Die Obsession “Eiffeltürme” (Part II)

Nicht alle Fuktürme sehen aus wieder Eiffelturm. Aber, jede Stadt hat einen Funkturm. Soweit ist die Regel, die ich gestern geblogt habt, eingehalten.

Kobe-Port-Tower (神戸ポートタワ)
Höhe 108m, Aussichtsplattform 90,3m; eröffnet: 1963

Kobe Port Tower fällt aus der Reihe. Er ist kein Funkturm, soll aber dennoch erwähnt werden. Er wurde 1963 eröffnet und steht im Merikan-Park, einem alten Hafengebiet von Kobe. Die Stahlkonstruktion hat eine hyperbolische Form und ähnelt ein wenig dem Canton Tower in China. Der Tower ist 108m hoch mit einer Aussichtsplatform bei 90,3m. Der rote Stahl ist nachts angleuchtet und gibt einem netten Kontrast zur ebenfalls illuminierten Dachkonstruktion des Aquariums nebenan.

Tsutenkaku Tower (通天閣)
Höhe 103m, Aussichtsplattform 84/87m; Architekt: Tachū Naitō; eröffnet: 1956

Das ist für wahr das Wahrzeichen von Oosaka, nein, der ganzen Kansairegion. Kein Anime/Manga in Oosaka ohne Referenz auf diesen Turm. Tsūtenkaku Tower heißt übersetzt etwa “den Himmel erreichender Turm”. Er ist 103m hoch. Er steht im Stadtteil Naniwa nahe der Bahnstation Shin-Imamiya.

Der aktuelle Tower, 1956 eröffnet, ist bereist der zweite Tower in Oosaka. Der erste, erbaut 1912, brannte 1943 nieder und wurde demontiert. Dieser erste Turm hatte direkt den Eiffelturm als Vorbild, war aber viel kleiner und dennoch der zweithöchste Bau in Japan. So gesehen sind alle Eiffeltürme in Japan nur eine Kopie dieses ersten Tsutenkaku Tower. Der zweite Tower weicht im Desgin ab. Markant und ein Alleinstellungsmerkmal ist sein Achteck-Form, die Leuchtreklame von Hitachi und zwei farbige Leuchtringe an der Sptize, die als Wettervorhersage dienen. Die Aussichtsplatform ist in 84/87m Höhe (sie hat zwei Etagen). Was er mit all den anderen Türmen gemein hat, ist der Architekt: Tachū Naitō.

Im 5. Stock ist Billiken eingeschreint. Ein Glücksgott bzw. “things as they ought to be” mit Ursprung Amerika, ein Import. Ich habe die Nummer noch nicht ganz verstanden. Aber Billiken ist ebenso ein Thema rund um den Tower herum. Billiken ist seit dem ersten Tsutenkaku Tower mit Oosaka verbunden. 1910 wurde er im zugehörigen Luna Park eingeschreint, ging 1923 verloren, als der Park gschlossen wurde. Eine Kopie, hergestellt nach Fotos, wurde 1979 im zweiten Tower eingeschreint.

[Notiz in eigener Sache: Der Tsutenkaku Tower ist bisher der einzige Tower, dessen Aussichtsplatform ich besucht habe. Das war auf meiner allerersten Reise 2004. Nachtrag: In 2013 war ich auf dem Sky Tree. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich würde den Sky Tree auch nicht in die Liste der klassischen Funktürme einreihen.]

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Die Obsession “Eiffeltürme”

Siegmund Freud hätte sicherlich seine eigene Interpretation zum Thema Eifelturm. Was aber würde er dazu sagen, wenn in jeder großeren Stadt einer steht? Funktürme sind überall in Japan präsent. Man kann sich eine japanische Goßstadt ohne sie gar nicht vorstellen. Eigentlich sind es große Funktürme für die Übertragung von Radio und Fernsehen und fast alle haben eine Aussichtsplatform. Die Mutter aller Funktürme ist der 333m hohe Tokyo Tower, obwohl er einer der letzten war, die gebaut wurden. Tokyo Tower ist ein 333m hoher Funkturm der dem Eiffelturms ähnelt, aber 9m höher und orange ist. Gebaut 1958 wurde er zum Wahrzeichen von Tokyo und ist immer noch der dritthöchste selbsttragende Stahlturm der Welt.

Tokyo Tower

332,6m, Aussichtsplattformen: 150m und 250m, Architekt Tachū Naitō, eröffnet 1958

Seine hohe macht ihr auch zu einem der höheren Bauten in Tokyo.  2012 wurde der Sky Tree mit 634m eröffnet. Er hat das Potential den Tokyo Tower als Wahrzeichen der Stadt abzulösen. Das Desig des Sky Tree ist neu und einmalig. Es steht vor das Tokyo des 21. Jahrhunderts. Nach meiner nächsten Japanreise wird es einen Artikel zu ihm geben.

