriege keine Verbindung hin. Merke, daß nicht jedes Telefon für internationale Gespräche ausgelegt ist. Ich brache zudem eine Telefonkarte. Also ab in das Hotel und zu fragen. Ich wollte nur fragen wo man die Karten kriegt und das passende Telefon findet. Beides im Hotel, so die Antwort. Dennoch schaffe ich es nicht über das Freizeichen hinaus. Ich brauche Hilfe; und lerne: 0049 ist nicht unbedingt die richtige Vorwahl für Deutschland. Das hängt von der Telefongesellschaft ab. Oft braucht man eine Spezielle Vorwahl vor der Vorwahl. Dann klappt es doch noch mit dem Anruf. Grüße in die Heimat, wo es jetzt 21 uhr sein dürfte.

Iidabashi. Jetzt die Straße hinunter und dann dem Flußlauf folgen. Und der Hauptstraße entland. Über dem Flußlauf, auf Stelzen, ist die Autobahn. Der Weg wird immer länger. Die Hitze immer schlimmer. Ich passiere das japanische Verteidigungsministerium. Verdammt, dann habe ich den Yasukuni-Schrein verpaßt. Aber ich habe keine Motivation zurück zu laufen. Shinjuku ist das Ziel. Kurz bevor ich da bin stoppe ich noch bei einem Tempel, der rechts in zweiter Reihe liegt. Die Straße geht jetzt etwas bergab. Gut.

Shinjuku. Das Chaos nimmt zu. Ich nähere mich der Bahnstation Shinjuku. Um diesen Bahnhof herum pulsiert Tokyo. Geschäfte, Kneipen, Büros und Verkehr. Alles auf engstem Raum, teilweise übereinander. Hinter dem Bahnhof die Skyline von Shinjuku mit dem markanten Twin Tower. Es ist das höchste Rathaus der Welt. Imposant. Ich steure durch die Hochhäuse, diese Bürotürme, hindurch darauf zu. Die Straße führt unter (!) dem Gebäude durch. Wow. Über mir sind jetzt 50 Stockwerke aus Stahl und Beton. Aber wo ist der Eingang. Die Türme sollen ein Aussichtsplatform haben. Ich stehe auf der Rückseite. Besser. Von hier aus habe ich keine Gegenlicht. Hinter dem breiten Weg ein Park. Haut mich jetzt nicht vom Hocker.

Meiji Jingu. Ich verlaufe mich. Versuche mich am Expressway, der Autobahn auf Stelzen, zu orientieren. Unter ihr hindurch. Hier sollte der Eingang sein. Geschlossen? Wie jetzt? Das Tor ist zu. 16:30 Uhr wird zu gemacht. Sch*** Es ist bereits 17 Uhr. Damit hatte ich nicht gerechnet: Weder daß es so spät ist, noch daß der Schrein so früh geschlossen wird. Ich ärgere mich. Also um den Schrein herum nach Shibuya. Über mir ist der Expressway, die Autobahn. Hier unten stehen Wohnhäuser; nicht nur zweitklassige Mietbunker. Einfamilienhäuser. Sie stehen teilweise unter dem Expressway. Nicht zu fassen.

(Weiter geht es im zweiten Teil … Versprochen, die nachfolgenden Blogs werden kürzer. Aber heute sind so viele Eindrücke auf mich eingebrochen, habe nicht einmal alle verdaut.)