Er ist zwar 9m größer als der Eiffelturm, wiegt aber mit 4000t nur knapp die Hälfte. Warum ein Stahlfachwerk? In den 50er Jahren hat man sich gegen Betontürme entschieden, da Stahlfachwerke wesentlich stabiler bei Erdbeben sind. Es ist fast logisch, daß der Eiffelturm als Vorlage diente und zur Blauplause für Stahltürme dieser Größe wurde.

Die Verwandschaft

Tokyo Tower war nur einer von vielen Türmen, die in den 50er Jahren entstanden. Fast jede große Stadt hat ihre Version des Eiffelturms; nur kleiner. Man kann die Verwandschaft sehen. Allen Funktürmen ist gemeinsam, daß sie vom Architekten Tachū Naitō sind und eine Aussichtsplattform haben.

Sapporo TV Tower (さっぽろテレビ塔)
Höhe 147,2m, Aussichtsplattform 90,4m, Architekt: Tachū Naitō, eröffnet: 1957

Der Sapporo Tower ist ein Jahr älter als der Tokyo Tower. Er ist quasi der ältere Bruder. Was aber daran liegt, daß die Bauzeit beim Tokyo Tower länger war. Er hat zwei Plattformen. Eine sehr tiefe mit Souveniershops und eine Aussichtsebene bei 90,4m Höhe. 1961 wurde die Digitaluhr montiert. Er steht im Odori-Park auf der Nullachse des Straßennetzes. (Sapporos Straßen sind in Nord, Süd, Ost und West eingeteilt und durchnummeriert.) Nachts ist der Turm orange illuminiert. Er bekommt dadurch eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Tokyo  Tower.

Nagoya TV Tower (名古屋テレビ塔)
180m, Aussichtsplattform: 90m , 100m, Architekt: Tachū Naitō, eröffnet 1954

Er ist der älteste Tower in Japan und stammt wie der Sapporo TV Tower vom Architekten Tachu Naito. Mit einer Höhe von 180m ist er höher als der in Sapporo. Seine Aussichtsplattform bei 90m hat als Besonderheit ein Freideck bei 100  Höhenmetern, den Sky Balcony. Wer will, kann die Treppe mit 310 Sufen nehmen. Auf der Höhe von 30m befinden sich Restaurants und Souveniershops. Er steht im Zentrum Nagoyas im Hisaya Odori Park.

Beppu Tower  (別府タワー)
Höhe 100m, Aussichtsplattform 55m, eröffnet 10. Mai 1957

Auch Beppu hat einen Turm, eher ein Türmchen. Er entstand zeitgleich mit Tokyo Tower und Sapporo Tower. Der Sockel ist bei diesem Turn keine Stahlkonstruktion. Er steht vielmehr auf dem Dach eines mehrgeschossigen Gebäudes. Der Turm steht unten am Wasser neben dem kleinen Strand, östlich der Hauptstraße, die vom Bahnhof zum Wasser führt.

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Koban – Mehr als nur eine Polizeibox

Koban, mit langem o, ist eine Polizeibox; eine kleine Wachstation, die mit einem oder zwei Beamten besetzt ist. Diese Boxen haben für Touristen einen riesigen Vorteil. Es gibt sie überall. Fast jeder Straßenblock hat eine. Da die Hausnummern nicht immer logisch angeordnet sind, ist die Koban meist der einzige Ort, an dem man rauskriegt wo ein Haus wirklich ist. Gelegentlich gibt es auch Karten auf der Straße, an großen Kreuzungen. Eine Koban findet man aber leichter.

Koban in Ueno

Der zweite Vorteil der Koban offenbart sich, wenn man sich in Tokyo verlaufen hat. Meist ist die Wegbeschreibung umfangreicher als es die Japanischkenntnisse. Ich habe es selbst erfahren. Bevor einem der Kopf raucht, fragt man besser nicht nach dem gesamten Weg sondern nur bis zur nächsten Koban. Das sind meist nur 500m und zwei bis drei Kurven.

Finding a koban

Die Koban ist schnell zu finden. Zwei rote Lichter markieren sie nachts. Tagsüber ist es etwas schwieriger. Für gewöhnlich steht ein Polizist vor der Tür. Auch so eine japanische Eigenart. Amerikansche Cops findet man im Donut-Shop, deutsche in der Döner Bude, japanische stehen vor der Tür. Oft ist das weiße Dienstfahrrad ein zweiter Indiz für den Standort einer Koban.

The frog

Einige Koban sind, ich möchte man sagen, getarnt. Die hier in Taito hat zumindest den traditionellen japanischen Polizeistock an der Wand montiert. Gut, ich dachte, das wäre ein Souvenirshop. Die Koban auf der Ginza ist fast schon ein Touristenattraktion. Keine Ahnung was der Frosch auf dem Dach soll. (2010 war der Frosch verschwunden.) Die Omnipräsenz der Polizeiboxen macht sie zudem zu ein Ziel von Architekten. Ein schmuckes Designstück steht im Uenopark.

Dieser Blogeintrag wird ergänzt, wenn ich weitere Bilder habe.

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